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Jounalistische Darstellungsformen: Übersicht

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 273406

Erstellt am 2004/02/13, zuletzt geändert am 2009/07/19

Unabhängig vom Medium werden tatsachenbetonte Formen (z.B. Bericht und Reportage) von meinungsbetonte Genres (z.B. Porträt und Rezension) unterschieden. Die Grenzen sind fließend...

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer:

Erstellt am: 20. März 2004, geändert am:

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Unabhängig vom Medium werden tatsachenbetonte Formen (z.B. Bericht und Reportage) von meinungsbetonte Genres (z.B. Porträt und Rezension) unterschieden. Die Grenzen sind fließend...

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Tatsachenbetonte (referierende) Formen

  1. Textnachricht

    1. Nachricht: Um Objektivität bemühte Mitteilung eines allgemein interessierenden, aktuellen Sachverhalts in einem bestimmten formalen Aufbau (7 W).

    2. Meldung: Als Kurz-Nachricht kürzeste aller journalistischen Stilformen.

    3. Bericht: Gründliche Information über ein Ereignis oder einen Sachverhalt inkl. Zusammenhänge, Hintergründe, Vorgeschichte und Konsequenzen. Im Unterschied zur Reportage steht die Person des Journalisten im Hintergrund.

  2. Reportage und Feature

    1. Reportage: In der klassischen Reportage schildert ein Reporter ein selbst miterlebtes Ereignis. Geschildert werden nicht nur Fakten, sondern auch Gefühle und Eindrücke. Reportagen sind besonders im Hörfunk und Fernsehen eine häufige Darstellungsform.

    2. Feature: Anschaulich machen und Konkretisieren abstrakter Sachverhalte, um Strukturen durchsichtig werden zu lassen: trockener Nachrichtenstoff wird in eine lockere und interessante Beschreibung umgesetzt.

  3. Interview und Gespräch

    1. Interview: Soll auf möglichst unterhaltsame Weise nicht nur Wissen und Meinungen, sondern auch Denkweisen in einer authentischen Form zur Darstellung bringen. Was die Person zur Sache sagt, wie sie es sagt und wie sie sich zum Gesagten verhält verschmilzt zu einem informativen Gesamtbild.

    2. Gespräch: Mehrere Gesprächspartner diskutieren ein Thema. Der Journalist ist gleichberechtigter Gesprächsteilnehmer und steuert das Gespräch.

  4. Dokumentation

    1. Dokumentation: Wohl die umfangreichste journalistische Form, die ein Geschehen oder Thema in einen umfassenden Zusammenhang einordnet, wobei sie eine möglichst objektive Position einnehmen und sachlich informieren sollte. Sie arbeitet mit Aktenauszügen, dokumentarischen Texten und – bei Hörfunk und Fernsehen – mit Originalaufnahmen, die der Dokumentation Authentizität, Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit verleihen.

 

Meinungsbetonte Formen

  1. Porträt

    1. Porträt: Eine Persönlichkeit wird vorgestellt. Der Journalist beschreibt die Person mit seinen eigenen genauen Beobachtungen, er erzählt ihre Biographie und nutzt dafür das Archiv.

  2. Meinung

    1. Editorial: Viele Publikationen beginnen mit einem Beitrag des Herausgebers oder Chefredakteurs. Hier ist jeder im Stil frei, hier haben anregende Gedanken aller Art ihren Platz.

    2. Kommentar: In Kommentaren beziehen Autoren Stellung zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ereignissen. Kommentare sind die subjektive, oft analysierende Darstellung einer Meinung, die der Autor zu einem Thema vertritt, und sollen den Leser zur eigenen Meinungsbildung anregen.

    3. Glosse: Die Glosse beschreibt oft satirisch, witzig oder bissig ein Thema. Die Glosse gibt es zu ernsten Themen und zu großen weltpolitischen Ereignissen, oft widmet ein Autor sie aber lustigen oder auch nebensächlichen Themen.

    4. Kolumne: Die Kolumne ist ein Meinungsbeitrag eines speziellen, oft sehr bekannten Autors. Sie erscheint regelmäßig.

  3. Kritik und Rezension

    1. Kritik und Rezension: Die Kritik oder Rezension behandelt aktuelle kulturelle Themen: Bücher, Filme, Konzerte etc. werden besprochen. Eine Kritik ist immer die persönliche, subjektive Meinung eines Autors. Auch die Sprache der Rezension richtet sich oftnach dem Anlass und nach der Lesergruppe. Eine Kritik über ein Popkonzert hat einen anderen Stil als die Rezension der Uraufführung eines Theaterstückes.

  4. Analyse und Essay

    1. Analyse: Eine Analyse ist eine systematische Untersuchung, bei der das untersuchte Objekt oder Subjekt zergliedert und in seine Bestandteile zerlegt wird und diese anschliessend geordnet und ausgewertet werden.

    2. Essay: In sich geschlossenes Prosastück, das den Leser mit allen Seite eines Themas bekannt macht. Der Gegenstand wird in literarisch anspruchsvoller Form kritisch beleuchtet.