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Jugendprogramm und Jugendbegegnung: Grundsätze

Textnummer: 268903

Erstellt am 2004/05/23, zuletzt geändert am 2008/09/02

Das Thesenpapier beschreibt die Arbeitsteilung zwischen Programmanbieter, Programmherausgeber und Weltprogramm, wie sie sich aus dem Franchisesystem ergibt sowie die Mindestanforderungen an internationale Maßnahmen.

von Klaus Vogel, Das Internationale Jugendprogramm e.V.

Das Thesenpapier beschreibt die Arbeitsteilung zwischen Programmanbieter, Programmherausgeber und Weltprogramm, wie sie sich aus dem Franchisesystem ergibt sowie die Mindestanforderungen an internationale Maßnahmen.

1.

Das Jugendprogramm ist keine Organisation. Im Rahmen der Arbeitsteilung zwischen Programmherausgeber und Programmanbietern („Franchisesystem“) ist die Arbeit mit Jugendlichen deshalb grundsätzlich den Lizenznehmen zugeordnet. Das betrifft auch internationale Begegnungen.

 

2.

Die zunehmende Ausbreitung des Programms in der Region (und in der ganzen Welt) bietet jungen Leuten immer bessere Chancen, Aktivitäten für Programmteile mit interkulturellem Lernen zu verbinden und vor allem Expeditionen und Projekte in internationalem Kontext durchzuführen.

 

3.

Programmanbieter, Programmherausgeber und Weltprogramm unterstützen diese Entwicklung im Rahmen der eigenen Aufgabenstellung und gewährleisten gleichzeitig, dass entsprechende Maßnahmen „Eigentum der Jugendlichen“ bleiben. Der internationale Rahmen darf insbesondere die Eigeninitiative im Programmteil Expeditionen nicht einschränken und auf keinen Fall zu jugendtouristischen „Fertigpaketen“ führen.

 

4.

Programmanbieter und Anbieterstellen unterstützen die Teilnehmer bei der Planung und Vorbereitung entsprechender Maßnahmen insbesondere im Programmteil Expeditionen (vor allem Goldstufe), für deren Sicherheit sie ja verantwortlich sind. Neben den „Expeditionsaufgaben“ wie Anmeldung im Wildnisgebiet und Vorlage der Routenplanung (“Green Form“) gehört hierzu auch die Beantragung von Jugendfördermitteln.

 

5.

Das Koordinationsbüro

  • veröffentlicht rechtzeitig eingegangene internationale Angebote auf seiner Website,

  • beauftragt und unterstützt bei Bedarf Programmanbieter damit, Möglichkeiten für exemplarische Expeditionen in bestimmter Umgebung oder mit bestimmten Fortbewegungsarten anzubieten,

  • führt selbst internationale Seminare für Multiplikatoren (vor allem Goldabsolventen) und Fachkräfteaustausche auf Leitungsebene durch.

Aber das Koordinationsbüro

  • macht keine Teilnahmezusagen bei internationalen Angeboten;

  • unterstützt Jugendbegegnungsmaßnahmen nicht mit eigenen Mitteln,

  • übernimmt keine rechtliche Verantwortung für internationale Maßnahmen (Ausnahme: eigene Angebote für Multiplikatoren und Leitungsmitglieder).

 

6.

Das Weltprogramm sollte auf seiner Website ein interaktives Forum einrichten, in dem Angebote und Anfragen nach internationalen Unternehmungen veröffentlicht werden können.

 

7.

Internationale Maßnahmen sollten insbesondere

  • als Kern immer Aktivitäten zu einem bestimmten Programmteilen beinhalten (z.B. Restaurierungsprojekt im Bereich Dienst, Expeditionstraining im Bereich Segeln, Theaterworkshop oder Snowboardkurs);

  • vor allem herausfordernde Möglichkeiten für Expeditionen auf der Silber- und Goldstufe bieten;

  • sich auch an Programmteilnehmer ab 16 und nicht bloß an junge Erwachsene richten;

  • durch frühzeitige Ankündigung (mindestens anderthalb Jahre vor Beginn!) Teilnehmern und unterstützenden Anbietern hinreichend Gelegenheit zur Selbstgestaltung und Mittelbeschaffung bieten;

  • eine Teilnehmergebühr haben, die „machbar“, aber kein Kinderspiel ist.