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NETZWERK-Formen: Porträt

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 553002

Erstellt am 2005/08/28, zuletzt geändert am 2008/09/02

Das Porträt wird manchmal zu den „informierenden“, manchmal aber auch zu den „meinungsbetonten“ journalistischen Formen gezählt und ist eine der beliebtesten NETZWERK-Formen. Es ist mit der Reportage verwandt – Thema ist eine Person.

Das Porträt wird manchmal zu den „informierenden“, manchmal aber auch zu den „meinungsbetonten“ journalistischen Formen gezählt und ist eine der beliebtesten NETZWERK-Formen. Es ist mit der Reportage verwandt – Thema ist eine Person.

Was ist ein Porträt?

Das Porträt manchmal zu den „informierenden“, manchmal aber auch zu den „meinungsbetonten“ journalistischen Formen gezählt und ist eine der beliebtesten NETZWERK-Formen. Es ist mit der Reportage verwandt – Thema ist eine Person.

Aus ganz ähnlichen Gründen wie das Interview ist das Porträt bei NETZWERK-Lesern sehr beliebt:

  • u.a. durch eingefügte Zitate hat der Leser bei einem guten Porträt das Gefühl, die Person direkt vor sich zu haben (deshalb ist ein Foto, auf dem das Gesicht gut zu sehen ist, sehr wichtig);

  • das Porträtsist neben dem Interview das beste Mittel, das Konzept der persönlichen Herausforderung und damit das Programm insgesamt zu illustrieren.

Wichtig ist, dass man den zu Porträtierenden genau beobachtet und beschreibt (Eigenheiten, Zitate). Nur so wird dieser für die Leser lebendig und das Porträt interessant.

Das Porträt ist eine anspruchsvolle journalistische Form. Mehr als bei allen anderen lernt man beim Poträt am meisten über praktische Beispiele in den Medien, wie man es macht.

 

Aspekte eines Porträts

Sachaspekte eines Teilnehmerporträts können z.B. sein:

  • Wo kommt er her?

  • Was hat er bisher gemacht?

  • Wie ist er zum Programm gekommen?

  • Welche Aktivitäten in den Programmteilen wurden ausewählt?

  • Warum?

Mögliche persönlichen Aspekte sind:

  • Was hat er an?

  • Wie streicht er sich über die Haare?

  • Wie spricht er über seine Freunde?

  • Welche besonderen Angewohnheiten hat er?

Wichtig ist, dass

  • ein „roter Faden“ gefunden wird, an dem entlang des Porträt geschrieben und am Ende wieder auf den Anfang Bezug genommen wird („dramaturgischer Bogen“);

  • durch die Beleuchtung von verschiedenen Seiten ein möglichst lebendiges und unverwechselbares Bild entsteht;

  • die Person durch Zitate in direkter und indirekter Rede immer wieder selbst zu Wort kommt und dadurch wertende Kommentare unterbleiben können;

  • das Porträt im Präsens formuliert wird;

Bezüglich des Aufbaus ist zu beachten:

  • Zunächst kommt es daran, das Besondere an dem Porträtierten darzustellen, z.B. durch ein Zitat aus einen Gespräch, das zum Zweck des Porträts geführt wurde, eine charakteristische Szene mit dem Porträtierten oder eine Personenbeschreibung.

  • Im Hauptteil geht es dann um die unterschiedlichen Aspekte – wenn möglich immer wieder durch Zitate „personifiziert“.

  • Als Schuss eignet sich z.B. etwas ganz Konkretes aus dem Privaten, das den Porträtierten vor dem Auge des Lesers anschauliche Konturen verleiht.

 

Anlässe und Beispiele

Aufgabe der NETZWERK-Reporter sind vor allem Poträts von Teilnehmern. Anlässe hierzu sind z.B.:

  • besondere Erlebnisse oder Geschehnisse im Rahmen einer Programmaktivität;

  • Abschluss einer Programmstufe oder einer besonders herausfordernden Aktivität in einem Programmteil;

  • Übergang von einer Programmstufe auf eine andere;

  • persönliche Ereignisse wie Schulabschluss, Wegzug etc.

Im NETZWERK-Archiv finden sich im Ordner „Porträts“ bereits über ein Dutzend Teilnehmerinterporträts aus über zehn Jahren Praxis. Einige davon (z.B. Alistair: „UNO-Planspiel als Talent“ [5419] und Marco R.: „Bei Fitness voll ausgetobt“ [5415]) sind im Rahmen von Reporterlehrgängen entstanden.

 

Vorbereitung und Recherche

Ein Porträt schreibt man nicht aus dem „Stand“:

  • Wie beim Interview ist eine gründliche Recherche zur Person wichtig. Dazu dienen u.a. das Begleitheft und andere Unterlagen.

  • Ein Interview mit der Zielperson und Gespräche mit Bekannten oder Frenden bietet sich in der Regel an.

  • Für das Interview vgl. die Hinweise zum Interview [5529]. Wichtig ist aber auch die Beobachtung von Gestik, Mimik, Sprachstil, Wortwahl, Kleidung, Bewegungen – eben von allem, was für die Person typisch ist. Das Gespräch ist aber nur der „Rohstoff“, aus dem das Porträt entsteht!

  • Wenn man jemand nicht kennt, kann man ihn auch einfach einmal einen Tag lang im Lebensalltag begleiten.

 

Fotos

Es gilt der Grundsatz: Kein Poträrt und kein Interview ohne Foto, auf dem die Person, um die es geht, gut zu erkennen ist!

Folgende Fotos sind wichtig:

  • ein Personenfoto mit freundlichem Blick in die Kamera als Aufmacher für das Interview;

  • Fotos von Aktivitäten für ein ggf. ergänzendes kleines Online-Album (nur bei ausreichender Qualität!).

 

Hilfen und Unterlagen

Bei der Recherche von Teilnehmerporträts können folgende Unterlagen helfen:

  • Anmeldeformular, Begleitheft, Fotos, Urkunden, Zeitungsartikel, Zeugnisse (falls vom zu Porträtierenden Einblick erlaubt wird) etc.;

  • Gespräche mit anderen Programmteilnehmern oder Helfern.