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Finnland 2008: Grillhütte Osterburken

Deutsch-finnisches Führungsseminar: Lehrgänge als Schwerpunkt

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 660802

Erstellt am 2008/11/18, zuletzt geändert am 2008/12/10

Die deutsche Seite stellte beim Treffen 2008 in Osterburken die bundeszentrale Bildungsstätte, die Internationale Sommerschule als wichtigstes Einzelangebot und projektartiges „Learning by Doing“ als Standard-Lehrgangsmethode vor.

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Die deutsche Seite stellte beim Treffen 2008 in Osterburken die bundeszentrale Bildungsstätte, die Internationale Sommerschule als wichtigstes Einzelangebot und projektartiges „Learning by Doing“ als Standard-Lehrgangsmethode vor.

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Selbst Probleme mit der Bahn bei der Anreise am Freitagabend konnten Stimmung und Effektivität des 9. deutsch-finnischen Führungsseminars nicht mindern. Die viereinhalb Stunden zwischen dem Empfang der siebenköpfigen finnischen Gruppe von „Avartti“ im Terminal 2 des Frankfurter Flughafens und der Ankunft in Osterburken wurde zum ersten Kennenlernen, zur Information über den aktuellen Entwicklungsstand des deutschen Programms und zum Eingrenzen des Schwerpunktthemas „Lehrgänge und Seminare“ genutzt. Als Belohnung winkte dann bei der Ankunft in der Römerstadt im „Schwanen“ ein herzhaftes, mitternächtliches Begrüßungsessen mit weiteren Vertretern des deutschen Programms. Aus Helsinki angereist war das komplette finnische Trainerteam, um im Rahmen des Seminars auch den 10. Geburtstag der deutsch-finnischen Kooperation sowie das 15. Jubiläum des Programms in Osterburken zu feiern (vgl. NETZWERK-Artikel), an der Spitze Nationalkoordinator Jukka Ruotsalainen aus Jyväskylä. Die deutschen Teilnehmer kamen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein.

Der Samstagvormittag in der Alten Bahnmeisterei war ganz den Systemen für die Aus- und Weiterbildung von Programmverantwortlichen in den beiden Ländern gewidmet. Die deutsche Seite stellte dazu die bundeszentrale Bildungsstätte, die Internationale Sommerschule als wichtigstes Einzelangebot und projektartiges „Learning by Doing“ als Standard-Lehrgangsmethode vor. Um diese Art der Lehrgangsgestaltung zu vermitteln, war auch das Seminar selbst entsprechend konzipiert. Im Anschluss stellten die Gäste ihr in „Allgemeine Lehrgänge“ und „Ausbildung zum Programmteil Expeditionen“ gegliedertes Lehrgangssystem vor. Über die praktische Ausrichtung der deutschen Angebote will man sich nun bei deutschen Lehrgängen, insbesondere der Sommerschule, aus erster Hand informieren. Die Diskussion führte dann schnell auch zu praktischen Fragen der Arbeit mit dem Programm. Diese wurden in vier Arbeitsgruppen, in die sich die 18 Seminarteilnehmer aufteilten, am Nachmittag bei einer Wanderung nach Bofsheim und beim anschließenden Kaffee im „Ross“ erörtert.

Startpunkt war die oft als „Basislager“ zur Expeditionsausbildung genutzte Grillhütte. Die einzige rein deutsche Gruppe beschäftigte sich mit dem Planspiel als Methode der Leiterausbildung – einem Angebot, das es beim Internationalen Jugendprogramm (bisher) nur in Deutschland gibt. Das größte Team hatte sich das Thema Kooperation ausgesucht, eine der sechs Grundaufgaben beim lokalen, regionalen und nationalen Aufbau des Programms. Über die Lehrgangsmethodik war man beim Thema Schule angelangt – dem Ort, wo es in Deutschland im Unterschied zu Finnland die meisten Programmteilnehmer gibt. Viertes Thema war die deutsch-finnische Zusammenarbeit selbst und die nächsten Maßnahmen in diesem Bereich. Nach der Rückkehr vom „Walking Talk“ berichteten alle Gruppen im Plenum vom Verlauf und den Ergebnissen ihrer Arbeit. Anschließend informierte die Klaus Vogel über das Thema „Service Learníng“ und stellte Arbeiten von Schülern der Realschule Osterburken vor.

Wie es sich für ein Projekt gehört, stand in der letzten Phase des Seminars am Sonntagvormittag dessen Dokumentation im Mittelpunkt des Geschehens. Dabei wurden nicht nur die Ergebnisse der Arbeitsgruppen schriftlich fixiert und „digitalisiert“ (vgl. Einzelartikel), sondern auch die Fotos der verschiedenen Digitalkameras zusammengetragen. Die finnischen Gäste stellten das Video des Führungsseminars 2001 vor; danach stattete man noch der Realschule Osterburken, dem Römerkastell, der Limes-Nachbildung und dem Römerbad kurze Besuche ab. Beim Abschlussessen wurde Bilanz des bisher kürzesten, aber in Bezug auf die Teilnehmerzahl größten Führungsseminars gezogen und parallel hierzu für die Teilnehmer die Seminar-CD mit allen Arbeitsergebnissen und Fotos erstellt. Man war sich einig, das 10. deutsch-finnische Führungsseminar mit ähnlich straffem Zeitplan im Herbst 2009 in Finnland durchzuführen. Versucht werden soll auch, auf der Ebene der „Ostseeanrainer“ (Deutschland, Finnland, baltische Staaten, Polen und Russland) einen regelmäßigen Workshop für Führungskräfte zu installieren.