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2008: Schritte vor und zurück

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 676704

Erstellt am 2009/08/04, zuletzt geändert am 2009/08/13

Während sich bei der Infrastruktur von der Anbieterverwaltung über die Finanzbuchhaltung bis zum Online-Shop im vergangenen Jahr sehr viel bewegte und der Lehrgangsbereich mit gleich zwei Formen des Grundlehrgangs sowie den neuen Multiplikatorenkursen einen Sprung nach vorne machte, erfüllten sich die großen Hoffnungen auf die Finanzierung einer hauptamtlichen Stelle leider nicht.

von der NETZWERK-Redaktion

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Während sich bei der Infrastruktur von der Anbieterverwaltung über die Finanzbuchhaltung bis zum Online-Shop im vergangenen Jahr sehr viel bewegte und der Lehrgangsbereich mit gleich zwei Formen des Grundlehrgangs sowie den neuen Multiplikatorenkursen einen Sprung nach vorne machte, erfüllten sich die großen Hoffnungen auf die Finanzierung einer hauptamtlichen Stelle leider nicht.

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Für das Internationale Jugendprogramm in Deutschland neigt sich wieder einmal ein erfolgreiches Jahr seinem Ende zu. Leider haben wir die „große“ Unterstützung, die für den gezielten Gang in die Fläche benötigt wird, auch 2008 nicht erhalten; Deutschland bleibt das einzige Land mit einem ehrenamtlichen Direktor. Dafür gibt es aber wichtige Fortschritte im Aufbau des Kooperationsnetzwerks, die uns diesem Ziel ein weiteres Stück näher gebracht haben und im neuen Jahr sicher noch einmal deutlich näher bringen werden.

Vor allem unseren Medien und Lehrgängen sowie der zunehmenden Zahl von Goldteilnehmern haben wir es aber zu verdanken, dass die Qualität der Programmarbeit bundesweit so hoch ist wie noch nie. Jeder junge Mensch, dem das Programm zur Erfahrung verhilft, dass er mehr kann, als er glaubt, wird auch zu dessen Botschafter – und ebenso seine Eltern und Freunde. Die hohen Qualitätsstandards werden deshalb letztlich sogar entscheidend zum Durchbruch auch im Bereich der finanziellen Unterstützung beitragen!

Dass das deutsche Programm erneut Statur gewonnen hat, aber vor allem noch deutlich besser geworden ist, ist das Verdienst unserer ganzen „Familie“. Zu dieser gehören zum Beispiel die Anbieterteams, die unseren Qualitätskurs durchweg und mit vollem Einsatz mittragen; die Programmteilnehmer selbst, die inzwischen bei allen Lehrgängen helfen, unser Motto „Du kannst mehr als du glaubst!“ zu vermitteln – und nicht zuletzt meine persönliche Seilschaft am ständig mehr Kräfte fordernden Aufgabenberg.

NETZWERK-Artikel vom 19. Dezember 2008

 

Allgemeines

Auch die zitierte Kurzbewertung des Jahres 2009 hat ihr Plus und Minus. Der Vorteil ist, dass sie sich auf das Wesentliche beschränkt und so insgesamt zu einer klaren, positiven Aussage kommt. Auf der anderen Seite gab es in den angesprochen Schlüsselbereichen selbst und vor allem natürlich in anderen Gebieten Entwicklungen, über die nichts gesagt wurde und die in einer Jahresbilanz, die sich als Grundlage für die weitere Arbeit versteht, nicht fehlen dürfen – Gutes und weniger Gutes. Zu diesem Zweck wird im Folgenden die stichwortartige Übersicht „Schlüsselaufgaben: Plus und Minus“, die neben anderen schon zur Bilanz-Vorstandssitzung am 13. Dezember zusammengetragen worden war, zu einem „lesbaren“ Beitrag erweitert, ohne auf alle dort genannten Details einzugehen. Das Risiko jeder Detailanalyse, dass man vor lauter Einzelheiten das Gesamtbild nur noch schwer sieht, besteht selbstvertändlich auch hier …

Die Arbeit an den „Sechs Schlüsselaufgaben“ findet natürlich nicht im luftleeren Raum, sondern in einer Umgebung statt, die in kleinerem oder größerem Umfang selbst in Bewegung ist. Veränderungen dieses „objektiven“ Rahmens können die Arbeit von Trägerverein und Programmanbietern in bestimmen Bereichen mehr oder weniger schnell und stark erleichtern oder erschweren. Im Jahr 2008 waren in Bezug auf die Rahmenbedingungen unserer Arbeit vor allem vier negative Entwicklungen erkennbar, deren langfristige Konsequenzen noch nicht in vollem Umfang erkennbar sind:

  1. die aufziehende Wirtschaftskrise, die das Gewinnen vor allem von „großer“ Unterstützung verhindert hat;

  2. in Baden-Württemberg die Wiederausgliederung der Staatlichen Schulämter aus den Landratsämtern und damit der Verlust eines Eckpfeilers des Jugendabzeichens Baden-Württemberg;

  3. der Umbruch der Schullandschaft in vielen Bundesländern;

  4. die geringere Zeit für außerunterrichtliche Aktivitäten, die Lehrern und Schülern durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums bleibt (Schülern auch für Freizeitaktivitäten insgesamt).

Die mittel- oder langfristige Chancen, die sich aus diesen Entwicklungen unter bestimmten Umständen ebenfalls ergeben (selbst beim G 8!), können hier nicht dargestellt werden.

Die „Sechs Schlüsselaufgaben“ dienen dem Gesamtziel, das Internationale Jugendprogramm auch in Deutschland zu DEM Programm für junge Menschen zu machen. Wenn die Teilaufgabe „Verbreitern der Basis“ dieses Anliegen nochmals direkt aufgreift, so soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass außer dem Entwickeln von Partnerschaften, dem Gewinnen von Unterstützung, dem Stärken des Ansehens, dem Stärken der Infrastruktur und dem Verbessern der Qualität hierfür auch dezidierte Anstrengungen nötig sind und das Programm nie und nirgends ein „Selbstläufer“ sei kann und wird. Gleiches gilt für die Qualität: nur das BESTE Programm kann zu DEM Programm werden, und auch Nachhaltigkeit ergibt sich nicht von selbst. Beim „Gang in die Fläche“ ist sogar besonders darauf zu achten, dies nicht auf Kosten der Qualität geschieht.

 

Schlüsselaufgaben

Entwickeln von Partnerschaften

Das Programm ist keine Organisation, und so kann dessen Aufbau nur über den sukzessiven Aufbau von Partnerschaften erfolgen: „Kooperation gut, alles gut“, titelte NETZWERK deshalb bereits 1995. Wie bei „Gewinnen von Unterstützung“ besteht hier das Tagesgeschäft aus vielen, vielen Einzelgesprächen – und damit tut sich der nach außen rein ehrenamtlich agierende Trägerverein besonders schwer: in den 15 Jahren seines Bestehens konnte noch nicht einer der traditionellen weltweiten Partner (z.B. Pfadfinder, CVJM und Rotes Kreuz) auf nationaler Ebene als Partner gewonnen werden. Die Pfadfinder könnten – wie in vielen anderen Ländern – auch lokal der wichtigste Partner im Expeditionsbereich sein, sie sind aber wegen ihrer deutschen Vielfalt auch besonders schwer zu erreichen.

Mit den Vorbereitungen zur Gründung eines Kuratoriums und der Mitarbeit im Netzwerk „KommLern!“ (die gezielt die Basis verbreitern soll) wurden hier 2008 wichtige erste Schritte getätigt. Da es ohne ein nationales Kooperationsnetzwerk kein Deutsches Jugendabzeichen (oder wie immer das Programm dann heißen wird) geben wird, muss dieser Aufgabenbereich in Zukunft noch viel mehr in das Zentrum unserer Aktivitäten rücken.

 

Gewinnen von Unterstützung

Die systematische Arbeit bedeutet auch in diesem „Außenbereich“ insbesondere Vereinbaren und Wahrnehmen von Terminen zu normalen Arbeits- und Geschäftszeiten – was für Ehrenamtler eben nur sehr begrenzt möglich ist. „Um mehr finanzielle Unterstützung zu bekommen, brauchen wir mehr finanzielle Unterstützung“ lautet deshalb die nicht ganz einfache Aufgabe (ein Spiralprozess, kein Teufelskreis!). Die große Präsentation bei Olympus führte zwar (noch?) nicht zur der erhofften „großen“ Unterstützung, zeigte aber, wie solche Veranstaltungen aussehen müssen, wenn sie erfolgreich sein sollen und welchen Beitrag Teilnehmer auf der Goldstufe (hier der Bismarckschule Elmshorn) und Gold-Absolventen (Jens Schindele) dabei leisten können. Leider gab es auch das „Geschenk“ eines Benefiz-Golfturniers in Köln, das wir 2007 erstmals und unverhofft erhielten, in diesem Jahr nicht.

So blieb es bis auf die Fördermittel der Jugendstiftung Baden-Württemberg und die ESF-Mittel für die Beteiligung beim bereits erwähnten Netzwerk „KommLern!“ in Baden-Württemberg im Wesentlichen beim „Plan A“, dessen Finanzierung bekanntlich auch kein Zuckerschlecken ist. Die im nächsten Jahr geplante Gründung eines Kuratoriums soll hier zumindest soweit Wirkungen zeigen, dass spätestens 2010 eine Halbtageskraft im Büro finanzierbar ist.

 

Stärken des Ansehens

Nach der Einführung des Jugendabzeichens Baden-Württemberg soll hier die Gründung eines Kuratoriums im Jahr 2009 der nächste Meilenstein sein. Der Kontakt zu Minister Banzer könnte mittelfristig dazu beitragen, das Ansehen insbesondere in Hessen zu verbessern, wo es bis dato überhaupt keiner kennt. Neue Schirmherrschaften durch Landräte gab es 2008 – vermutlich wegen der mit eingangs erwähnten Staatsreform in Baden-Württemberg verbundenen Unsicherheiten – leider nicht.

Die Website steht inzwischen u.a. bei Google bei der Suche nach „Jugendprogramm“ auf Platz 1, ihr fehlt aber seit November 2006 immer noch eine ansprechende und einfache Darstellung des Programms für genau die Personengruppe, die auf diesem Weg zum ersten Mal bei jugendprogramm.de oder jugendabzeichen.de landet. Auch bei den „Zeugnissen“ (Testimonials) gab es bis auf die nur in Teilen veröffentlichte Osterburkener Dokumentation keine neuen Eingänge (wie sich allgemein das Feedback der Programmanbieter nicht verbesserte, s.u.). Der neue Anbieterpreis soll hier gegensteuern.

Das Medienpaket machte in der Entwicklung gute Fortschritte, u.a. wegen des Zeitaufwands für das Update des Redaktionssystems wurden aber nur CD-Hülle und Mehrzweckurkunde neu veröffentlicht und das E-Info erschien nur selten.

 

Verbreitern der Basis

Während in manchen Aufgabenbereichen der Schein vielleicht besser ist als das Sein, ist es hier umgekehrt. Fünf „echten“ Lizenzrückgaben und einer „unechten“ infolge einer Neuzuordnung von Anbieterstellen stehen zwar 2008 nur vier neue Programmanbieter gegenüber (drei Gymnasien und eine Gesamtschule in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein). Gleichzeitig ist aber mit etwas mehr als zehn Prozent ist der Anteil „inaktiver“ Programmanbieter so niedrig wie noch nie.

Bei den Lizenzrückgaben ist erneut zweierlei ganz deutlich geworden: einzelne Programmanbieter in neuen Gegenden MÜSSEN im zweiten, spätestens aber im dtitten Jahr Kristallisationskeime für das Programm im „Umland“ werden, als Inseln haben sie langfristig keine Überlebenschance – und für diese erweiterte Aufgabe wird unbedingt der Leitungslehrgang benötigt.

Das Nettoergebnis ist teilweise ein Ergebnis der Maßnahmen zur Qualitätssicherung (höhere Startvoraussetzungen, gezielte Lizenzrücknahmen) und war deshalb auch prognostiziert worden. Aber natürlich macht sich hier – und noch mehr bei den Anbieterstellen! – auch der eingangs angesprochene starke Gegenwind durch die Staatsreform in Baden-Württemberg bemerkbar, wo nach nur vier Jahren die Schulämter zum 1. Januar wieder aus den Landratsämtern ausgegliedert und zu neuen größeren Einheiten zusammengefasst wurden. Da sich Gebiete von der Größe der neuen Behörden nicht mehr „nebenbei“ in Bezug auf das Internationale Jugendprogramm koordinieren lassen, scheiden diese derzeit als Lizenznehmer aus – und ob die Jugendreferate die Nachfolge der aus dem Schulbereich „geerbten“ Lizenzen übernehmen werden, muss sich erst noch zeigen.

Mit der Beteiligung beim Netzwerk „KommLern!“ soll die Zahl der Anbieterstellen u.a. in den Modellkreisen Ostalbkreis und Heidenheim vor allem über eine Praktikumsstelle der Berufsakademie Heidenheim deutlich erhöht werden. Ob das mit vertretbarem Aufwand möglich ist, muss sich aber erst noch zeigen. Auf der Plus-Seite stehen das Netzwerk selbst, die Teilfinanzierung der BA-Stelle über ESF-Mittel, die Förderung einer betreuenden Honorarkraft durch die Jugendstiftung Baden-Württemberg und die Betreuung durch die Stiftung selbst. Negativ schlagen die in reinen Stückzahlen ausgedrückte Ergebnisbewertung der Förderung, der immense Verwaltungsaufwand und die Unsicherheiten in Bezug auf die Leistungsmöglichkeiten einer Studentin, der unterstützenden Kreisteams sowie der Kreislizenzen zu Buche.

Trotz der Vorarbeiten insbesondere zu den Bereichen Jugendstrafvollzug (vgl. Bericht 2007) und Lehrlinge (Entwurf für ein Pilotprojekt 2008) gab es 2008 keine Anbieterstellen in neuen Einsatzfeldern. Allerdings wird der Kontakt zur Rudergesellschaft Germania voraussichtlich 2009 zu einer Lizenz im Sportbereich führen.

 

Stärken von Strategie und Infrastruktur

Mit dem Umfang der finanziellen Unterstützung (eigene Schlüsselaufgabe!) und dem ehrenamtlichen Engagement der „Macher“ als wichtigste Grundlagen, dem Trägerverein als rechtlichem Rahmen sowie dem Internet als Informations- und Kommunikationsplattform ist diese Aufgabe der Hebel für die Bewältigung aller anderen.

Die 17. Delegiertenversammlung stellte im Februar 2008 mit dem Strategiepapier „Sieben Schritte zum Deutschen Jugendabzeichen“ langfristige Weichen. Zu dieser „Roadmap“ hieß es in NETZWERK: „Jedem muss klar sein, dass das ein Marathon und kein Sprint ist und das Ziel nur mit hartem Einsatz und nicht mit Begeisterungsausbrüchen zu erreichen sein wird. Kein Schritt darf das bis dato Erreichte gefährden und obwohl an bestimmten Stellen auch grundsätzliche Veränderungen notwendig sein werden, geht es schon aus Qualitätsgründen um einen stetigen Prozess und nicht um eine Umwälzung.“ Als Sofortmaßnahme wurde die Einführung der Online-Verwaltung der Programmanbieter und Anbieterstellen auf Grundlage einer „Systemreform“ des gesamten Internetauftritts einschließlich der Einführung neuer Dienste wie dem Online-Shop beschlossen.

Während die „Sieben Schritte“ schon kurz darauf im negativen Sinn korrigiert werden mussten, weil die Hoffnung auf einen hauptamtlichen Direktor für 2008 und voraussichtlich auch 2009 begraben werden musste, hielt die Internetreform tatsächlich, was sie versprach – und sogar noch ein bisschen mehr. Allerdings war der Erfolg auch mit einem unerwartet großen Arbeitsaufwand bei Entwicklung und Fehlerbeseitigung verbunden (fast drei Monate!). Dies wiederum führte zu einer deutlich verspäteten Freigabe der Anbieterverwaltung, bei der insbesondere die integrierte Lehrgangsverwaltung noch nicht „endgetestet“ ist.

Die Einführung von Lastschriftverfahren und Vorkasse als einzigen Bezahlmethoden beim AwardShop sorgte dafür, dass es in diesem Bereich nicht mehr zu Außenständen kommen kann und keine Mahnungen geschrieben werden müssen. Viele Programmanbieter haben bei der Entscheidung für das Lastschriftverfahren auch gleich den Jahresbeitrag dazugepackt, was die Arbeit in diesem Bereich wesentlich erleichtert. Da auch Bestellungen bei Lieferanten nur noch vom Koordinationsbüro selbst getätigt werden, ist der AwardShop 2008 zu einer reinen Versandstelle geworden. Da die Bestellungen im jeweiligen Anbieterordner abgelegt werden, hat sich die Transparenz in Bezug die Aktivitäten der Programmanbieter dadurch entscheidend erhöht (vgl. Qualitätssicherung).

Auf den Ende Januar abgeschlossenen „Direktoren-Probelauf“ mit Christoph Kleiser folgte nahtlos die Einstellung von Iris Dikel als neue Teilzeitkraft im Koordinationsbüro. Auch wenn die täglich zwei Stunden für die Bewältigung der Verwaltungsaufgaben, die durch die Integration des AwardShop in die ebenfalls neu eingeführte zentrale Finanzbuchhaltung noch größer wurden, bei weitem nicht ausreicht – immerhin ist seither das Büro wieder zwei Stunden pro Tag besetzt! Auf der ehrenamtlichen Seite steht den Neuzugängen und Verstärkungen auf der Ebene der Multiplikatoren eine im Vergleich zum Vorjahr aus unterschiedlichen Gründen eher nochmals verstärkte Konzentration des Vorstandsgeschäfts beim Vorsitzenden gegenüber. Angedacht ist deshalb eine Erweiterung des Vorstandsteams.

Der Umstieg auf die zentrale Buchhaltungssoftware erwies sich als notwendige, aber trotz der Unterstützung durch den DRK-Kreisverband Mosbach als innerhalb des gesteckten Zeitraums nicht realisierbare Aufgabe. Übernahme des Kundenstamms, Klären von Bankverbindungen und Lastschrift-Erlaubnissen, Gestalten von Formularen für Lieferscheine und Rechnungen, Feinabstimmung mit der Stuttgarter Versandstelle, Erstellen des Kontenplans, Entwickeln von „passenden“ Kostenstellen und deren Integration in die Software, Inventur: dies alles ließ sich im Rahmen des zur Verfügung stehenden Stundenbudgets nur teilweise umsetzen. Die „Jahresabrechnung per Mausklick“ wird sich deshalb frühestens 2009 realisieren lassen…

 

Sicherstellen der Qualität

Das Programm kann nur mit herausragender Qualität zu DEM Programm für junge Menschen werden. Die wichtigsten Instrumente der Qualitätssicherung sind das Leitbild, das Handbuch und andere Arbeitshilfen, Grund- und Leitungslehrgang, die Goldstufe mit ihrer besonderen Nähe zum Koordinationsbüro (Registrierung, Grundlehrgang für unabhängige Teilnehmer, Wildnisgebiete, Betätigung von Abschlüssen), das Multiplikatorensystem, der Anbieterpreis („Leuchttürme“), der Jahresbericht und anderes Feedback sowie die alle drei Jahre erforderliche Relizenzierung. Durch den Fokus der Medien und der Lehrgänge auf das Motto, die große Verbreitung der „Einführung“, die gut nachgefragten Lehrgänge und einer wachsenden Zahl von Gold-Teilnehmern wurden zehn Jahre nach dem Ruf „Qualität statt Quantität“ erstmals Mindeststandards der Programmarbeit bundesweit weitgehend erfüllt.

Der Lehrgangsbereich machte nicht zuletzt dem „Entwicklungslabor Sommerschule“ mit gleich zwei alternativen Formen des neuen Grundlehrgangs („kompakt“ und „erweitert“) sowie den neuen kompakten Multiplikatorenkursen einen Sprung nach vorne. Insgesamt acht Programmlehrgänge, vier Expeditionslehrgänge sowie je ein Leitungs-, Gutachter- und Trainerlehrgang durchgeführt. Die Sommerschule sowie das 9. deutsch-finnische Führungsseminar wurden außerdem für Anbieter- und Multiplikatorentagungen genutzt, von denen 2008 insgesamt vier bzw. zwei stattfanden. Trotz dieser guten Entwicklung kommen inhaltlich immer noch die Website, die Online-Verwaltung, das Portfolio und der Jahresbericht zu kurz (der Leitungslehrgang muss ebenfalls auf 2,5 Tage erweitert werden). In Bezug auf die Teilnahme bzw. die Lehrgangsordnung fehlt vielen Mitgliedern des Leitungsteams in den Modellkreisen (die eigentlich bei den Sammellizenzen die Vorbilder sein sollen!) der Leitungslehrgang.

Iris Dikel verwendete einen großen Teil ihrer knappen Zeit für die Überprüfung des Datenbestandes der Programmanbieter und Anbieterstellen und so für mehr Klarheit bezüglichen deren Arbeit gesorgt. Dabei zeigten sich insbesondere bei den Sammellizenzen und dort vor allem bei einigen Modellkreisen so große Lücken insbesondere bei den Jahresberichten, dass grundsätzliche Probleme nicht ausgeschlossen werden können. Die Teams sind oft einfach zu klein oder nicht ausreichend vorbereitet (Leitungslehrgang!) – und es scheint, dass das Lizenzgebiet mancherorts für eine ehrenamtliche Betreuung der Anbieterstellen einfach zu groß ist. Auf jeden Fall muss der Prozess des Übergangs von lokalen oder regionalen Einzellizenzen zu einer Sammellizenz (und umgekehrt!) genauer definiert und überwacht werden und mit allen Sorgenkindern sind bis Ende 2009 diesbezügliche Gespräche zu führen.

Als Beispiel für „Best Practise“ wurde die Dokumentation des „8a-Modellprojekts“ der Realschule Osterburken mit dem Anbieterpreis 2008 belohnt und teilweise in den Jahresbericht 2008 übernommen. Ingesamt ist aber der Anbieterpreis (ebenso wie die Telefon-Hotline) noch nicht ausreichen angenommen, die Bedingungen wurden deshalb für 2009 geändert. Es stehen jetzt drei Themen zur Auswahl: „Fotos – von Teilnehmern bei Aktivitäten in einem der Programmteile Dienst, Talente oder Fitness“, „Zeugnisse – in der Teilnehmer oder sein Betreuer darstellt, was das die Teilnahme ganz persönlich gebracht hat und Portfolio – konkrete Beispiele für die Leistungsmappe von Programmanbietern und Anbieterstellen.

Die vom Kultusministerium Baden-Württemberg initiierte „indirekte“ Kooperation mit der Freudenberg-Stiftung über das Modellprojekt „Lernen durch Engagement“ (LdE) an der Realschule Osterburken (RSO, vgl. Jahresbericht 2007) hat sich 2008 zu einem wichtigen Instrument der Qualitätsentwicklung entwickelt. Bei dem zweiten Besuch von Dr. Benita Daublebsky an der RSO sowie vor allem Fortbildungen in Bad-Wildbad, Kassel, Obermarchtal und Weinheim (zwei mal!) ergaben sich nicht nur neue spannende Möglichkeiten für den Programmteil Dienst und der Verbindung von Aktivitäten in allen Programmteilen mit dem Unterricht, sondern auch für die Qualitätssicherung durch wenige, aber intensiv betreute „Leuchtturmprojekte“ insgesamt. „Finanziell“ macht dich die Mitarbeit beim LdE-Netzwerk indirekt über einen Deputatsnachlass bemerkbar, in der Öffentlichkeitsarbeit für das Programm spielte sie 2008 keine Rolle.