Barnes: „Der erste Schritt ist gemacht“
von der NETZWERK-Redaktion
Textnummer: 145102
Erstellt am 2007/11/07, zuletzt geändert am 2008/09/02
Aus Anlass des damals gerade erschienenen ersten Infopaketes zum Internationalen Jugendprogramm sprach die NETZWERK-Redaktion im Juni 1996 mit Tony Barnes (Weinheim), dem dem Schöpfer der Materialiensammlung.
Aus Anlass des damals gerade erschienenen ersten Infopaketes zum Internationalen Jugendprogramm sprach die NETZWERK-Redaktion im Juni 1996 mit Tony Barnes (Weinheim), dem dem Schöpfer der Materialiensammlung.
Seit 15 Jahren machst du nun schon Jugendöffentlichkeitsarbeit. Ist „PR“ dein Beruf?
Ganz und gar nicht. Ich habe mir die notwendigen Kenntnisse und Kontakte nach und nach bei meinen zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen von der Kreis- über die Landes- bis zur Bundesebene in diesem Bereich angeeignet.
Warum engagiert sich jemand wie du derart in der Jugendarbeit? Als junger Unternehmer wird doch bestimmt auch einiges von dir verlangt.
Sicher. Aber meiner Meinung nach hat jeder neben dem Recht auf Selbstverwirklichung auch die Pflicht, etwas die Allgemeinheit zu tun. Ich habe mir dafür schon als Jugendlicher die Feuerwehr ausgesucht. Über das Fotografieren, das ich bei den Pfadfindern in Amerika gelernt habe, ist mir dann in der verbandlichen Jugendarbeit bei der Feuerwehr der Bereich Öffentlichkeitsarbeit zugewachsen.
Warum ist Jugendöffentlichkeitsarbeit wichtig? Eine gute Sache spricht doch für sich selbst…
Das tut sie zwar auch, aber das genügt noch lange nicht. Zunächst wird Jugendarbeit in erheblichem Umfang öffentlich und privat gefördert und hat deshalb die Pflicht, sich in der Öffentlichkeit auch darzustellen. Die Bürgerschaft hat einen Anspruch darauf zu erfahren, was mit ihrem Geld geschieht. In einer Zeit knapper werdender Kassen kann diese regelmäßige Information geradezu überlebenswichtig sein. Nicht weniger wichtig aber ist ihre Funktion für die Betroffenen – Jugendliche, Eltern und alle, die mit Jugendlichen zu tun haben. Öffentlichkeitsarbei macht für sie das Dickicht der Angebote transparent, so daß jeder auch wirklich das für seine Freizeit aussuchen kann, was ihm am besten liegt.
Was steht beim Jugendprogramm in Sachen Öffentlichkeitsarbeit vorne?
Bis auf Ausnahmen ist das Programm in der Öffentlichkeit völlig unbekannt. Wie bei allen neuen Projekten kommt es zunächst einmal darauf an, einfach über das Vorhandensein zu informieren. Der erste Schritt ist, für diese Information geeignete Materialien zu erstellen.
Und die wären?
Der erste Teil des Werbepakets umfaßt ein Faltblatt für Jugendliche, ein Infoheft für Erwachsene, ein Plakat und ein Aufkleber. Jeweils vierfarbig und mit einheitlichem Grunddesign.
Diese tollen Sachen hast du gemacht?
Natürlich nicht. Von mir stammen Idee und auch einige Details – die praktische Ausführung lag bei einem Grafikbüro.
Du sprichst von einem „ersten Teil“, d.h. es werden noch weitere Materialien folgen?
Es geht gar nicht anders. Viele Leute, die mit den Infoblättern zu tun bekommen, werden nach weiteren Informationen fragen. Für solche vertiefte Information halte ich einen Videofilm für am besten geeignet, und ich denke, daß ein entsprechendes Projekt auch in unseren Möglichkeiten liegt. Nicht zuletzt ist nun auch schnell die Wanderausstellung umzusetzen, zu der bereits die letzte Jahresversammlung den Auftrag gegeben hat.
Aber nach diesem „zweiten Teil“ ist dann Schluss?
Dann kommt NETZWERK selbst an die Reihe. Die Zeitschrift, die große Anerkennung gefunden hat, muß in unser CI-Konzept integriert werden. Und zwar möglichst so, daß die Redaktion und insbesondere deren Leiter von technischen Aufgaben wie Satz entlastet werden und sich auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren lönnen. Auch die anderen Veröffentlichungen sind nach und nach anzupassen – Folien, Dias, Handbuch, Begleithfte etc.
Es ist also noch einiges zu tun?
Richtig. Wir haben den – entscheidenden – Anfang gemacht. Aber nun muß es auch Schritt für Schritt weitergehen.
Quelle: NETZWERK 2/1996
