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Vogel: „Teilnehmerporträts und –interviews statt Verlautbarungen des Bundeskoordinators“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 231004

Erstellt am 2004/06/04, zuletzt geändert am 2008/09/02

Wie geht es mit NETZWERK ONLINE weiter, nachdem der Chefredakteur jetzt gegenüber der Internationalen Assoziation persönlich für das deutsche Programm verantwortlich ist? Katharina Vogel sprach hierzu mit dem alten und neuen Bundeskoordinator.

Wie geht es mit NETZWERK ONLINE weiter, nachdem der Chefredakteur jetzt gegenüber der Internationalen Assoziation persönlich für das deutsche Programm verantwortlich ist? Katharina Vogel sprach hierzu mit dem alten und neuen Bundeskoordinator.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass NETZWERK ONLINE jetzt ausführlich über meine Gold-Expedition vor fast neun Jahren mit britischen Seekadetten berichtet hat. Seit Februar läuft die Serie „10 Jahre Jugendprogramm“ – ist in der Redaktion angesichts des Jubiläums die Nostalgiewelle ausgebrochen?

Die zehnten Geburtstage in diesem Jahr in Osterburken und im nächsten Jahr des Trägervereins sind tatsächlich einer der beiden Gründe, gezielt zurückzublicken und systematisch mit der Tilgung der Gedächtnislücke in Bezug auf die Anfangsjahre des deutschen Programms beginnen.

Was meinst du mit „Gedächtnislücke“ und wie konnte diese entstehen?

Die meisten Anbieter sind in der Zeit der zweiten NETZWERK-Staffel 1999 und vor allem des im August 2000 eingeführten Online-Magazins zu uns gestoßen, die im alten Online-Register und im neuen Online-Archiv umfassend dokumentiert ist. Die Veröffentlichungen in den Jahren 1993 und 1994 in der Jugendfeuerwehr-Zeitschrift „Hydrant“,den beiden Auflagen der „Hydrant-Arbeitsmappe 29“ zum Internationalen Jugendprogramm und die ersten sieben NETZWERK-Ausgaben von 1995 und 1996 kennt fast niemand – und damit auch nicht die vielen wichtigen Dinge, die gerade in den ersten vier Jahren veröffentlicht wurden.

Und der zweite Grund?

In unserer NETZWERK-Agenda war die Aufnahme der Veröffentlichungen der ersten Jahre in das Online-Archiv schon immer enthalten. Inzwischen funktioniert das Redaktionssystem so gut, dass Aufwand und Nutzen dieser Arbeit zusammen passen.

Kritisiert wurde die Zeit, die der Aufbau der Startseite von NETZWERK ONLINE seit dem Umstieg auf „Redakto“ benötigt.

Auch mir und den Verantwortlichen von Redakto hat das nicht gefallen, und so haben wir uns in den letzten Wochen verstärkt dieses Themas angenommen. Unsererseits wurde zum Beispiel die Anzahl der Beiträge auf der Startseite deutlich verkleinert, das Redakto-Team hat gerade auf dem Server eine neue Version der Skriptsprache installiert. Die Ladezeiten haben sich dadurch bereits deutlich verbessert.

Was hat das Redaktionssystem sonst noch gebracht?

Es hat bisher vor allem mir persönlich die Arbeit an NETZWERK ONLINE erheblich erleichtert. Seit Oktober bin ich nicht mehr auf das Koordinationsbüro angewiesen, um einen Artikel zu veröffentlichen. Außerdem ist der Zeitaufwand, um aus fertigen Texten und Fotos eine Internet-Seite zu machen und diese ins Archiv aufzunehmen, inzwischen auf wenige Minuten reduziert und weitgehend automatisiert. Der Schwerpunkt des Redaktionsgeschehens ist jetzt wieder da, wo er hingehört – bei den Inhalten, d.h. dem Erstellen bzw. Redigieren von Texten und Fotos, und nicht bei der Technik. Das Redaktionssystem hat uns bewusst gemacht, dass es uns an Schreibern und Fotografen fehlt, nicht an HTML-Spezialisten oder Linux-Freaks.

Es geht also derzeit nicht darum, dass andere Redakteure mit dem System ihre Beiträge selbst veröffentlichen?

Dies wird mit Ausnahme des Archivs auf lange Zeit nicht der Fall sein. Der Aufwand dafür ist gemessen an dem, der zum Fotografieren und vor allem zum Schreiben erforderlich ist, einfach vernachlässigbar klein. Aufgabe der Redakteure und der NETZWERK-Korrespondenten ist es, regelmäßig gute Bilder und Texte abzuliefern, alles andere ist Nebensache und lenkt nur ab.

Was heißt dass für das Redaktionsteam insgesamt, für die Arbeitsteilung oder die Ressorts?

Die Ressorts sind leider bis zum Herbst noch Zukunftsmusik. Gezeigt hat sich aber ganz einfach, dass das Aufgaben-ABC im Grunde das gleiche geblieben ist wie 1995: Archiv, Erstellen und Redigieren von Texten, Korrespondentennetzwerk, NETZWERK-Konzeption, NETZWERK-Lehrgang, Sichten von Pressemitteilungen und Zeitschriftenanalyse – um die wichtigsten zu nennen. Neu sind Bildbearbeitung, Redaktionssystem und Webwatch, d.h. die Beobachtung des Internet zu allen wichtigen Themen.

An den Grundaufgaben einer Redaktion hat sich in den letzten acht Jahren also kaum etwas geändert – auch nicht durch den Übergang vom Desktop- zum Online-Publishing.

Wenn ich die Zeit als Chefredakteur der Jugendfeuerwehr-Zeitschrift HYDRANT mitrechne, in den ganzen letzten 17 Jahren nicht. Die Technik ist nur Hilfe zur Selbsthilfe – nicht mehr, nicht weniger.

Wie meinst du das?

Obwohl durch das Internet die Herausgabe eines Magazins deutlich kostengünstiger geworden ist, steht NETZWERK ONLINE wie zuvor das gedruckte NETZWERK auf weiter Flur immer noch ganz alleine da. In aller Bescheidenheit: es geht in erster Linie um ehrenamtlichen Einsatz, Inhalte und Können, nicht um Geld oder Technik. Natürlich kostet auch das Redaktionssystem Geld – aber das ist nichts im Vergleich zu dem Aufwand, den wir für den Aufbau des Korrespondentennetzes haben oder früher mit der Printausgabe hatten.

Woher kommt dieses Geld?

Von mir. Im Ernst: Viele wissen gar nicht, dass eine meiner wichtigsten Aufgaben seit der Vereinsgründung 1994 der Auf- und Ausbau des Jugendförderbereichs ist – nach dem Ende der BMW-Unterstützung in den letzten Jahren unsere größte regelmäßige Einnahmequelle. Den Aufbau des Korrespondentennetzes unterstützt die Jugendstiftung Baden-Württemberg in den nächsten zwei Jahren, das Redaktionssystem das Land Baden-Württemberg über ein Pilotprojekt, an dem wir teilnehmen dürfen, direkt.

Wie geht es mit NETZWERK ONLINE weiter?

Wie du eingangs bemerkt hast, arbeiten wir derzeit mit Hochdruck daran, das aus dem Wechsel von der Printausgabe zum Online-Magazin entstandene Gedächtnisloch zu tilgen und die alten Beiträge, die zu unseren wichtigsten Veröffentlichungen überhaupt gehören, unseren Lesern im Archiv online zur Verfügung zu stellen. Als nächstes soll dann eine weitere Möglichkeit des Redaktionssystems genutzt und die Einbahnstraße NETZWERK ONLINE auch für den Gegenverkehr geöffnet und zu jedem Beitrag die Möglichkeit für Diskussion und Feedback eingerichtet werden. In erster Linie geht es aber darum, den Schwerpunkt des Magazins deutlich mehr auf den eigentlichen Auftrag, das Internationale Jugendprogramm „live“ darzustellen, zu legen.

Und das heißt?

Was wir brauchen und durch Maßnahmen wie den NETZWERK-Lehrgang, den Anbieterpreis und die Einführung des Intranets für die ganzen Vereinsinterna unterstützen, sind Teilnehmerporträts und -interviews statt Verlautbarungen des Bundeskoordinators.

Der Bundeskoordinator bleibt aber Chefredakteur?

Vorläufig ja, langfristig nein. Wir werden wie gesagt im Herbst diesen Prozess mit der Ressortbildung beginnen und hoffentlich Ende 2006 einen Chefredakteur haben, der nicht Klaus Vogel heißt.