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Finnland 6: „Überraschende Kongruenz von Problemen und Lösungen“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 262001

Erstellt am 2008/10/11, zuletzt geändert am 2008/10/10, begonnen am 2003/11/18

Zum fünften Jahrestag der deutsch-finnischen Kooperation trafen sich die Verantwortlichen beider Länder im November 2003 wieder in Osterburken, wo man 1998 bereits zwei Mal Station gemacht hatte und in diesem Jahr der 10. Geburtstag des Programms gefeiert wurde.

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Zum fünften Jahrestag der deutsch-finnischen Kooperation trafen sich die Verantwortlichen beider Länder im November 2003 wieder in Osterburken, wo man 1998 bereits zwei Mal Station gemacht hatte und in diesem Jahr der 10. Geburtstag des Programms gefeiert wurde.

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Auch die deutsch-finnische Jugendprogramm-Kooperation feierte beim Jubiläum in Osterburken Geburtstag. Fünf Jahre ist es her, seit im September 1998 mit der Hilfe von Outward Bound Deutschland das Pilotprojekt „Finnland 1“ durchgeführt wurde – eine Maßnahme, die kurz darauf zur Übernahme des Internationalen Jugendprogramms durch des finnische Kultusministerium führte. „Alle unsere Erwartungen und Träume, die wir uns von dieser Zusammenarbeit versprachen, sind in Erfüllung gegangen“, erklärte Bundeskoordinator Klaus Vogel.

Finnland sei es nicht nur zu verdanken, dass das Programm inzwischen Estland und Russland erreicht habe, sondern dass die Idee eines „Elektronischen Begleithefts“ weltweit mehr und mehr Anhänger finde. „Ich freue mich darüber, dass das Weltprogramm unserem Vorschlag gefolgt ist und mein Partner und Freund Olli Saarela beim Weltkongress in den Internationalen Rat gewählt wurde“, so Vogel weiter. Ein unersetzlicher Verlust sei der plötzliche Tod von Matti Telemäki im März 2001 gewesen. Aufgabe der deutsch-finnischen Kooperation sei es, dafür zu sorgen, dass seine Ideen lebendig blieben.

 

„Kleine Dienstfahrt“: München – Augsburg – Osterburken – Frankfurt

Wie schon beim ersten Besuch einer finnischen Gruppe vor fünf Jahren ging es auch in diesem Jahr darum, deutsche Praxis mit allen ihren Stärken und Schwächen „live“ vorzuführen. Mit dem Besuch im Kinderzentrum Augsburg und dem Aufenthalt in Osterburken wurden erneut Programmanbieter besucht und deren Arbeit beleuchtet. Im Mittelpunkt des Interesses und der Beratungen stand in diesem Jahr aber erstmals die andere Seite des Franchise-Systems – der Programmherausgeber. Die Mitarbeit in der „Internationalen Brigade“ zur Fertigstellung der Bahnmeisterei, die Teilnahme an den Gremiensitzungen des Trägervereins und nicht zuletzt der Linux-Kongress vermittelten den Gästen ein lebendiges Bild von den derzeitigen Arbeitsschwerpunkten der deutschen „National Award Authority“.

Ebenfalls schon seit 1998 hatte der „Walking Talk“ als sehr anregende Seminarform in der deutsch-finnischen Kooperation Tradition, besonders bei den Begegnungen in Deutschland. Nachdem den Wanderungen im Allgäu, im Schwarzwald und in den Vogesen stand dieses Mal nur eine „leichte Bauland-Tour“ von der Unterkunft in Bofsheim in den Hohenstadter Grund auf dem Programm. So blieb nicht nur mehr „Luft“ für angeregten Austausch, sondern gleichzeitig konnten die Gäste so eine typische „Bronze-Route“ sowie einen entsprechenden Biwakplatz beim Bauernhof kennen lernen. Da es sehr vieles zu bereden gab, wurde auch die Fahrt zum Flughafen am Sonntagmorgen für weitere Gespräche genutzt.

 

Seminar: „Überraschende Kongruenzen von Problemen und Lösungen“

„Das Ausmaß der Übereinstimmung in Bezug auf Probleme und Lösungen ist selbst für mich überraschend“, sagte Katharina Vogel, die beim Trägerverein das Ressort „Programmarbeit“ leitet und bei allen bisherigen Austauschen mitwirkte. Die scharfe organisatorische Trennung von Programmherausgeber auf der einen und Programmanbietern auf der anderen Seite, der Verzicht auf Regionalkoordinatoren und andere regionale Strukturen des Programmherausgebers, die zentrale Rolle das nationalen Referentenzirkels für den Programmlehrgang und die Sicherung der Qualitätsstandards, der umfassende Einsatz des Intranet für die Verwaltungsarbeit innerhalb des Programmherausgebers und die Zusammenarbeit mit den Programmanbietern – überall bestehe Deckungsgleichheit.

Bei so unterschiedlichen Rahmenbedingungen für das Programm in beiden Ländern sei die Ursache für diese Kongruenz allein in den Persönlichkeiten zu suchen und zu finden, die auf beiden Seiten für das „Herausgebergeschäft“ verantwortlich zeichneten. In beiden Ländern komme es diesem Personenkreis offensichtlich weniger auf Erfolgsmeldungen, als auf auf Nachhaltigkeit an. Katharina Vogel weiter: „Die Feststellung von Olli Saarela bei unserem Besuch 2001 in Finnland, dass wir unsere Arbeit nicht an den vorhandenen 50, sondern an den noch zu gewinnenden 5.000 Programmanbietern ausrichten müssen, wird in beiden Ländern offensichtlich gleichermaßen berücksichtigt“.

 

Mitwirkende aus Nah und Fern

Da auch Sundar aus Kathmandu, Marta aus Warschau und Christiane aus London nach Osterburken gekommen waren (Christoph aus Nancy kann hier nicht mitgezählt werden...), ergaben sich zusätzliche spannende Gesprächsmöglichkeiten. Bereits der ebenfalls schon traditionelle internationale Abend bei „Vogels“ setzte hier erste Zeichen, so viele Sprachen waren bisher weder in der Limesstraße noch im „Ross“ je gleichzeitig zu hören gewesen.

Mit Dirk und Roland aus Pinneberg hatten auch zwei Vertreter der deutschen Programmanbieter den Weg in die Römerstadt gefunden, die inzwischen selbst in der deutsch-finnischen Jugendbegegnung rund um das Internationale Jugendprogramm aktiv sind und in diesem Jahr mit den ersten erfolgreichen Projekten auf Anbieterebene Zeichen gesetzt hatten. Und natürlich waren auch der gesamte Helferstab von „Tangersdorf 2003“ sowie die beiden deutschen Vertreter von „BASE 2003“ mit dabei. Frank aus Augsburg, für den ersten Teil der Begegnung in der Fuggerstadt verantwortlich, musste aus beruflichen Gründen gleich zweimal nach Osterburken fahren...

 

In Zukunft: Konzentration auf Führungsaustausch und junge Leiter

Vereinbart wurde, nach dem guten Start in diesem Jahr den Jugendaustausch rund um den Programmteil Expeditionen sowie die Anbietertreffen in Zukunft ganz den Programmanbietern zu überlassen. Die beiden Nationalbüros werden sich in Zukunft ausschließlich um die jährlichen Führungsseminare sowie die multinationale Aus- und Weiterbildung junger Leiter kümmern, die in diesem Sommer mit „BASE 2003“ in Finnland erfolgreich gestartet worden war. Der nächste Führungsaustausch ist im Februar 2004 am Rande einer internationalen pädagogischen Tagung in Erinnerung an Matti Telemäki in Finnland vorgesehen, „BASE 2004“ wird möglicherweise in Deutschland stattfinden.

Zusammen wollen sich die beiden Länder für das Konzept eines „Award Server“ nach deutsch-finnischem Vorbild sowie eines internationalen Aufbaulehrgangs in Planspielform bei der EMAS-Region einsetzen und dafür bei der nächsten EMAS-Konferenz Werbung machen. Gemeinsam will man auch den beim Jubiläum in Osterburken gestarteten Versuch, das Programm in Polen einzuführen, unterstützen. „Wie schon 1998 gilt auch heute: je besser es dem Programm in Europa insgesamt geht, desto besser geht es auch uns“, sagte Klaus Vogel bei der Schlussbesprechung. Er bedankte sich außerdem bei Frank Helbig (Augsburg), Katharina Vogel (Gernsbach) und allen anderen Helfern von „Finnland 6“ für deren Unterstützung.