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Grundlehrgang 7/2009: Spiele

Grundlehrgang in Barmstedt: Die Reifeprüfung

von Dominik Salm und Karsten Vogel

Textnummer: 685301

Erstellt am 2009/11/16, zuletzt geändert am 2009/12/25

Beim Grundlehrgang 7/2009 vom 13. bis 15.11.2009 in der Jugendbildungsstätte des Kreisjugendrings Pinneberg schlüpften die Trainer Dominik Salm und Karsten Vogel, unterstützt von Dirk Ziegenhagen und Pitt Frauen, erstmals auch außerhalb der Alten Bahnmeisterei in die Rolle der Lehrgangsleiter. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen.

von Dominik Salm und Karsten Vogel

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Beim Grundlehrgang 7/2009 vom 13. bis 15.11.2009 in der Jugendbildungsstätte des Kreisjugendrings Pinneberg schlüpften die Trainer Dominik Salm und Karsten Vogel, unterstützt von Dirk Ziegenhagen und Pitt Frauen, erstmals auch außerhalb der Alten Bahnmeisterei in die Rolle der Lehrgangsleiter. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen.

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Seit März stand das Jugendprogrammjahr 2009 für uns ganz im Zeichen der Trainerausbildung. Wir, das ist ein siebenköpfiger Kreis aus ehemaligen Programmteilnehmern, großteils Goldabsolventen, die das Jugendprogramm auf einem höheren Niveau als bislang unterstützen wollten. Im April dann setzten wir Trainer-Aspiranten uns bei unserem ersten Trainerlehrgang im Rahmen eines Grundlehrgangs das Ziel, nicht nur die Lehrgänge in der Alten Bahnmeisterei zu unterstützen, sondern zu Emissären des Koordinationsbüros zu werden, die in ganz Deutschland mithelfen würden, in Lehrgängen und Präsentationen die inhaltliche Substanz des Programms zu verbreiten. Dementsprechend stellten wir beim Entwurf unseres „Jugendprogramm-Hauses“ das Koordinationsbüro als futuristisches Raumschiff dar, von dem aus wir als Sonden in alle Richtungen ausschwärmten.

Erste Früchte trug unsere Vorarbeit bei der Sommerschule und den nachfolgenden Lehrgängen, als wir erstmals in eigenständiger Initiative in die Trainer- und Lehrgangsleiterrolle schlüpften. Im November standen wir vor neuen Herausforderungen. Es war nun wirklich an der Zeit für uns, auszuschwärmen und erstmals in leitender Verantwortung einen Grundlehrgang in Barmstedt (bei Hamburg) zu halten. Dass dieses Los in unserem Trainerteam gerade uns beiden zukommen würde, stand erst zwei Wochen vor Lehrgangsbeginn endgültig fest. Die gesamte Kommunikation zwischen den an der Planung beteiligten Personen verlief per Mail oder Telefon zwischen Heidelberg (Dominik), Tübingen (Karsten), Rellingen (Dirk Ziegenhagen), Elmshorn (Pitt Frauen), Pinneberg (Birgit Hammermann) und Osterburken (Klaus Vogel).Ein echtes Vorbereitungstreffen zumindest der Lehrgangsleiter war da natürlich nicht zu bewerkstelligen. Erst eine Woche vor Null konnten wir an die Feinplanung und die Vorbereitungen der Materialien und Lehrgangsunterlagen gehen.

Am Donnerstagabend kam dann für uns der Startschuss für unsere Reifeprüfung. Eine halbtägige Fahrt durch ganz Deutschland sowie eine Mitternächtliche Stadt-Rallye durch Barmstedt später (wir waren am falschen Bahnhof ausgestiegen!) konnten wir es uns zu Tode erschöpft im „Jugendprogramm-Haus des Nordens“, der Jugendbildungsstätte Barmstedt, gemütlich machen und noch einmal gründlich ausschlafen.

Nachdem wir uns anderntags bei einem Frühstück mit Birgit Hammermann und dem Rest der Jubi-Truppe wieder gestärkt hatten, trafen wir mit Dirk, der unser Leitungsteam in den nächsten Tagen verstärken würde, letzte Vorbereitungen. Und schon hieß es, die eintreffenden Lehrgangsteilnehmer willkommen zu heißen. Wir hatten es diesmal mit einer schön gemischten Gruppe aus Programmleitern und -teilnehmern auf allen Stufen zu tun – ein Glücksfall, bot dieser Mix doch den Teilnehmern die Möglichkeit zum regen Austausch über die Grenzen der eigenen Programmarbeit hinweg. Direkt nach der Vorstellungsrunde griffen wir diese Chance auf, indem wir beide Gruppen an unterschiedliche Aspekte des Programms heranführten: während die Teilnehmer sich mit den eigenen Aktivitäten auseinandersetzten, galt es für die Programmleiter, die ersten Schritte zur eigenen Programmkonzeption zu gehen. Für den restlichen Tag stand uns bis zu später Stunden ein voller Zeitplan bevor: in kurzen kreativen Präsentationen näherten wir uns der Programmmaterie, beim Stationslauf unter Dirks Ägide nahmen wir uns die Expeditionstechniken vor.

Samstagmorgen bescherte uns einen kleinen Überraschungsbesuch von Klaus, der die Ehrung Pitt Frauens durch die Stadt Elmshorn besucht hatte. Pitt selbst stieß wenig später dazu und stand uns von da an den ganzen Lehrgang über mit Rat und Tat zur Seite.

Miniexpedition! Für uns Trainer immer eine willkommene Möglichkeit, Atem zu schöpfen und die späteren Lehrgangblöcke vorzubereiten. Für viele (nicht alle!) Lehrgangsteilnehmer hingegen war die Tour am Samstag sicherlich mit der Höhepunkt des Lehrgangs, wo sie sich nicht nur näher kennenlernen, sondern Kniffe und Tücken der Expeditionsüberwachung in eigener Erfahrung erleben konnten. In ihren Expeditionsberichten, einer Slide-Show und einem von Fotos begleiteten Tourgedicht, gingen die beiden Gruppen später auch intensiv auf ihre Zielsetzung ein. Während die einen sich dabei eher auf die Gruppendynamik und das Miteinander konzentrieren, hatten die anderen, unterstützt von Vorabrecherchen, ein nahegelegenes Hügelgrab untersucht.

Am Abend wurde es dann noch einmal trocken, gerade für die Programmleiter aber wohl noch interessanter, als wir die Arbeitshilfen der Programmarbeit vorstellten und die wichtigsten Formulare erläuterten. Auch die Vorstellung des Goldnetzwerks und der Sommerschule sowie der bundesweiten und regionalen Jugendprogramm-Webseiten kam gut an. Einen schönen Ausklang fand der Abend dann zumindest für einige der Teilnehmer bei einem gemeinsamen Abstecher nach Hamburg, gefolgt von einem Überfall auf den Geburtstag von Lars, des ersten Goldteilnehmers an Dirks Schule.

Am Sonntagvormittag wurde es dann auf der Zielstrecke noch einmal holprig – in Windeseile mussten wir unsere Etage reinigen, um mit dem Lehrgangsstoff einigermaßen durchzukommen. Es ging nun zurück zum Start des Lehrgangs: Die Programmteilnehmer machten sich mit Unterstützung der Programmleiter daran, ihren individuellen Programmen den letzten Schliff zu geben. Anschließend entwarfen die Lehrgangsteilnehmer in bewährter Tradition Jugendprogramm-Häuser und hatten so alle noch einmal Gelegenheit, noch einmal im Detail darüber nachzudenken, wie sie das Programm an ihrer Einrichtung einbinden würden. Mit der Urkundenverleihung und einer intensiven Reflexions- und Feedbackrunde ging der Lehrgang zu Ende. Nicht nur wir beide, sondern auch unsere Teilnehmer waren sichtlich mit den Kraftreserven am Ende. Aber jede Anstrengung und Strapaze für die Teilnehmer diente am Ende der Bereicherung der individuellen Programmerfahrung – du kannst mehr, als du glaubst!

Danke noch einmal an Dirk, Pitt und Birgit!