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Expeditionen: Silbertour im Allgäu

Durch Höhen und Tiefen: die Expeditionen von „Never Lost“

von Marlene Somann und Team

Textnummer: 624203

Erstellt am 2007/07/28, zuletzt geändert am 2013/03/09

Vom 29. Juni bis 1. Juli 2007 führten Schülerinnen und Schüler der Europäischen Schule im Allgäu ihre Silberexpedition durch. Ein weiterer „Insider-Bericht“ der Münchener NETZWERK-Reporter...

Vom 29. Juni bis 1. Juli 2007 führten Schülerinnen und Schüler der Europäischen Schule im Allgäu ihre Silberexpedition durch. Ein weiterer „Insider-Bericht“ der Münchener NETZWERK-Reporter...

Irgendwann hieß es in England: „So jetzt ein kleines Stück bergauf“, doch dieses Stück war nicht gerade leicht. Noch schwerer wurde es wenn man, wie Eleni, kein geeignetes Raincover hatte, welches Schutz gegen Regen und vielleicht auch Wind sein sollte. Im Gegenteil, es blies sich bei jedem Windstoß auf und machte es der Eleni noch schwerer den Berg hinauf zu klettern. Tja es ist nun mal nicht leicht mit einem neon-orangenen, zu klein geratenen Regenumhang so viele Höhenmeter zu bewältigen und sich dabei noch nicht besonders relevante Witze über Holländer und Müllmänner anzuhören. Doch unser Team hält zusammen und weil Kitsch doch so schön ist haben wir natürlich auch nicht aufgegeben. Wenn’s mal wieder länger dauert, schnapp dir ein Snickers!

Doch das ist nur ein kleiner Einblick in unsere sehr aufregende Probetour in England. Etwas ganz besonderes ist auch unsere abschließende Expedition im Allgäu gewesen. Ganz in der Nähe, doch ganz anders als München. Keine Metropole, sondern ein ruhiges Gebietchen in dem man Tage und Nächte umherlaufen könnte. Wir sind drei Tage herumgelaufen. Ungefähr 18 Kilometer am Tag, bei jeder Witterung und mit einem riesigen Rucksack. Natürlich gab es Höhen und Tiefen auf unserer Wanderung. Sowohl auf unserem Fußweg, als auch gefühlsmäßig.

Im Allgäu war es Plan der Route, ein Stück durch den Wald zu laufen. Nach einer exzellenten Führung der Mädels wurde die Karte dem männlichen Teil unseres Teams überreicht. Dass wir uns verlaufen haben, würde jetzt aber nicht ganz stimmen – wir verlaufen uns nämlich nicht! Wir heißen ja auch „Never Lost“. Sagen wir, wir haben uns entschlossen, einen kleinen Umweg zu machen um das wunderschöne Allgäu so lang wie möglich zu genießen.

Das haben wir auch. Doch nach einer Ewigkeit laufen – in der Hitze und bei schüttendem Regen – ist es auch einmal soweit, dass man sich das kuschelige Bett und eine warme Dusche herbeiwünscht. Da hilft es dann nur sich gegenseitig zu motivieren und wenn wirklich gar nichts mehr geht, muss man halt auch einmal eine Pause machen. Essen und Schlafen, das macht wirklich glücklich. Claire war so überwältigt von dem Schlafplatz, dass sie sogar beim Schlafen ein Lächeln auf den Lippen hat. Und Antoine hat sich ganz einfach auf das Umrühren der Fertignudeln konzentriert, in der Hoffnung, dass sie schmecken, selbstverständlich.

Unsere wohltuende Pause wurde von einem sehr unfreundlichen Mann unterbrochen. Er verscheuchte uns mit einem etwas aggressiven Ton. Während Antoine, Chris und Claire noch schliefen, packten Lina, Luisa, Eleni und Marlene alles zusammen, was auf diesem Privatparkplatz von uns lag. Wir hatten das Schild wirklich nicht gesehen, es war sehr klein und nur wenn man von der anderen Seite kam sichtbar, außerdem hatte uns zuvor auch keiner darauf aufmerksam gemacht.

Aber so was kann passieren. Das überstanden, ging die Wanderung direkt zum Campingplatz weiter. Wir waren froh noch kurz vor dem wilden Regen in unser Zelt schlüpfen zu können. Doch noch toller war es, Mützen für die kalte Nacht dabeizuhaben. Denn der Körper kühlt über den Kopf aus. Also ist der Körper warm wenn der Kopf warm ist.

Auch der letzte Tag wartete mit einer Hürde auf uns! Das Wetter: Regen, Regen, Regen! Wir wollten endlich in unser kuscheliges Bett und unter die warme Dusche, sodass wir die 15 bevorstehenden Kilometer in fünf Stunden bewältigten. Die Füße schmerzten, die Laune war auf dem Nullpunkt, doch unsere Freude auf einen Döner am Bahnhof (wegen dem wir fast den Zug verpasst hätten) und unsere lächerlichen Geschichten und Stimmungslieder ließen uns nicht aufgeben und durchhalten.

Die Stimmung war immer noch einmalig, wir waren froh unser Ziel erreicht zu haben und freuten uns auf zu Hause. Es war überstanden, dank der zusammenhaltenden, sich unterstützenden und lustigen Gruppe! Danke auch an die Aufsichtspersonen!