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Vom Deutschen Jugendabzeichen zum Internationalen Jugendprogramm

von Klaus Vogel

Textnummer: 029402

Erstellt am 2005/04/30, zuletzt geändert am 2008/09/02

Bis in das Jahr 1956, dem Gründungsjahr des „Duke of Edinburgh’s Award“ in Großbritannien, reicht die Vorgeschichte des Internationalen Jugendprogramms in Deutschland. Die folgende, Anfang 1998 erstellte Chronik basiert auf den Archiven von Paul Eymers und des Internationalen Sekretariats sowie auf persönlichen Mitteilungen.

Bis in das Jahr 1956, dem Gründungsjahr des „Duke of Edinburgh’s Award“ in Großbritannien, reicht die Vorgeschichte des Internationalen Jugendprogramms in Deutschland. Die folgende, Anfang 1998 erstellte Chronik basiert auf den Archiven von Paul Eymers und des Internationalen Sekretariats sowie auf persönlichen Mitteilungen.

Schon kurz nach meinem Amtsantritt als deutscher Programmkoordinator mußte ich feststellen, daß das Internationale Jugendprogramm in Deutschland beileibe nichts Neues war, sondern eine lange Vorgeschichte besaß, die weit über den Nürnberger „Förderverein Jugend und Freizeit“, der uns in der Gründungsphase so viele Probleme bereitete, hinaus reichte. Vor allem während des Anerkennungsverfahrens als freier Träger stieß ich bei Behörden und Jugendverbänden immer wieder auf Ressentiments, deren Hintergrund mir erst bei einem Besuch im Londoner Archiv klar wurde: In den achtziger Jahren war schon einmal ein Versuch unternommen worden, das Programm in Deutschland einzuführen, bei dem der noch heute existierende „Martinspaß“ von Pfarrer Kowalsky eine sehr unrühmliche Rolle gespielt hatte.

Ausgerechnet dieses sektiererische Projekt, das sich in Satzung und Briefbogen bar jeden Realitätsbezugs hochstaplerisch als „Mitglied des Internationalen Forums“ bezeichnete und von Inhalt, Organisation und Auftreten her auf den ersten Blick als Karikatur auf das Jugendprogramm zu erkennen war, war das einzige praktisch tätige Referenzprojekt, auf das verwiesen werden konnte, als Anfang der 80er Jahre Paul Eymers als Dezernent im Landesjugendamt versuchte, das Jugendprogramm in Deutschland einzuführen. Unterstützt wurde er vom Bundespräsidialamt, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAGJL) und vom Internationalen Sekretariat in London. Da außerdem in jenen Tagen für erlebnispädagogisch orientierte Ansätze noch nicht das heutige Verständnis vorhanden war, kam, was kommen mußte – das Vorhaben, ein „Deutsches Jugendabzeichen“ unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten einzuführen, scheiterte.

Wie die Londoner Akten zeigten, war damit war die Vorgeschichte aber noch nicht zu Ende. Nachdem seine „Familien- und Jugendstiftung“ nach nur vier Jahren gescheitert war, gründete Kowalsky später mit Frau Hofmann in Nürnberg den „Förderkreis Jugend und Freizeit“, der nach anfänglich durchaus positiven Ansätzen ebenso wieder mit irrealen bundesweiten Ansprüchen auftrat und kurz nach der Gründung des deutschen Herausgebervereins schnell in der Versenkung verschwand und ebenso wie früher Kowalsky die Lizenz als „Independent Operator“ wieder verlor – nicht ohne in der Gründungsphase erhebliche Probleme bereitet zu haben. Paul Eymers gründete zunächst auf regionaler Ebene den „Jugendkompaß“, der später zu einem Projekt der Niedersächsischen Turner-Jugend wurde, mit dem ich im Herbst 1997 im Rahmen meines Besuchs bei Paul in Oldenburg erstmals in Verbindung kam. Paul Eymers war zu diesem Zeitpunkt schon schwer krank und starb leider wenig später; seine umfangreichen Unterlagen stellte er dem Koordinationsbüro zur Verfügung. Aber sein Projekt geht weiter: beim Programmlehrgang 1998 in Barmstedt werden erstmals Vertreter dieser Gruppe beteiligt sein! Obwohl Paul Eymers am jüngsten, offensichtlich erfolgreichen Versuch, das Programm in Deutschland einzuführen, nicht beteiligt war, sind wir ihm zu Dank verpflichtet. Er hat das zu jener Zeit Unmögliche versucht, ohne Rücksicht auf seine Person und ohne jegliche persönliche Interessen.

Ich bin mir sicher, daß es zu unserer Vorgeschichte noch vieles zu entdecken gibt; so erreichte mich die Information zum Jahre 1956, dem Gründungsjahr des „Duke of Edinburgh’s Award“, erst vor kurzer Zeit. Für entsprechende Hinweise bin ich sehr dankbar.

CHRONIK

Erste Bemühungen

1956 

Kurt Hahn stellt auf der Internationalen Erziehertagung des Deutschen Jugendrotkreuzes auf der Insel Mainau das Jugendprogramm vor.

1966 

In der Hahn-Festschrift von Hermann Röhrs wird das Programm von Peter Carpenter beschrieben.

1974 

Werbetour des Duke of Edinburgh’s Award in Braunschweig (16. September), Hannover (17. September) und Wilhelmshaven (19. September).


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Kowalsky/Kulmbach/Bayern bis zur internationalen Initiative

1981 

Pfarrer Kowalsky beginnt Arbeit in Kulmbach (Bayern). Die Carl-von-Linde Realschule erhält später eine Lizenz als „Independent Operator“ (keine Unterlagen).

27.02.1982 

Pfarrer Kowalsky informiert den Bundespräsidenten in einem Brief über seine Pläne zur Errichtung einer „Deutschen Familien- und Jugendstiftung“.

09.03.1982 

Antwortschreiben von Dr. Wemmer vom Bundespräsidialamt, in dem er mitteilt, daß „Ihr Projekt das Interesse des Herrn Bundespräsidenten findet“.


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„Deutsches Jugendabzeichen“ und „Martinspaß“

20.07.1983 

In einem Brief bittet Sir Bernard Scott, Vorsitzender des damaligen „International Panel“ des Duke of Edinburgh’s Award, den Bundespräsidenten Karl Carstens um die Übernahme der Schirmherrschaft über das deutsche Programm.

10.08.1983 

Antwortschreiben des Bundespräsidenten (liegt nicht vor!).

Herbst 1983 

Paul Eymers nimmt zusammen mit 11 hauptamtlichen kommunalen Jugendpflegern aus dem Bezirk Weser-Ems an einer deutsch-britischen Jugendpflegerkonferenz in Wiltshire/England teil und lernt das Programm kennen und schätzen. Die „Eymers-Initiative“ zur Einführung des Programms in Deutschland beginnt.

November 1983 

Gründung des „Collegium Martinum – Deutsche Familien- und Jugendstiftung“ (1. Vorstand: Pfarrer Kowalsky). In § 2 der Vereinssatzung und im Briefbogen des Vereins wird dieser als „Mitglied im International Award Forum“ bezeichnet (sic!).

11.11.1983 

In einem Zeitungsartikel (Bayerische Rundschau) anläßlich einer Pressekonferenz am 9.11.1983 im Bayerischen Hof in München wird das „Collegium Martinum – Deutsche Familien- und Jugendstiftung“ als „43. nationale Organisation des International Award Forum“ (sic!) bezeichnet.

16.12.1983 

Sir Bernard Scott informiert den Bundespräsidenten über die Einrichtung eines „Provisional National Award Committee“ und das weiterhin vorhandene Interesse an der Schirmherrschaft des Präsidenten.

30.12.1983 

Im Antwortschreiben teilt der Chef des Bundespräsidialamtes mit, daß das Bundespräsidialamt mit dem „Collegium Martinum“ des Pfarrer Kowalsky in Verbindung stehe, eine Entscheidung bezüglich der Schirmherrschaft aber noch nicht getroffen worden sei.

16.01.1984 

Über einen Kollegen in Wiltshire erhält Eymers Kenntnis vom seinerzeit einzigen Kontaktmann des Internationalen Sekretariats in Deutschland, Pfarrer Kowalsky, und nimmt mit diesem umgehend Kontakt auf.

24.01.1984 

Eymers erhält von Kowalsky umfangreiche Materialien und den von ihm entworfenen „Martinspaß“.

25.01.1984 

Eymers wird von Kowalsky in einem längeren Telefongespräch zur Mitarbeit im „Collegium Martinum“ unter Kowalskys Leitung eingeladen. Eymers erhebt massive Bedenken gegen die von Kowalsky vorgenommenen Änderungen am Programmkern, u.a. beim Mindestalter (10 – 14jährige!) und den Programmteilen (5. Bereich „christliches Leben“).

20.02.1984 

In einem Empfehlungsschreiben weist das Internationale Sekretariat darauf hin, daß mit dem „German Family and Youth Award“ in Deutschland ein neues Jugendprogramm unter der Leitung von Pfarrer Kowalsky eingeführt worden sei. Dieses sei Teil des weltweiten, von Kurt Hahn konzipierten Programms.

29.03.1984 

Dr. Wemmer vom Bundespräsidialamt lädt Pfarrer Kowalsky mit zwei Jugendlichen zum Jugendempfang am 18. Mai in Bonn ein.

16.04.1984 

Eymers informiert das Internationale Sekretariat von der neuen Situation in Niedersachsen und dem Interesse auch staatlicher Stellen zur Einführung des Programms. Darauf hin erhält er umfangreiches Material sowie die Zusage jeder erdenklichen Hilfe.

04.05.1984 

Auf der 56. BAGJ-Tagung in Bad Waldliesborn informiert Paul Eymers auf Vorschlag seines Dezernatsleiters, Herrn Hörcher, über das Programm (TOP 23.1).

07.05.1984 

Erstes Treffen zwischen Eymers und Kowalsky in Seesen; dabei werden die unterschiedlichen Ansätze deutlich. Vereinbart werden
>• gemeinsame Anstrengungen zur Bekanntmachung des Programms in Deutschland;<p>

• die baldmöglichste Einberufung einer Konferenz aller am Programm interessierten Verbände und Behörden;

• das Collegium Martinum ist nicht die noch zu schaffende bundesweite Trägerorganisation;
>• der Martinspaß ist nicht das deutsche Begleitheft;<br>• die Abweichungen des Martinspasses vom internationalen Programm sind hinfällig.

14.05.1984 

Gespräch von Eymers und Kowalsky mit Commander David Newing im Internationalen Sekretariat in Kensington, London. Die wichtigsten Vereinbarungen:

Eymers wird die notwenigen Schritte für die Entwicklung einer nationalen Trägerorganisation übernehmen;

• Pfarrer Kowalsky und sein „Collegium Martinum“ werden nur eine der Anbieterorganisationen dieses „Jugendabzeichens“ sein;
>• die Trägerorganisation soll im Juli 1984 gegründet, das Programm im Januar 1985 in Verbindung mit dem „Internationalen Jahr der Jugend“ bundesweit eingeführt werden;<br>• auf dem nächsten internationalen Forum 1985 in Kanada soll über eine Einladung Deutschlands als Mitglied beraten werden.

18.05.1984 

Beim Jugendempfang wird zwischen Eymers, Kowalsky und Pfarrer Lindenmeyer (?) eine Informations- und Planungsveranstaltung am 19. Juni in Frankfurt vereinbart.

25.05.1984 

Schreiben von Pfarrer Kowalsky an die BAGJ-Mitglieder, in dem er seine „Deutsche Familien- und Jugendstiftung“ als „bundesweiter Rechtsträger“ des Programms bezeichnet.


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Englischsprachiges Schreiben von Kowalsky an Eymers, in dem für seine „Deutsche Familien- und Jugendstiftung“ den Status des nationalen deutschen Trägers reklamiert (!) und die niedersächsische Initiative von Eymers als deren „2nd local authority“ bezeichnet (!!).

01.06.1984 

Gespräch von Eymers mit dem Vorstand des „Collegium Martinum“ in München.

19.06.1984 

„Informations- und Planungskonferenz“ im Novotel Ffm/Kelsterbach. Kowalsky stellt wiederum sein Projekt als „bundesweiter Rechtsträger“ vor, eine Ansicht, die von den Vertretern der Landesjugendämter und Jugendverbände nicht geteilt wird. Vereinbart wird u.a.:

• eine nationale Lösung unter Einschluß möglichst vieler Jugendverbände und Jugendbehörden anzustreben;

• eine möglichst offene Trägerorganisation zu schaffen;

• ein weiteres Treffen am 4. Oktober an gleicher Stelle.

04.07.1984 

Das DRK-Generalsekretariat teilt Eymers schriftlich mit, daß sich das Jugendrotkreuz nach gründlicher Beratung entschlossen hat, das Projekt „Deutsches Jugendabzeichen“ gegenwärtig nicht weiter zu verfolgen.


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Andreas Reimchen, Landesjugendleiter der THW-Jugend Niedersachsen, teilt Eymers im Auftrag der Bundesleitung der THW-Jugend schriftlich mit, daß der Jugendverband grundsätzlich an einer Mitwirkung beim Projekt „Deutsches Jugendabzeichen“ interessiert ist.

27.09.1984 

Im Bundespräsidialamt treffen sich die Parteien (Dr. Wemmer, Bundespräsidial­amt; Helmut Saurbier, BAG; Paul Eymers, Landesjugendamt Weser-Ems; Dietrich Kowalsky mit Herr und Frau Gruner von Kowalskys „Deutsche Familien- und Jugendstiftung“). Die weitere Marschrichtung wird wie folgt festgelegt (vgl. ausführlich NETZWERK 2/96):

• die Stiftung von Pfarrer Kowalsky ist nicht der Träger des deutschen Programms, ebensowenig wie sein „Martinspaß“ den Status eines deutschen Programms hat;

• die Arbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAGJ) soll mit den Jugendverbänden Verbindung aufnehmen und feststellen, ob bei den Jugendlichen mit einer positiven Resonanz zu rechnen ist;

• bei positivem Ergebnis wird ein Kuratorium als Leitungsgremium des deutschen Programms geschaffen, das den Bundespräsidenten um die Übernahme der Schirmherrschaft bitten wird.

10.10.1984 

Die Vorgesetzten von Paul Eymers im Ministerium in Hannover ziehen die Verantwortung für das bundesweite Projekt an sich.

11.10.1984 

Nach Ansicht des Landesvorstands des Bayerischen Jugendrings ist aus der Sicht der Jugendarbeit „die Idee dieses Martinspasses aus grundsätzlichen strukturellen und inhaltlichen Gründen völlig verfehlt.“

24.–26.10.1984 

57. Tagung der BAGJL in Wolfenbüttel. Aus der Presseverlautbarung:

3. „Deutsches Jugendabzeichen“

Die BAGJL steht den Überlegungen, ein am englischen Vorbild („Duke of Edinburgh’s Award“) orientiertes „Deutsches Jugendabzeichen“ (Arbeitstitel) einzuführen, grundsätzlich positiv gegenüber. Sinn und Zweck dieser Initiative ist es, in der Bundesrepublik Deutschland junge Menschen ab 14 mit der Erlebnispädagogik von Kurt Hahn anzusprechen und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Die Initiatoren beabsichtigen, einen „Jugendpaß“ einzuführen, der dem Jugendlichen Anregung und Bestätigung für aktive Mitgestaltung in allen Feldern sozialen Handelns bieten soll. Wichtig für den Erfolg der Initiative ist nach Auffassung der BAGJL, daß das englische Vorbild in eine den Bedürfnissen und organisatorischen Bedingungen in der Bundesrepublik angemessene Lösung umgesetzt wird. Auch müßte erreicht werden, daß die Idee von den in der Jugendarbeit tätigen Organisationen und Verbänden unterstützt wird. Das Vorhaben, das die vorhandenen Angebote der Jugendarbeit ergänzen und unterstützen will, könnte durch eine prominente Schirmherrschaft (z.B. des Bundespräsidenten) an Attraktivität gewinnen und vor allem auch nichtorganisierte Jugendliche ansprechen.

26./27.11.1984 

Der Fachausschuß 2 „Jugend- und Jugendpflege“ der BAG behandelt im Jugendhof Rheinland in Königswinter unter TOP 2 ausführlich das Thema „Deutsches Jugendabzeichen“. Er „sieht durchaus eine Möglichkeit, das britische Programm … auf deutsche Verhältnisse zu übertragen“.

Aus dem Protokoll:

„Die Mitglieder des Fachausschusses hatten zum ersten Mal die Gelegenheit, direkt und umfassend über die Grundgedanken und die Organisation des britischen Programms informiert zu werden. Sie haben Kenntnis erhalten über die seit Anfang dieses Jahres geführten Gespräche und die Probleme und Auseinandersetzungen, die im Zusammenhang mit den Plänen, dieses Programm in der Bundesrepublik einzuführen, entstanden sind. Sie wurden informiert über die Planungen im Regierungsbezirk Weser-Ems, wo in einiger Zeit ein auf deutsche Verhältnisse und Bedingungen übertragenes Programm probeweise in örtlichen Bereichen anlaufen soll. Es fehlt dem Fachausschuß eine klare und schriftlich fixierte Vorgabe für diesen Arbeitsauftrag durch die BAG.“

Als weitere Schritte sind vorgesehen:

• Darstellung des Programms unter der Berücksichtigung deutscher Bedingungen von Jugendarbeit;

• Bewertung der pädagogischen Inhalte, Methoden und Ziele;

• Entwicklung von Vorschlägen für eine Umsetzung.

03.12.1984 

Der Hauptausschuß des Deutschen Bundesjugendrings lehnt in einer Stellungnahme das Konzept eines „Deutschen Jugendabzeichens“ ab.

12.12.1984 

Der Jugendwohlfahrtsausschuss des Landkreises Ammerland schlägt dem Kreisauschuß einstimmig die Durchführung des Pilotprojekts „Jugendkompaß“ vor.

18.12.1984 

Helmut Saurbier (BAG) weist in einem Schreiben an Herrn Bock von der Bezirksregierung Lüneburg zum Thema „Deutsches Jugendabzeichen“ darauf hin, daß entsprechend der letzten BAG-Tagung der Fachausschuß 2 versuchen sollte, ein auf deutsche Verhältnisse zugeschnittenes Programm zu entwickeln. „Erst nach Erarbeitung dieser geänderten Struktur sind Gespräche mit den Jugendverbänden sinnvoll, da diese z.Zt. einmal wegen des bayerischen Martinspasses, zum anderen aber wegen der britisch-strukturierten Inhalte der Einführung eines Deutschen Jugendabzeichens erhebliche Widerstände entgegen setzen.“

19.12.1984 

Der Landesjugendring Niedersachsen lehnt in einem Schreiben an das Niedersächsische Kultusministerium das „Deutsche Jugendabzeichen“ als „völlig verfehlt“ ab.

20.12.1984 

Dr. Wemmer in einem Schreiben an Eymers: „In der Sache des Award scheinen gegenwärtig keine besonders guten Fortschritte gemacht werden zu können. Ich rate zu Geduld und bin sicher, daß wir letztlich Erfolg haben werden.“

Februar 1985 

Tilman Schneider, Generalsekretär der aej, lehnt im Vebandsorgan „evangelische Jugendinformation“ in einer ausführlichen Stellungnahme die Einführung eines „Deutschen Jugendabzeichens“ ab.

Mai 1985 

In der Ausgabe 5/95 berichtet die „Deutsche Jugend“ über den Martinspaß und druckt die aej-Stellungnahme ab.

04.10.1985 

Minister Hans Schwier, Präsident der Konferenz der Kultusminister und Staatssekretär Ulrich Kleiner besuchen des Internationale Sekretariat in London.

14.02.1986 

In einem Schreiben an Paul Eymers weist Dr. Wemmer darauf hin, daß er in das Bundesministerium des Innern überwechselt und ergänzt: „Ich hoffe, daß es eines Tages doch noch gelingt, den „Award“ in Deutschland einzuführen“.

13.01.1987 

Die Mitgliederversammlung der „Deutsche Familien- und Jugendstiftung – German Youth and Family Award e.V.“ (im November 1983 als „Collegium Martinum. Deutsche Familien- und Jugendstiftung gegründet“) beschließt die Auflösung des Vereins.


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Jugendkompaß

14.01.1987 

Das Internationale Sekretariat informiert Paul Eymers über die Änderungen seiner Pläne zum Aufbau eines bundesweiten Programms. Das bisherige nationale Vorhaben sei zu ehrgeizig gewesen, nun sollte besser länderweise vorgegangen werden.

21.04.1987 

Der Vorstand der Bezirkssportjugend Weser-Ems beschließt einstimmig: „Die Sportjugend Weser-Ems begrüßt und unterstützt nachdrücklich das vorgesehene Programm des Jugendkompaß Weser-Ems und sieht darin auch Möglichkeiten

a) die überfachliche Jugendarbeit in den Vereinen zu verstärken und

b) die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendarbeit auszubauen.“

23.04.1987 

Die Schulaufsicht Ammerland begrüßt den „Ammerländer Jugendkompaß“.

16.06.1987 

Der „Jugendkompaß“ erhält den Status eines „Provisional Member of the International Award Forum“.

02.07.1987 

Paul Eymers in Sachen Deutsches Jugendabzeichen/ Jugendkompaß beim Abteilungsleiter 5 im Niedersächsischen Kultusministerium.

13.07.1987 

Erlaß des Niedersächsischen Kultusministers an die Bezirksregierung Weser-Ems: „Ich bitte Sie, über die Erfahrungen mit dem „Ammerländer Jugendkompaß“ bis zum 30.09.1989 zu berichten. Angesichts erheblicher jugendpolitischer Bedenken wichtiger Träger der Jugendarbeit bitte ich die von Ihnen vorgeschlagene Ausweitung des Programms nicht zu betreiben.“

20.08.1987 

Paul Eymers wird es dienstlich untersagt, im Rahmen seiner Tätigkeit für die Ausbreitung des „Jugendkompaß“ tätig zu werden.

24.08.1987 

In einem Schreiben an das Internationale Sekretariat berichtet Paul Eymers von der neuen Sachlage und seiner Enttäuschung darüber: „Das bedeutet vorerst, daß andere Menschen in Deutschland gefunden werden müßten, die eventuell da weitermachen, wo ich aufhören muß, das bedeutet aber auch, daß die von mir und meinen Mitarbeitern mit so viel Freude und ein wenig Stolz zur Kenntnis genommene vorläufige internationale Anerkennung des Forums wohl revidiert werden muß.“

24.08.1987 

Das Niedersächsische Kultusministerium hält an seiner Auffassung fest, daß eine flächendeckende Ausdehnung des Programms „Ammerländer Jugendkompaß“ nicht zu betreiben ist.


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Förderkreis Jugend und Freizeit

September 1990 

In Nürnberg beginnt die Arbeit mit der „Internationalen Jugendauszeichnung“

1991 

Die Nürnberger Initiative erhält eine formelle Lizenz des Internationalen Sekretariats.

22.06.1991 

Gespräch des Internationalen Sekretariats mit Herrn Kowalsky und Frau Hofman von der „Internationalen Jugendauszeichnung“ in Nürnberg. Die „Internationale Jugendauszeichnung“ hat sich aus dem von Herrn Kowalsky und Frau Hofmann am 13.06.1991 gegründeten „Förderkreis Jugend und Freizeit“ entwickelt. Herr Kowalsky sprach den Wunsch aus, zum Forum in Hongkong eingeladen zu werden.

11.07.1991 

Verleihung der ersten „Internationalen Jugendauszeichnung“ in Nürnberg (Veranstalter: Förderkreis JuF + Collegium Martinum).

1993 

Die Nürnberger „Internationale Jugendauszeichnung“ erhält den Namen „Kurt-Hahn-Diplom“.


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Das Internationale Jugendprogramm

16.06.1993 

Beim Europatreffen der Jugendfeuerwehren in Fellbach erster Kontakt mit den Jugendfeuerwehren aus den West Midlands, die wie alle britischen Jugendfeuerwehren mit dem Jugendprogramm arbeiten.

07.09.1993 

Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg nimmt Kontakt mit dem Internationalen Sekretariat auf (Anschrift über einen Brief an die britische Botschaft vom 26.08.1993 erhalten).

20.09.1993 

Das Internationale Sekretariat teilt mit, daß es in Deutschland bereits zwei Programmanbieter geben würde: die Internationale Schule in München und den Förderkreis Jugend und Freizeit in Nürnberg

15.12.1993 

Treffen zur Gründung einer süddeutschen Regionalstruktur im britischen Generalkonsulat in München.

26.12.1993 

Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg veröffentlicht eine 50seitige Arbeitshilfe zum Programm (Hydrant-Arbeitsmappe Nr. 29).

27.12.1993 

Lizenzantrag der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, die vom 25. bis 26. Februar 1994 an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal den ersten Programmlehrgang (Leitung: Shirley Price) ausrichtet und von der Gründung bis zum Herbst 1995 das Koordinationsbüro beherbergt.

01.06.1994 

Gründungsversammlung „Das Internationale Jugendprogramm in Deutschland e.V.“ auf Schloß Zeil.

06.09.1995 

Das Internationale Sekretariat zieht die Nürnberger Lizenz zurück.