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NETZWERK-Formen: Reportage

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 553202

Erstellt am 2005/08/29, zuletzt geändert am 2008/09/02

Die Reportage ist ein tatsachenorientierter, persönlich gefärbter Erlebnisbericht über Handlungen oder Ereignisse, an denen der Leser teilhaben soll. Grundlage sind authentische und einmalige Erlebnisse und Beobachtungen.

Die Reportage ist ein tatsachenorientierter, persönlich gefärbter Erlebnisbericht über Handlungen oder Ereignisse, an denen der Leser teilhaben soll. Grundlage sind authentische und einmalige Erlebnisse und Beobachtungen.

Was ist eine Reportage?

Die Reportage gehört zu denen informierenden Darstellungsormen. Sie ist ein umfangreicher Bericht, in dem der Reporter neben den reinen Informationen auch persönliche Eindrücke schildert. Dadurch lässt er den Leser an Handlungen oder Ereignissen persönlich teilhaben .

Die Reportage lebt deshalb von der detailgenauen Beschreibung von Personen und Handlungen, die die Atmosphäre lebendig werden lassen. Auch aussagekräftige Zitate sind hierbei nützlich. Die Reportage beantwortert wie die Nachricht die sieben „Ws“, ist aber nicht hierarchisch, sondern dramaturgisch aufgebaut. Auch in der Mitte und im Schluss findet sich noch Wichtiges. Für die notwendige Spannung zu sorgen ist die eigentliche Kunst.

Die Reportage ergänzt oder erweitert die Sach-Berichterstattung und ist kein Ersatz für diese. Die wichtigsten Themenfelder sind Ereignisse, Veranstaltungen, Milieureportagen, Trendthemen und Personenporträts. Der Reporter schildert seine Eindrücke, aus denen der Leser (nicht der Reporter!) seine Schlussfolgerungen zieht. Als Meister der Reportage gilt bis heute Egon Erwin Kisch.

 

Aufbau einer Reportage

Lebhaftigkeit und Spannung erreicht die Reportage mit der „Methode des Wechsels“ folgender Aspekte (Pürer):

  • Perspektive (von aussen/ als Betroffener);

  • Naheinstellung – Totale (Einzelfall / Allgemeines);

  • Aktualität (akut / latent);

  • Tempo (Gegenwart: eher schnell / Vergangenheit: eher langsam);

  • Form (Erlebnisbericht / Stimmungssbild / Zitate / Dokumentation.)

Die Reportage sollte nicht chronologisch aufgebaut sein – am Anfang steht wie bei der Nachricht der interessanteste Aspekt. Den Ablauf findet der Leser selbst, bei komplexeren Ereignissen hilft man mit einem ergänzenden „Kasten“ nach.

Die ersten Zeilen müssen die Aufmerksamkeit des Lesers erregen und ihn zum Weiterlesen „zwingen“. Einstiegsmöglichkeiten sind z.B. symptomatische Einzelheiten, Beobachtungen, Details, Szenen, Komisches, Kontraste, provozierende Fragen oder Stimmungsbilder.

Der Schluss bestimmt den Gesamteindruck. Möglich sind z.B. eine Pointe, ein Kontrast, die Rückführung auf den Anfang, eine unerwartete Wendung, eine Vermutung oder ein Ausblick.

 

Anlässe und Beispiele

NETZWERK-Reportagen sind zu fast allen Themen möglich:

  • „Meine erste Expedition“;

  • „Mit dem Programm in Finnland“;

  • „Der lange Weg zum Gold-Abzeichen“;

  • „Unser Leitungsteam“;

  • „Das erste Jahr“;

  • „Die erste Generation“;

  • ...

NETZWERK-Artikelbeispiele finden sich bisher vor allem zu internationalen Expeditionen und Projekten.

 

Recherche und Vorbereitung

Reportagen sind sehr anspruchsvoll und aufwendig und verlangen eine gründliche Planung und Recherche und Vorbereitunng. Je nach Art der Reportage ergeben sich dabei unterschiedliche Schwerpunkte:

  • NETZWERK-Reporter sind bei Ereignissen und Veranstaltungen, über die sie in Form einer Reportage berichten sollen, selbst dabei. „Dabei sein“ ist dann aber nicht mehr alles – man muss Fotografieren, Tagebuch führen, Notizen machen usw.

  • Bei eher „studienartig“ ausgerichteten Reportagen zum Programm vor Ort sind Dokumente und Hintergrundinformationen zu Personen und Ereignissen sowie nicht zuletzt Fotos zu sammeln, Gespräche zu führen usw. Wie beim Bericht, nur noch breiter und tiefer...

Die Reportage wird von Berichten, Ablaufplänen, Personenporträts usw. „flankiert“, für die ebenfalls zu sorgen ist.

 

Fotos

Eine Reportage ohne ein ausgezeichnetes Foto ist nicht möglich.

Standard bei der Reportage ist auch ein ergänzendes Fotoalbum mit aussagekräftigen Bildern zu den wichtigsten Aspekten und Personen in guter Qualität.

 

Hilfen und Unterlagen

Bei der Recherche können helfen:

  • schriftliche Ablaufpläne, Begleithefte, Briefe und Rundschreiben, Dokumentationen, Einladungen, Flyer, Fotosammlungen, Förderanträge, Manuskripte (z.B. für Reden), Programme, Protokolle, Tagebücher, Videos und Zeitungsberichte;

  • Gespräche mit Augenzeugen, Beteiligten, Bürgermeister oder Schulleiter, Helfern, Unterstützern, Verantwortlichen usw..