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Finnland 2008: Gruppenfoto nach der Feierstunde

Feierstunde 2008: „Das Programm ist ein Werbeträger der Stadt Osterburken“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 660901

Erstellt am 2008/11/20, zuletzt geändert am 2009/08/12

Höhepunkt des 9. deutsch-finnischen Führungsseminars war am Samstagabend in der Alten Bahnmeisterei die Feier zum zehnten Jahrestag der Kooperation der beiden Länder zum Internationalen Jugendprogramm sowie zum 15. Geburtstag des Programms in Osterburken.

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Höhepunkt des 9. deutsch-finnischen Führungsseminars war am Samstagabend in der Alten Bahnmeisterei die Feier zum zehnten Jahrestag der Kooperation der beiden Länder zum Internationalen Jugendprogramm sowie zum 15. Geburtstag des Programms in Osterburken.

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Der „Große Hörsaal“ in der Alten Bahnmeisterei war bis auf den letzten Platz besetzt, als es am Samstagabend im Rahmen des 9. deutsch-finnischen Führungsseminars den zehnten Geburtstag der Jugendprogramm-Kooperation der beiden Länder sowie das 15. Jubiläum des Programms in Osterburken zu feiern galt. Außer den Seminarteilnehmern konnte Bundeskoordinator Klaus Vogel die Bürgermeister Jürgen Galm (Osterburken) und Roland Burger (Buchen), Direktor Helmut Augustin von der Sparkasse Neckartal-Odenwald (Mosbach), Ehrenmitglied Thomas Zemmel, Mitwirkende der ersten Pilotgruppe vom November 1993 sowie viele Helferinnen und Helfer aus Stadt und Region begrüßen. Er überbrachte die Grüße von Realschulrektorin a.D. und Ehrenmitglied Heide Lochmann, unter deren Schulleitung das Programm im November 1993 an der Realschule Osterburken eingeführt worden war. Ein besonderer Gruß galt Dirk Ziegenhagen von der Realschule Rellingen im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein).

Vogel bedankte sich bei den Bürgermeistern Burger und Galm sowie der Stadt Osterburken insbesondere für die Überlassung der Alten Bahnmeisterei, die sich in nur fünf Jahren zu einem international bekannten Ausbildungszentrum zum Internationalen Jugendprogramm entwickelt habe und bei Direktor Augustin für die Bereitschaft, als erste Sparkasse im Land das Internationale Jugendprogramm finanziell zu unterstützen. „Ihrer mutigen Entscheidung haben wir es zu verdanken, dass inzwischen das Programm auch im Ostalbkreis sowie im Landkreis Heidenheim von den zuständigen Sparkassen unterstützt wird“, so Vogel. Auch die Mitgliedschaft von Augustin und Jürgen Galm in dem von Roland Burger geleiteten Bundesbeirat sei eine äußerst wertvolle Hilfe. Der Empfang der Delegation des finnischen Kultusministeriums im Rathaus der Stadt Osterburken im September 1998 sei in Deutschland und Finnland bis heute unvergessen.

Karsten Vogel interviewte Teilnehmer der Pilotgruppe aus der damaligen „9a“ der Realschule Osterburken, deren Betreuer und andere Beteiligte. „Als mein Vater das Programm einführte und meine Schwester als erste Goldteilnehmerin damit startete, war ich gerade acht Jahre alt; erinnern kann ich mich ausschließlich an Aktivitäten im Programmteil Expeditionen“, erklärte er. Auch Julia Götz, inzwischen selbst Realschullehrerin, berichtete von unvergesslichen Erlebnissen im Programmteil Expeditionen – den Probetouren im Bauland, der ersten dreitägigen „Silbertour“ im Odenwald und später der viertätigen „Gold-Expedition“ in den schottischen Highlands. „Bald haben auch andere aus unserer Klasse und Stufe das tolle neue Angebot wahrgenommen und sind eingestiegen.“ Frank Heck, Rainer Schmid, Klaus Vogel und Thomas Zemmel ergänzten aus ihrer Perspektive als „erste Betreuer“ und Christine Vogel, als Ehefrau, Mutter und Helferin dreifach betroffen, betonte, wie stolz die Jugendlichen immer auf ihre Leistungen gewesen waren.

Jukka Ruotsalainen, Nationalkoordinator des finnischen Programms, erinnerte an den ersten Besuch vor zehn Jahren und überbrachte die Grüße von Olli Saarela, der als Referatsleiter „Jugend“ im Kultusministerium die damalige Gruppe geleitet hatte und seit der Einführung des Programms in seinem Land kurz danach in gleicher Position dafür verantwortlich ist. „Die 2000 Kilometer, die wir damals von Elmshorn nach Osterburken, Coburg, Leutkirch, Burgberg und wieder Osterburken zurücklegten, haben uns gezeigt, dass das Programm auch in Finnland sehr gut passen würde“, sagte Ruotsalainen. Dank der Unterstützung durch das Kultusministerium und Nokia sei das finnische Programm inzwischen mit zwei hauptamtlichen Stellen ausgestattet, die jährliche Gold-Verleihung werde inzwischen von der Präsidentin wahrgenommen. „Das deutsche Programm dient uns nun schon seit zehn Jahren als Navigator. Wir sind sicher, dass auch hier der Tag nicht mehr fern ist, an dem es die ihm gebührende Anerkennung und Unterstützung erhalten wird.“

„Wenn man die beiden Jubliäumszeiten zusammenzählt, feiern wir heute einen 25. Geburtstag“, sagte Bürgermeister Jürgen Galm anschließend in seinem Grußwort. Er gratulierte hierzu herzlich und bedankte sich für das Engagement der Verantwortlichen in Stadt, Landkreis, Baden-Württemberg und dem ganzen Bundesgebiet. „Einen besseren Werbeträger könnte sich die Stadt Osterburken gar nicht vorstellen“, so Galm. Auch Sparkassendirektor Helmut Augustin bedankte sich für die Einladung zur Feierstunde, die ihn zum ersten Mal in die Alte Bahnmeisterei geführt hatte. Er betonte, wie wichtig in der heutigen Zeit eine auf der Pädagogik Kurt Hahns basierende Persönlichkeitsbildung für junge Menschen sei und gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Programm mit zunehmender Unterstützung in der Öffentlichkeit bald auch mehr Einrichtungen für seinen Einsatz gewinnen werde. Als Mitglied des Beirats werde er gerne seinen Beitrag hierzu leisten.

Durch ein Video illustriert, berichtete Benedikt Kurz, Schatzmeister des Trägervereins, vom zweiwöchigen „International Gold Event“ (IGE) im Oktober in Maurizius. Die Aktivitäten der fast 100 Delegierten aus über 30 Ländern orientierten sich an den Bereichen Dienst, Talente, Expeditionen und Fitness des Internationalen Jugendprogramms. Als „Dienst“ wurden unter anderem in einem Armenviertel Blechhütten für Familien gebaut, die dort wohnen müssen, bei „Talente“ standen Themen wie Journalismus, Bloggen, Video-Erstellung und Fotografieren zur Auswahl, in der Natur konnte man sich mit Abseilen in einem Wasserfall, Bergwandern, Schnorcheln und ein Ausflug mit dem Boot beschäftigen. Außerdem war jeweils ein Tag dem zukünftigen „Globalen Goldabsolventen-Netzwerk“ sowie im offiziellen „Youth Forum“ allgemeinen Fragen im Zusammenhang mit dem Programm gewidmet. Auch alte Bekannte habe er getroffen; so sei finnische Delegierte bereits 2005 zur Vorbereitung der Sommerschule zu Besuch in Osterburken und der Alten Bahnmeisterei gewesen.

In seinem Schlusswort ließ Bürgermeister Roland Burger die letzten 15 Jahre des Internationalen Jugendprogramms Revue passieren. Er erinnerte an die Anfänge an der Realschule Osterburken, die bis heute eine Art Entwicklungswerkstatt für das deutsche Programm geblieben sei. Schon früh habe man die Chance genutzt, die das Programm zur internationalen Begegnung eröffne; so hätten Programmteilnehmer aus der Römerstadt Deutschland im Mai 1995 offiziell bei Feier zum 50. Jahrestag des Kriegsendes im Hyde Park vertreten. Durch den tragischen Tod des israelischen Leiters Avi First beim ersten Osterburken-Besuch einer Gruppe im Juli 1999 habe die deutsch-israelische Kooperation eine besondere Bedeutung erhalten. Der spätere Gegenbesuch im Heiligen Land und der Abstecher zu Avis Familie seien für ihn unvergesslich. Auch die ersten Bundestreffen im Jahr 2000 im GTO und 2001 in Elmshorn habe er in lebhafter Erinnerung. Burger gratulierte dem ganzen Vorstand des Trägervereins zum Erfolg seiner Arbeit und wünschte dem „kleinen, aber feinen Programm“ alles Gute für die Zukunft.

Nach einer Stärkung am Buffet wurde der anschließende „inoffizielle“ Teil von allen Teilnehmern intensiv für den Austausch zu Ereignissen und Erlebnissen in den vergangenen 15 bzw. zehn Jahren genutzt. Als große „Erinnerungshilfe“ erwiesen sich dabei die zahlreichen großformatigen Fotos zu den Aktivitäten der ersten Generation von Programmteilnehmern in den vier Programmteilen, die 1995 für die erste Verleihfeier mit Prinz Edward auf Schloss Zeil erstellt worden waren. Auch an Plänen für die Zukunft des bundes- und weltweit immer größer werdenden Programms wurde heftig geschmiedet.