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5. Bundestreffen: Klaus Vogel beim Festakt

Vogel: „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 550907

Erstellt am 2005/08/14, zuletzt geändert am 2008/09/02

Mit diesem Zitat von Hermann Hesse charakterisierte der Bundeskoordinator in einem Gespräch mit NETZWERK-Reportern die Herausforderung, die das 5. Bundestreffen für ihn persönlich bedeutete. Ein Blick hinter die Kulissen...

Mit diesem Zitat von Hermann Hesse charakterisierte der Bundeskoordinator in einem Gespräch mit NETZWERK-Reportern die Herausforderung, die das 5. Bundestreffen für ihn persönlich bedeutete. Ein Blick hinter die Kulissen...

Über das fünfte Bundestreffen, seine Vorgeschichte und Einzelangebote ist umfassend berichtet worden, ihr habt heute im Vorstand ausführlich darüber gesprochen. Was bedeutet die Veranstaltung für dich ganz persönlich?

Dass ich die vielen Dinge, die in letzten Wochen liegen geblieben sind, nun halt in den Ferien erledigen muss [lacht]. Nein, ich bin rundum zufrieden. Was die Programmbieter in der Region mit dem Tipiprojekt und das Institut Dr. Flad mit der Theateraufführung auf die Beine gestellt haben, ist einfach spitze.

Wie bei der Premiere 2000 hier in Osterburken – „Alles selbst gemacht“?

Ja, aber statt im GTO im Neuen Schloss, vor viel größerem Publikum und mit deutlicheren Nachwirkungen.

Siehe Jugendabzeichen.

Richtig. So wie Stuttgart 2005 hat bisher noch kein Bundestreffen die Jugendprogrammwelt verändert. Aber ich meine damit nicht nur den neuen Status. Auch inhaltlich gingen bisher von keinem Bundestreffen so viele Impulse aus...

...sichtbar an den fünf Arbeitsmappen...

...und vor allem waren bisher noch nie so viele Anbieter so aktiv und mit so großer Verantwortung in die Veranstaltung einbezogen

Der Schwenk vom ursprünglich geplanten kleinen Bundestreffen zu der Großveranstaltung hat sich also auch deiner Ansicht nach gelohnt.

Ja, wenn auch die Organisation dadurch viel komplexer und schwieriger wurde.

Inwiefern?

Die bescheidenen Ressoucen des Vereins reichen halt höchstens für ein kleines Treffen alle zwei oder drei Jahre, und selbst dann müssen wähend der heißen Phase Abstriche am Pflichtprogramm gemacht werden. Mehr ist nur über besonders engagierte und leistungsfähige Programmanbieter oder Kooperationspartner möglich. Die vereinsinterne Kommunikation genügt dann natürlich nicht mehr und es sind zusätzliche Absprachen, Termine usw. erforderlich.

Die benötigten Partner wurden dann auch tatsächlich gefunden.

Stuttgart war 2003 ja nicht zufällig als Austragungsort gewählt worden... Mit dem Staatlichen Schulamt Schwäbisch Gmünd und dem Institut Dr. Flad konnten wir schon frühzeitig auf zwei starke Pferde setzen. Gleichzeitig mit der Änderung der Konzeption haben wir aber begonnen, weitere Anbieter als Akteure insbesondere für das neu aufgenommene Regionalprogramm zu suchen.

Das dann die Form des Tipiprojekts erhalten hat.

Richtig. Diese inhaltliche Ausformung des Regionalprogramms, die wir Theo Betz zu verdanken haben, trug entscheidend dazu bei, dass es überhaupt zustande kam. Zusammen mit dem Theaterprojekt erhielt dadurch auch das Schwerpunktthema „Talente“ eine eindrucksvolle Gestalt.

Warum wurde gerade der Programmteil Talente als Schwerpunktthema der Jugendangebote und damit auch des Festaktes gewählt?

Weil die Potenziale dieses Programmteils oft unterschätzt werden und entsprechend in NETZWERK auch nur selten Berichte zu entsprechenden Aktivitäten, Erlebnissen und Erfahrungen von Programmteilnehmern zu finden sind. Unsere Besucher sollten sehen, dass das Programm weit mehr ist als auf Tour gehen und auch im kreativen Bereich hervorragende Arbeit geleistet wird.

Auch diese Rechnung ist offensichtlich aufgegangen.

Was das Bundestreffen selbst betrifft, sicher in vollem Umfang. Sowohl Tipi- wie Theaterprojekt haben von allen Seiten nur Bestnoten erhalten und aus einem Fachkräftetreffen eine Jugendveranstaltung gemacht. Die Überraschung beim Festakt in dieser Hinsicht war für mich die Präsentation von Katie und das, was sie zur Produktion ihrer eigenen Musik-CD im Programmteil Talente erzählte. Die Auswirkungen auf das Tagesgeschäft vor Ort und NETZWERK müssen wir abwarten.

Der zehnte NETZWERK-Geburtstag gehörte zu den Dingen, die in Stuttgart etwas untergegangen sind, obwohl die Produktion des Jugendprogramm-Magazins doch sicher auch eine kreative Tätigkeit ist.

Immerhin wurden München und Osterburken für die Arbeit ihrer Jugendprogramm-Reporter mit dem Anbieterpreis ausgezeichnet, im Beitrag des Kultusministeriums wurde die Arbeit unserer „jungen Medienmacher“ sogar explizit angesprochen. Und, was mich besonders freut, wir bekommen in Schwäbisch Gmünd vielleich sogar eine neue Reportergruppe. Aber im Grunde habt ihr recht, das NETZWERK-Faltblatt, das zu diesem Anlass erscheinen sollte, ist leider nicht rechtzeitig fertiggeworden.

Gab es auch andere Probeme oder Unzulänglichkeiten, über die ihr auf der Sitzung gesprochen habt?

Wie nicht anders zu erwarten – mehr als genug... Das Hauptproblem war die Kommunikation zwischen den verschiedenen beteiligten Stellen und Personen. Wir haben zwar alle getan, was wir als Ehrenamtler konnten, aber das reichte einfach nicht aus.

NETZWERK-Leser konnten feststellen, dass das „Pflichtprogramm“, wie du es es nennst, selbst in der heißen Phase ohne Abstriche weiterging. Am Wochenende darauf waren wir zum Beispiel schon wieder zusammen beim Programmlehrgang in Brünn, der ja auch vorbereitet werden musste.

Was die Lehrgänge anbetrifft, ja. Aber zum Beispiel ist seit dem Frühjahr kein E-Info mehr erschienen und beim neuen Handbuch sind wir auch noch nicht soweit wie geplant.

Wo waren deine persönlichen Grenzen?

Ich hatte einfach nicht genügend Zeit für all die Gespräche und Termine, die wir eigentlich noch zusätzlich gebraucht hätten. Die Festakt-Moderatoren habe ich bei der Anbiertetagung zum ersten Mal gesehen, bis dahin ging alles nur per E-Mail und Telefon – unmöglich! Aber ich bin halt auch nur ein Ehrenamtler.

Womit wir wieder bei den Ressourcen wären. Ohne Geld und Personal so ein Projekt zu wagen, erscheint doch vor diesem Hintergrund fast als Quadratur des Kreises.

Mit „erscheint“ bin ich einverstanden. „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden“, sagt Hermann Hesse. Unsere ganze Geschichte, zu der auch ihr gehört, ist doch ein einziger Beweis dafür, wie recht er hat. Das 5. Bundestreffen ist auch in meiner ganz persönlichen Sicht ein riesiger Erfolg.

Obwohl du auf dem Foto im Weißen Saal so kritisch schaust.

Der Festakt war ja auch der kritischste Moment der sogenannten „Quadratur“ – ohne Generalprobe und mit Programmänderungen bis zur letzten Minute.

Ist das 5. Bundestreffen mit der Sitzung heute auch für dich persönlich Geschichte?

Nein. Auf meiner Agenda stehen zum Beispiel noch der Föderantrag zum Jugendabzeichen, die Überarbeitungen der Arbeitsmappen zum Treffen und der Anbietertagung, Briefe an Akteure und Termine mit Kooperationspartnern. Das heiß wohl heutzutage „die Ergebnisse sichern“...

Deshalb also ist das Büro im August dicht.

Nicht nur, vier Tage Urlaub am Montsende in Paris habe ich mir immerhin genehmigt.

Die Gefahr, auf dem Montmatre mit dem Programm in Berührung zu kommen, ist in der Tat gering.

Leider – sorry, Gott sei Dank!

Was war für dich in Stuttgart das schönste Erlebnis?

Pitt Frauen, den wir alle vermisst hatten, zwar erschöpft, aber bei guter Gesundheit vor dem Neuen Schloss begrüßen zu können.

Was hat dich am meisten gewundert?

Dass ausgerechnet eine Gruppe Osterburkener Schüler, die so nahe an der Quelle sitzen wie sonst niemand, einen Samstag zu früh am Bahnhof auf den Bus nach Stuttgart gewartet haben. Aber auch sonst lagen Senden und Empfangen von Informationen manchmal weit auseinander.

Worüber hast du dich besonders gefreut?

Dass sich Christoph von seinem Unfall wieder einigermaßen erholt hatte und dabei sein konnte – und über das Verständnis, auf das unsere Schwächen gestoßen sind. Es gibt sie tatsächlich, die Jugendprogrammfamilie...

Und die größte Enttäuschung?

Dass wegen Navigationsporoblemen, Straßensperrungen und anderen Katastrophen bei der Anbietertagung nur knapp die Hälfte der weit fast 60 angemeldeten Teilnehmer da war und die meisten die spanndenen Beiträge unserer Kooperationspartner und die nicht weniger aufregenden Neuigkeiten aus der Jugendprogrammwelt verpasst haben.

Zum Beispiel den Enstieg in die Welt der Unternehmen.

Oder das Relizenzierungsprojekt, das uns die nächsten Jahre intensiv beschäftigen wird.

Was die angenehmste Überraschung?

Dass die Plätze im Weißen Saal plötzlich doch für alle reichten. Wir hatten zwar weit über 500 Anmeldungen, aber es sind dann, Gott sei Dank, nur die 400 gekommen, die wir tatsächlich auch unterbringen konnten.

Und die unliebsamste?

Dass einige Teilnehmer vor dem Neuen Schloss kostenlose Getränke erwartet hatten – so einen Service hatte es, siehe Ressourcen, noch bei keinem Bundestreffen gegeben. Das Mißverständis selbst, das mir natürlich leid tut, ist ein typisches Beispiel für die oben erwähnten Kommunikationsprobleme.

Wen hast hast du besonders vermisst?

Grant und sein Team der Europäischen Schule. Es ist schade, dass er den Anbieterpreis und Sammy das erste Münchner „Gold“ nicht selbst entgegennehmen konnten. Aber gegen Prüfungen kommt halt auch ein Bundesteffen nicht an.

Was hat dir dieses Mal am meisten gefehlt?

Ein gutes Mittagessen [lacht]. Nein – ich habe vor lauter Aufregung ja nicht einmal Juttas Brötchen heruntergebracht. Am meisten vermisst habe ich soviel Zeit zum Austausch mit allen Anbietern, wie ich sie mit den Luxemburger und Lübecker Freunden in der Alten Bahnmeisterei hatte.

Was soll beim nächsten Bundestreffen anders werden?

Wenn es wieder eines geben wird, genau das: wieder ausreichend Gelegenheit zum Gespräch und Zusammensitzen.

Und auch wieder ein Fest zum Schluss?

Hoffentlich! Wir brauchen euch ja wieder...