Vogel: „Spaß, Erleben und Lernen kommen zusammen“
von der NETZWERK-Redaktion
Textnummer: 004102
Erstellt am 2007/07/15, zuletzt geändert am 2008/09/02
„Drei Fragen an den Bundeskoordinator“ stellte die Zeitschrift „Deutsches Turnen“ an Klaus Vogel. Fragen und Antworten zu Kurt Hahn, der Attraktivität des Programms und zur Kooperation mit der Deutschen Turnerjugend wurden in der Ausgabe vom Juni 2001 des Magazins veröffentlicht.
„Drei Fragen an den Bundeskoordinator“ stellte die Zeitschrift „Deutsches Turnen“ an Klaus Vogel. Fragen und Antworten zu Kurt Hahn, der Attraktivität des Programms und zur Kooperation mit der Deutschen Turnerjugend wurden in der Ausgabe vom Juni 2001 des Magazins veröffentlicht.
1. Erfinder und Mitbegründer des Internationalen Jugendprogramms war der Reformpädagoge Kurt Hahn. Welche Ziele verfolgte er damals?
Hahn hatte in den zwanziger Jahren vier „Verfallserscheinungen“ diagnostiziert: „Mangel an menschlicher Anteilnahme“, „Mangel an Initiative und Spontaneität“, „Mangel an Sorgsamkeit“ und „Verfall der körperlichen Tauglichkeit“. In den Internaten Salem (Deutschland) und Gordonstoun (Großbritannien), dem nach und nach entwickelten Jugendprogramm und Outward Bound wollte er dementsprechend das gesamte Potential, das jeder junge Mensch in sich trägt, entwickeln. Die Methode war, sie vor echte Herausforderungen zu stellen, in denen sie sich bewähren können. Originalton Hahn: „Es ist Vergewaltigung, Kinder in Meinungen hineinzuzwingen, aber ist Verwahrlosung, ihnen nicht zu Erlebnissen zu verhelfen, in denen sie ihrer verborgenen Kräfte gewahr werden können.“
2. Warum ist die Teilnahme am Jugendprogramm für Jugendliche attraktiv?
Weil junge Leute beim Jugendprogramm genau das erleben – dass viel mehr in ihnen steckt, als ihnen bisher bewußt war. Der geborene Sportler entdeckt seine kreativen Talente und jemand, der sich bisher für körperliche Fitness überhaupt nicht interessierte, entdeckt vielleicht eine Sportart, die ihm liegt. Viele, die noch nie gerne draußen in der Natur waren, finden über die Mehrtagestour einen Zugang, und alle machen die Erfahrung, dass Helfen Spaß macht. Wichtig ist auch, dass die Teilnehmer ihre Aktivitäten selbst aussuchen können und diese eine angemessene Herausforderung darstellen, sie sich also weder langweilen noch überfordert werden. Spaß, Erleben und Lernen kommen zusammen.
3. Die Deutsche Turnerjugend (DTJ) ist seit kurzem ebenfalls Programmanbieterin. Warum ist die Zusammenarbeit mit der DTJ für den Trägerverein des Internationalen Jugendprogramms interessant?
Das Internationale Jugendprogramm ist keine Organisation, sondern eine Idee, die Jugendgruppen, Heime, Schulen und Unternehmen – kurz alle, die mit jungen Leuten zwischen 14 und 25 arbeiten – in ihrer Arbeit eigenständig einsetzen können. Das Jugendprogramm ist deshalb eine Chance für junge Leute, wenn es Einrichtungen und Organisationen für sich übernehmen. Die Deutsche Turnerjugend ist ein großer Jugendverband; durch die Einführung des Programms werden deshalb sehr viel mehr junge Leute in den Genuss des Programms kommen.
