Sektionen
Sie sind hier: Startseite Netzwerk Artikel Szene Angebote Qualipass

Start des Qualipasses in Baden-Württemberg

Pressemitteilung des Ministeriums für Kultus und Sport Baden-Württemberg

Textnummer: 023902

Erstellt am 2005/04/29, zuletzt geändert am 2008/09/02

Der Qualipass dokumentiert Praxiserfahrungen und Kompetenzgewinne von Jugendlichen in den unterschiedlichsten Einsatzfeldern. Nach einer einjährigen Pilotphase in den Modellregionen Karlsruhe, Mannheim und Weinheim wird er jetzt an sieben weiteren Standorten eingeführt.

Der Qualipass dokumentiert Praxiserfahrungen und Kompetenzgewinne von Jugendlichen in den unterschiedlichsten Einsatzfeldern. Nach einer einjährigen Pilotphase in den Modellregionen Karlsruhe, Mannheim und Weinheim wird er jetzt an sieben weiteren Standorten eingeführt.

Der Qualipass dokumentiert Praxiserfahrungen und Kompetenzgewinne, die Jugendliche durch Praktika, Vereinsmitarbeit, Schülerinitiativen, Auslandsaufenthalte, Nachbarschaftshilfe oder vergleichbare Tätigkeiten erworben haben. Als zusätzliche Orientierungshilfe für Jugendliche selbst, für Betriebe und andere Institutionen gibt der Pass einen vertieften Einblick in das Erfahrungsspektrum und Kompetenzprofil und zeigt Weiterentwicklungen an unterschiedlichen Lernorten auf.

Dem landesweiten Start des Qualipasses vorausgegangen ist eine einjährige Pilotphase in den drei Modellregionen Karlsruhe, Mannheim und Weinheim. Ziel dieser Pilotphase war, herauszufinden, ob und wie sich der Qualipass als Mittel zur Anerkennung des vielfältigen Engagements von Jugendlichen sowie zur Erweiterung der Vermittlungschancen in eine passende Ausbildung, Arbeit, Existenzgründung oder Weiterbildung für Jugendliche eignet. Die Ergebnisse der Pilotphase sind denkbar positiv. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, die Freudenberg Stiftung und das Landesarbeitsamt Baden-Württemberg bereiten deshalb für das laufende Schuljahr die landesweite Einführung des Qualipasses vor. Ab sofort wird der – leicht veränderte – Pass zunächst an sieben weiteren Standorten in Baden-Württemberg eingeführt, wobei die Regionalen Jugendagenturen in Zusammenarbeit mit den Netzwerken von Berufsberatung und Schule die Ausgabe und Begleitung sicherstellen werden.

Zur Verbreitung und Verankerung des Qualipasses werden einerseits durch die Freudenberg Stiftung in ihrer Funktion als Koordinationsstelle im Laufe des Schuljahres 2001/2002 Trainingsangebote entwickelt, die Coaches für die nutzbringende Anwendung des Qualipasses bei ihren Zielgruppen qualifizieren. Bei der Entwicklung geeigneter Fortbildungsmodule werden neben der Auswertung regionaler Erfahrungen auch Trainingskonzepte aus anderen europäischen Ländern – vor allem Dänemark und Niederlande – einbezogen. Zugleich wird eine bei der Jugendstiftung Baden-Württemberg angesiedelte Servicestelle Informationen und Vordrucke unter www.quali-pass.de bereit halten. Damit soll langfristig der landesweite Zugang für alle Interessierten in Schulen, Verbänden, Vereinen, Betrieben, Projekten und anderen Institutionen sicher gestellt werden, die in ihren Regionen den Qualipass einführen möchten.

 

Ergebnisse der Pilotphase

Diese Maßnahmen bauen auf der Auswertung der im Mai 2001 abgeschlossenen Pilotphase auf, die im wesentlichen folgende Ergebnisse lieferte:

(a) Der Qualipass trifft nach umfassender Information über die Einsatzmöglichkeiten auf breite Zustimmung bei Jugendlichen, Betrieben und bei Wegbegleiter/innen der Jugendlichen in Schule, Jugendhilfe und Vereinen. Die positive Resonanz macht deutlich, dass der Qualipass mehrfache Funktionslücken füllen kann: als eine Hilfe für das berufsbezogene Coaching durch fortlaufende Dokumentation und Auswertung der Praxiserfahrungen, als Begleitinstrument zum Aufbau systematisch abgestimmter Lernstationen für Jugendliche, als Motivationsquelle für Jugendliche, sich frühzeitig mit Berufswegen auseinander zu setzen und Praxiserfahrungen zu sammeln sowie als Instrument einer Kultur der Anerkennung und Rückmeldung vorhandener Stärken von Jugendlichen. Betriebe und Institutionen profitieren vom Qualipass, indem sie einerseits Praxiserfahrungen von Jugendlichen selbst besser dokumentieren können und zugleich bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden Einblicke in das breite Erfahrungsspektrum von Bewerber/innen erhalten.

(b) Der Qualipass bedarf einer intensiven Begleitung durch Coaches und kann erst dadurch als Instrument der Qualifizierung des Begleitprozesses von Jugendlichen seine Wirkung entfalten. Zentrale Erkenntnis der Pilotphase ist, dass die Dokumentation alternativer Qualifizierungswege von Jugendlichen erst durch qualifiziertes Intensivcoaching zum innovativen Plus wird. Der entscheidende Nutzen für Jugendliche entsteht durch das frühzeitige und langfristige Sammeln von Nachweisen in Verbindung mit einer permanenten Reflexion, einem Bilanzziehen, einer Bewertung und Verarbeitung der verschiedenen Praxiserfahrungen. Erst dadurch wird der Qualipass zum Instrument der Persönlichkeitsentwicklung und ermöglicht einen ganzheitlichen Zugang zum persönlichen Kompetenzprofil junger Menschen.

(c) Der Qualipass benötigt die Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Arbeitsverwaltung und außerschulischen Praxisorten: je intensiver die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten ist, desto besser gelingt es, den Qualipass einzuführen und einzusetzen. Ein intensiver Dialog zwischen den Partnern ist nötig, um zu einer Neubewertung der Stärken und Leistungen, aber auch der betrieblichen Anforderungen zu gelangen.

(d) Der Qualipass erfordert und stärkt die Verantwortungsgemeinschaft zwischen Coaches und Jugendlichen, die auf die Persönlichkeitsentwicklung und Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen ausgerichtet ist. Erwachsene Wegbegleiterinen in Familie, Schule, Vereinen, Betrieben, Arbeitsverwaltung und Jugendhilfe haben die Verantwortung, Jugendlichen systematisch Gelegenheiten zu schaffen, bedeutsame Praxiserfahrungen zu machen und sind verantwortlich für die Wertschätzung, Vorbereitung, Begleitung und Auswertung dieser Erfahrungen. Denn Erlebtes wird für Jugendliche erst dann zur verwertbaren Erfahrung, wenn deren Bedeutung für die eigene Weiterentwicklung kommuniziert und verstanden worden ist. Jugendliche haben die Verantwortung, diese Gelegenheitsstrukturen für vielfältige Praxiserfahrungen und Persönlichkeitsentfaltung zu ergreifen und zu nutzen.

(e) Der Qualipass bedarf einer landes- und möglichst bundesweit abgestimmten Ausgestaltung und eines hohen Bekanntheitsgrads. Seine volle Wirkung kann dieses Instrument erst entfalten, wenn es eine allgemeingültige Verbindlichkeit erreicht und über regionale Grenzen hinweg von Praxisstellen und Betrieben gekannt, genutzt und weiterentwickelt wird.

 

Weitere Information:
>• <a href="http:/www.quali-pass.de/">Website Qualipass