Finnische Lehren
von Klaus Vogel
Textnummer: 659402
Erstellt am 2008/10/30, zuletzt geändert am 2008/11/27
Als bei der Jugendabzeichen-Auftaktveranstaltung mit Staatssekretär Georg Wacker der erste Vertreter des Kultusministeriums nach Osterburken kam, war das nicht der erste ministerielle Besuch in Sachen Internationales Jugendprogramm. Bereits im September 1998 war ihm Olli Saarela, Referatsleiter im Ministerium in Helsinki, beim ersten deutsch-finnischen Kooperationsseminar zuvorgekommen.
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Als bei der Jugendabzeichen-Auftaktveranstaltung mit Staatssekretär Georg Wacker der erste Vertreter des Kultusministeriums nach Osterburken kam, war das nicht der erste ministerielle Besuch in Sachen Internationales Jugendprogramm. Bereits im September 1998 war ihm Olli Saarela, Referatsleiter im Ministerium in Helsinki, beim ersten deutsch-finnischen Kooperationsseminar zuvorgekommen.
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Als im November 2006 bei der Auftaktveranstaltung zum Jugendabzeichen Baden-Württemberg mit Staatssekretär Georg Wacker MdL der erste Vertreter des Kultusministeriums nach Osterburken kam, war das nicht der erste ministerielle Besuch in Sachen Internationales Jugendprogramm in der Römerstadt. Bereits im September 1998 war ihm Olli Saarela, Referatsleiter Jugend im Ministerium in Helsinki, beim ersten deutsch-finnischen Kooperationsseminar („Finnland 1“) zuvorgekommen. Als Ergebnis des einwöchigen Besuchsprogramms, das die fünf finnischen Gäste über 2000 Kilometer von Hamburg über Elmshorn, Sinsheim, Osterburken, Coburg, Leutkirch, Burgberg und wieder Osterburken nach Frankfurt führte, wurde schon kurz darauf in Finnland das Programm eingeführt. „Avartti“ feiert 2009 seinen 10. Geburtstag!
Von der ersten Stunde an haben wir mit unseren finnischen Freunden nicht nur Erfahrungen ausgetauscht, sondern auch vieles von ihnen gelernt – „Lernen fast rund um die Uhr“ hieß deshalb die Überschrift zum vierten gemeinsamen Führungsseminar im September 2001. Bekanntestes Ergebnis ist die Online-Verwaltung von Programmanbietern und Anbieterstellen mit integriertem „Elektronischem Begleitheft“, deren erste Version ich dann bei der 4. EMAS-Regionalkonferenz im Oktober 2002 in Helsinki „live“ vorstellen konnte. Auch an der Entwicklung der Internationalen Sommerschule hatte Finnland entscheidenden Anteil: die Idee wurde beim Matti-Telemäki-Seminar im Februar 2004 in Mikkeli geboren. Wie auch die Online-Verwaltung konnte sie nur durch die Anerkennung als „Special Project“ und die damit verbundene finanzielle Unterstützung des Weltprogramms realisiert werden.
„Von Finnland lernen“ gilt aber vor allem auch für Politik und Gesellschaft. Während sich in Helsinki vor zehn Jahren das Ministerium als „erster Beweger“ auf die Suche nach dem Programm machte, ist hierzulande trotz des Jugendabzeichens Baden-Württemberg die Situation immer noch genau umgekehrt – „Beweger sucht Ministerien“. Wenn aber auch in Deutschland das Programm seine riesigen Möglichkeiten ausschöpfen und den dringend benötigten Impuls in der Jugendbildungslandschaft setzen soll, braucht es dazu viel mehr als mich, mein Team, die Alte Bahnmeisterei und den jetzigen Trägerverein. Mit Finnland an der Seite haben wir die inhaltlichen Voraussetzungen für den „Gang in die Fläche“ geschaffen; die wirkliche finnische Lektion aber ist, dass jetzt Stärkere als wir zeigen müssen, das sie mehr können als sie glauben!
