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Sommerschule 2006: Einführung

von Klaus Vogel

Textnummer: 593903

Erstellt am 2006/08/19, zuletzt geändert am 2008/09/02

Nach zweieinhalbjähriger Planung und Vorbereitung kann in der „Alten Bahnmeisterei“ in Osterburken die erste Sommerschule zum Internationalen Jugendprogramm mit Teilnehmern aus Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik beginnen.

Nach zweieinhalbjähriger Planung und Vorbereitung kann in der „Alten Bahnmeisterei“ in Osterburken die erste Sommerschule zum Internationalen Jugendprogramm mit Teilnehmern aus Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik beginnen.

Liebe Freunde,

herzlich willkommen zu einem weiteren „50 Years Event“ hier in der Alten Bahnmeisterei in Osterburken. Nachdem wir zuletzt eine Gruppe des südafrikanischen „President’s Award“ hier zu Besuch hatten, ist es nun die erste internationale Sommerschule, bei der Osterburken die Gastgeberrolle übernommen hat. Das nächste Ereignis, das wir hier unter den Mantel des Jugendprogrammgeburtstages stellen werden, ist der „Tag der offenen Tür“ am 3. Oktober. Großes „Finale“ wird die Auftaktveranstaltung zum Jugendabzeichen Baden-Württemberg am 13. November hier an der Grund- und Hauptschule sein.

Die internationale Sommerschule findet zwar zum ersten Mal statt, kann aber auch auf eine längere Vorgeschichte zurück blicken. Sie wurde als „Sommerakademie“ vor zweieinhalb Jahren in Mikkeli in Finnland geboren, wo nach den ursprünglichen Planungen eigentlich bereits im letzten Jahr die „Premiere“ hätte stattfinden sollen. Stattdessen sind wir nun hier in der Alten Bahnmeisterei, wo im letzten Herbst auch das deutsch-finnische Vorbereitungsseminar stattfand, und unsere finnischen Freunde mussten ihre Teilnahme leider kurzfristig sogar komplett absagen.

Jedes Ding hat zwei Seiten. Da die polnischen und tschechischen Freunde, die ich mit allen anderen Teilnehmern hiermit ganz herzlich begrüßen möchte, alle sehr gut deutsch sprechen, kann der Lehrgang vollständig in unserer Muttersprache stattfinden und wir können auf englische Lehrgangsunterlagen verzichten. Das hilft uns sehr und wir sind überzeugt, dass die Sommerschule dadurch ganz erheblich an Tiefe gewinnen wird. Manche deutschen Fachausdrücke werden aber sicher Probleme bereiten (nicht nur den Teilnehmern aus dem Ausland...), aber dafür haben wir nicht nur spezielle Arbeitshilfen, sondern vor allem Katharina.

Damit bin ich beim Lehrteam angekommen. Katharina hat beim Vorbereitungsseminar (zusammen mit Pasi auf der finnischen Seite) die Lehrgangsleitung übernommen, und sie wird hierbei von Rainer unterstützt. Ich bin froh und dankbar darüber, dass sie diese Aufgabe übernommen und nach der finnischen Absage auch noch den „Programmlehrgang für Fortgeschrittene“, mit dem wir nachher beginnen werden, übernommen haben. Ich bin mir sicher, dass diese Herausforderung beide ein Stückchen weiterbringen wird und die Erfahrungen ihnen bei ihrer Tätigkeit als Teamer helfen werden. Je mehr man gibt, desto mehr bekommt man zurück...

Mit dem tschechischen Programm verbindet uns eine lange Geschichte, die 1997 mit gemeinsamen Gold-Expeditionen in den schottischen Highlands begann. Unvergessen sind unsere Treffen in Prag und die Wanderungen in Beskidien, aber auch der plötzliche Tod von Avi im Hohenstadter Grund beim deutsch-isrealisch-tschechischen Jugendaustausch. Zuletzt haben wir im vergangenen Jahr in Brünn einen gemeinsamen Programmlehrgang durchgeführt – ich hoffe, nicht der letzte. Die „polnische Geschichte“ ist zwar deutlich kürzer, aber umso intensiver. Die bei einer Erlebnispädagogik-Tagung in Magdeburg begonnene Zusammenarbeit mit Marta, die nun schon zum dritten Mal hier ist, hat letztlich zur Einführung des Programms in Polen geführt, und darauf sind wir besonders stolz. Die gemeinsamen Programmlehrgäng im letzten Jahr in Warschau und jetzt hier werden sicher nicht die letzten gewesen sein. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn das als „Dreiländertreffen“ konzipierte Bundestreffen im nächsten Jahr uns und unsere Arbeit noch ein Stück näher zusammen bringen würde.

Die Alte Bahnmeisterei, in der die Sommerschule bis auf den Internet-Part stattfinden wird, ist einer der Säulen, die das deutsche Programm tragen (die weiteren werdet ihr hoffentlich im Verlauf des Lehrgangs kennenlernen). Alle deutschen Teilnehmer in dieser Runde haben dazu ihren Beitrag geleistet, insbesondere Rainer, der Projektleiter auf Seiten des Trägervereins; nochmals herzlichen Dank für eueren dreijährigen Marathon. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn ihr euch in den nächsten Tagen hier wie schon viele Lehrgangsteilnehmer vor euch daheim fühlen würdet und unsere Ressourcen wie die Bibliothek oder das Büro kräftig nutzen würdet.

Die Verschiebung der Sommerschule auf den jetzigen Zeitpunkt hat dazu geführt, dass diese zu einem Zeitpunkt stattfindet, der spannender nicht sein könnte. Nach zwölf Jahren hat sich das Internationale Jugendprogramm als „Jugendabzeichen Baden-Württemberg“ erstmals auf den Weg in die Fläche gemacht und das, was sich in den letzten acht Wochen in diesem Zusammenhang ereignet hat, ist so unglaublich, dass ich mir selbst manchmal die Augen reibe. Die deutschen Teilnehmer wissen hiervon noch genauso wenig wie die ausländischen und die Sommerschule ist deshalb auch eine gute Gelegenheit, über Ergebnisse und Perspektiven zu informieren und zu diskutieren. Der Neckar-Odenwald-Kreis, der erste Modellkreis, bietet u.a. auch das neue Szenario für das Planspiel im Leitungslehrgang.

Damit sind wir beim Programm der nächsten Tage angekommen. Katharina wird anschließend ausführlich darauf eingehen, deshalb an dieser Stelle nur das Wichtigste in aller Kürze. Es wird nacheinander einen Programmlehrgang (Nr. 39), einen Expeditionslehrgang und einen Leitungslehrgang in Planspielform geben – mit kleinen „Freizeitblöcken“ dazwischen, die wir auch gemeinsam füllen können. Am Programmlehrgang werden nur wenige Deutsche teilnehmen, da dieser bei allen sehr gut bekannt ist, beim Expeditionslehrgang werden wir eine „echte“ Expeditionsgruppe als Lerngegenstand haben, das Planspiel ist eine Premiere. Wir werden euch dabei unsere Arbeit so präsentieren, wie sie ist, mit allen Stärken und Schwächen. Was sich davon wie in andere Länder übertragen lässt, weiß ich nicht – das müssen wir euch als Hausaufgabe überlassen. Ich hoffe aber, dass die Sommerschule für jeden von uns (und nicht nur für das Lehrteam!) eine wertvolle Erfahrung sein wird.

Frohes Gelingen!