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Auf Spurensuche: Über einen gescheiterten Versuch, das Programm in Deutschland einzuführen

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 137902

Erstellt am 2005/04/30, zuletzt geändert am 2008/09/02

Wie der Beitrag aus NETZWERK 2/1996 zeigt, förderte ein Blick in die „German Files“ des Archives im Internationalen Sekretariat in London Erwartetes, aber auch Unerwartetes zutage: in der ersten Hälfte der achtziger Jahre gab es bereits einen Versuch, das Programm in Deutschland einzuführen.

Wie der Beitrag aus NETZWERK 2/1996 zeigt, förderte ein Blick in die „German Files“ des Archives im Internationalen Sekretariat in London Erwartetes, aber auch Unerwartetes zutage: in der ersten Hälfte der achtziger Jahre gab es bereits einen Versuch, das Programm in Deutschland einzuführen.

„Irgend etwas muß da gewesen sein“. So kommentierten Verantwortliche des Trägervereins oft die nicht näher festmachbare, sehr vorsichtige bis kritische Grundhaltung zu dem Projekt, auf die sie in Gesprächen in Jugendarbeit und Jugendhilfe immer wieder stießen. Ein kürzlicher Besuch im Londoner „Internationalen Sekretariat“ (vgl. NETZWERK 1/96) wurde deshalb auch zu einem ausführlichen Archivstudium genutzt. Tatsächlich zeigten die „German Files“, daß es in der Vergangenheit „etwas gegeben hatte“. Und zwar wesentlich mehr als erwartet – im positiven wie im negativen Sinne. An dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt kann nur das Wichtigste in aller Kürze skizziert werden, eine ausführliche Darstellung muß einer späteren NETZWERK-Ausgabe vorbehalten bleiben.

In der ersten Hälfte der achtziger Jahre gab es bereits einen Versuch, das Programm in Deutschland einzuführen. Als Herausgebergremium sollte ein Kuratorium namhafter Persönlichkeiten fungieren, die Schirmherrschaft sollte der Bundespräsident übernehmen (vgl. Kasten). Beteiligt an dem Vorhaben eines „Deutschen Jugendabzeichens“ (!) waren u.a. das Bundespräsidialamt, die AGJ, die Bezirksregierung Weser-Ems und der Nürnberger „Martinspaß“. Als man schließlich die Jugendverbände um eine Stellungnahme bat, geschah, was aus heutiger Sicht kommen mußte: das Projekt wurde rundum abgelehnt.

Die wichtigsten Gründe:

  • Mehr oder weniger an den gewachsenen Strukturen der Jugendarbeit vorbei und ohne eine nennenswerte Basis von Anbieterorganisationen sollte ein so weitreichendes Vorhaben wie ein „Deutsches Jugendabzeichen“ realisiert werden.

  • Es stand kein Pilotprojekt zur Verfügung, auf das man bei der Vermittlung des pädagogischen Wertes des Programms gerade auch für die Jugendarbeit in Deutschland hätte zurückgreifen können. Und an die heute kaum mehr zu überschauende „erlebnispädagogische Szene“ als Rückhalt war noch nicht zu denken.

  • Die Distanzierung vom „Martinspaß“ war zwar deutlich (vgl. Kasten), wurde in der Öffentlichkeit aber nicht hinreichend umgesetzt.

Die Verantwortlichen des Trägervereins kommen überwiegend aus der Jugendarbeit. Es war für sie deshalb von vornherein klar, wie die Einführung des Programms in Deutschland zu geschehen hat – in und mit der bestehenden Jugendarbeit, Schritt für Schritt, „ein Marathon, kein Sprint“. Auch ohne von den alten Fehlern zu wissen…

[HYDRANT-Archiv: 2095/01]