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NETZWERK-Formen: Interview

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 552902

Erstellt am 2005/08/28, zuletzt geändert am 2008/09/02

Das Interview gehört zu denen informierenden Darstellungsormen. Als neben dem Porträt bestes Mittel, das Konzept der persönlichen Herausforderung und damit das Programm insgesamt zu illustrieren, ist es besonders beliebt, die Erstellung ist aber auch entsprechend aufwendig.

Das Interview gehört zu denen informierenden Darstellungsormen. Als neben dem Porträt bestes Mittel, das Konzept der persönlichen Herausforderung und damit das Programm insgesamt zu illustrieren, ist es besonders beliebt, die Erstellung ist aber auch entsprechend aufwendig.

Was ist ein Interview?

Das Interview gehört zu denen informierenden Darstellungsormen. Es ist bei NETZWERK-Lesern aus mehreren Gründen sehr beliebt:

  • wann das Interview gut gemacht ist, hat der Leser das Gefühl, selbest mit dem Interviewten zu sprechen;

  • ein Interview ist neben dem Porträts (für das in der Regel ja auch ein Gespräch geführt wird) das beste Mittel, das Konzept der persönlichen Herausforderung und damit das Programm insgesamt zu illustrieren.

Ohne Fleiß kein Preis: das Interview ist eine recht aufwendige journalistische Form.

  • Im Unterschied zu einem Bericht muss sich der Verfasser den „Stoff“ beim Interview selbst „beschaffen“.

  • Das Interview muss projektartig geplant und vorbereitet, durchgeführt, bearbeitet und vor der Veröffentlichung von dem Interviewpartner genehmigt werden.

 

Arten von Interviews

Man unterscheidet drei Arten von Interviews:

  • das Interview zur Sache (Information über Fakten);

  • das Interview zur Meinung (Beurteilung eines Sachverhalts);

  • das Interview zur Person (Darstellung einer Persönlichkeit).

Bei allen Formen ist wichtig, dass man sich überlegt, was denn einen NETZWERK-Leser von dem Interviewten gerne wissen würde und man sich bereits vorher mögliche Fragen überlegt. Damit es wirklich lebendig wird, muss man beim Interview selbst aber dann sehr flexibel mit diesem Konzept umgehen (nachhaken, Fragen weglassen, ...).

Vom Interview zu unterscheiden ist die Umfrage, bei der an mehrere Personen die gleiche Frage bzw. die gleichen Fragen gestellt werden. Diese Form hat für die Tätigkeit von NETZWERK-Reportern nur untergeordnete Bedeutung.

 

Anlässe und Beispiele

Aufgabe der NETZWERK-Reporter sind vor allem Personen-Interviews von Teilnehmern. Anlässe hierzu sind z.B.:

  • besondere Erlebnisse oder Geschehnisse im Rahmen einer Programmaktivität;

  • Abschluss einer Programmstufe oder einer besonders herausfordernden Aktivität in einem Programmteil;

  • Übergang von einer Programmstufe auf eine andere.

Im NETZWERK-Archiv finden sich bereits über ein Dutzend Teilnehmerinterviews, von dem ersten mit Katharina 1994 zur Goldexpedition [1305] bis zu dem Mentorengepräch mit Marco 2005 in der Sippachsmühle [5307]. Ein gefragter Partner von NETZWERK-Reportern ist Bundeskoordinator Klaus Vogel, mit dem 2005 z.B. das eher persönliche Interview „Bist du nicht gerne daheim?“[5363] und das eher sachliche zum 5. Bundestreffen [5509] geführt wurden.

 

Vor- und Nachbereitung eines Interviews

Grundregel ist, dass die Vorbereitung so gut sein muss, dass man auch tatsächlich ein ernstzunehmender Gesprächspartner sein kann.

Außerdem ist zu beachten:

  • ein Katalog mit vorbereiten Fragen ist zwar vorzubereiten und beim Interview bereitzuhalten, man darf sich aber sich von diesem auf keinen Fall einengen oder gar beherrschen lassen;

  • präzise Fragen überlegen und Fragen die nur Ja oder Nein als Antwort zulassen möglichst vermeiden ;

  • immer nur eine Frage auf einmal stellen;

  • da es nicht möglich sein wird, die tatsächlichen Fragen und die Antworten mitzuschreiben, kann ein Diktiergerät hilfreich sein (auch wenn die Nacharbeit vom Band sehr aufwendig sein kann...);

  • die persönliche Athmosphäre und Nähe darf durch die Technik (z.B. auch Laptop) nicht beeinträchtigt werden;

  • ggf. vor dem Beginn des „offiziellen Teils“eine „Kennenlernphase“ und nach dessen Ende eine „Schlussphase“ zum weiteren Vorgehen (z.B. Absprachen zur Genehmigung der Veröffentlichung) einplanen.

Nach dem Interview stehen folgende, miteinander verbundene Aufgaben an:

  • das Interview in schriftliche Form bringen;

  • Übertragung von der gesprochenen in die Schriftsprache;

  • für einen logischen Aufbau sorgen (oft werden Dinge wiederholt angesprochen!);

  • auf das Interessante, Typische und Wesentliche zusammenfassen;

  • Genehmigung zur Veröffentlichung einholen.

 

Fotos

Es gilt der Grundsatz: Kein Interview und kein Porträt ohne Foto, auf dem die Person, um die es geht, gut zu erkennen ist!

Folgende Fotos sind wichtig:

  • ein Gesprächsfoto als Aufmacher für das Interview;

  • Fotos von Aktivitäten für ein ggf. ergänzendes kleines Online-Album (nur bei ausreichender Qualität!).

 

Hilfen und Unterlagen

Bei der Vorbereitung von Interviews können folgende Unterlagen helfen:

  • Anmeldeformular, Begleitheft, Fotos, Zeitungsartikel etc.;

  • Gespräche mit anderen Programmteilnehmern oder Helfern.

Beim Interview selbst sind wichtig:

  • Diktiergerät;

  • Kamera;

  • Laptop (falls ein sachkundiger Helfer dafür vorhanden ist);

  • Schreibzeug.

Oft ist es sinnvoll, im Tandem zu arbeiten und z.B. für die Protollierung des Interviews einen Helfer einzusetzen.