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GL 2/2010: Gruppenbild im Schnee

Grundlehrgang in Barmstedt: Vom Boßeln und Lüschern

Von Dominik Salm und Karsten Vogel

Textnummer: 692102

Erstellt am 2010/03/08, zuletzt geändert am 2010/04/26

In der Teilnehmergruppe war die ganze Bandbreite des Programms vertreten. Neben Programmleitern aus dem Elmshorner und Kölner Raum mit so unterschiedlichen Hintergründen wie Pastor, Lehrer und Sozialpädagoge fanden sich darunter auch einige Programmteilnehmer auf der Silber- und Goldstufe.

Von Dominik Salm und Karsten Vogel

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In der Teilnehmergruppe war die ganze Bandbreite des Programms vertreten. Neben Programmleitern aus dem Elmshorner und Kölner Raum mit so unterschiedlichen Hintergründen wie Pastor, Lehrer und Sozialpädagoge fanden sich darunter auch einige Programmteilnehmer auf der Silber- und Goldstufe.

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Schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit nutzten wir am vergangenen Wochenende die Jugendbildungsstätte in Barmstedt zur Durchführung des Jugendprogramm-Grundlehrgangs. Waren wir bei unserem letzten Besuch im vergangenen November noch dabei gewesen, uns in unsere Trainerrollen einzufinden, machte sich die in den dazwischen liegenden drei Monaten gesammelte Erfahrung nun umso stärker bemerkbar.

Wieder einmal war in der Teilnehmergruppe die ganze Bandbreite des Internationalen Jugendprogramms vertreten. Neben Programmleitern aus dem Elmshorner und Kölner Raum mit so unterschiedlichen Hintergründen wie Pastor, Lehrer und Sozialpädagoge fanden sich darunter auch einige Programmteilnehmer auf der Silber- und Goldstufe. Dies war nicht nur für die Übungen und Aufgaben zur Teilnehmerbetreuung wichtig, sondern ermöglichte darüber hinaus einen Austausch über den Tellerrand der eigenen Programmarbeit hinweg und war somit ein entscheidender Beitrag zu dem vom Lehrgang angestrebten Jugendprogramm-Erlebnis.

Nicht zuletzt führte die gute Mischung dazu, dass der gesamte Kurs allen Beteiligten enormes Vergnügen bereitete. Das war keineswegs eine Selbstverständlichkeit, hatten wir doch unser Lehrgangsprogramm bis zum Bersten gefüllt. Doch sogar der anstrengende erste Tag mit Kurzvorträgen und Vorbereitungen auf die samstägliche Mini-Expedition bis in die späten Nachtstunden konnte niemandem die Laune verderben. Erstmals wurde dabei auch das Expeditionsthema in bis dahin bei den Lehrgängen nicht gekannter Gründlichkeit vorbereitet. Neu beim Expeditionsteil war auch eine noch stärker ausgebaute Rolle des Gutachterteams, das zum ersten Mal auch zu jedem Expeditionsteilnehmer ein kleines Gutachten anfertigen musste.

Für die Strapazen des Freitags wurden die Teilnehmer dann aber am Samstag auch reichlich belohnt: Zum einen mit einem großartigen Thema für die Tour, der Beschäftigung mit dem in der Barmstedter Gegend beheimateten Volkssport des Boßelns; zum anderen mit einer über Nacht entstandenen traumhaften Schneelandschaft gepaart mit strahlend blauem Himmel. So wurde die Tour auch für alte Expeditionshasen unter den Teilnehmern zu einer ganz besonderen Erfahrung und schweißte die Lehrgangsteilnehmer fest zusammen.

Das Boßeln, das nicht nur uns Südländern bis dahin unbekannt gewesen war, ist eine Wurfsportart, bei der nicht nur das Wurfgerät, sondern auch die Regeln völlig dem Geschmack der Teilnehmer überlassen zu sein scheinen. Jedenfalls machte es den Teilnehmern der Expeditionsgruppe, soweit wir dies den Bildern des Expeditionsberichts entnehmen konnten, einen riesigen Spaß. Die Teilnehmer ergänzten sich nicht nur, sondern halfen sich auch gegenseitig aus Notlagen heraus, seien es zerrissene Hosen, nasse Schuhe oder abhanden gekommene Boßelwurfgeschosse (in diesem Fall ein Turnschuh, der im Baum hängen blieb…).

Dass die Tour zum Erfolg wurde, war aber nicht zuletzt den gewissenhaften Aufsichtspersonen und Gutachtern verschuldet, die sowohl bei den Vorbereitungen als auch während und nach der Tour mit großer Sorgfalt den Expeditionsverlauf begleiteten und damit nicht nur für die nötige Sicherheit der Teilnehmer, sondern gerade auch für ausreichende Zeit für die Gruppenprozesse während der Tour sorgten. Diese konnten wir bei der Präsentation des Berichts sozusagen in „Echtzeit“ verfolgen, da, wie es Expeditionsteilnehmer Christian ausdrückte, „wir auf dem ersten Gruppenfoto wie die Zinnsoldaten nebeneinander stehen, jedoch auf dem Abschlussbild Arm in Arm zu sehen sind“.

Eine weitere Neuerung des Grundlehrgangs war ein Workshop zum Thema „Goldnetzwerk“, den Dominik als Leiter des Netzwerks gemeinsam mit den Programmteilnehmern unter den Lehrgangsteilnehmern gestaltete. Unter mehreren zur Wahl stehenden Aufgaben entschied sich die Gruppe dafür, einen neuen Werbeflyer zu kreieren, der insbesondere Programmteilnehmer dazu animieren sollte, sich im Goldnetzwerk zu engagieren. In zwei über den Samstagabend und Sonntagvormittag verteilten Seminarblöcken konnte die Gruppe diese Aufgabe zu Ende bringen – mit beachtenswerten Ergebnissen. Dies war nicht nur wichtig für die Teilnehmer, um ein tiefes Verständnis für Sinn und Zweck des Netzwerks entwickeln zu können, sondern auch für das entstehende Netzwerk selbst.

Ein erfolgreicher Lehrgangstag wurde abgerundet durch einen vergnüglichen Abend in Glückstadt, der im Restaurant „der Däne“ mit Matjes in allen Variationen begann und nach einer Erkundung der Hafenpromenade mit einer nächtlichen Tour durch die dortige Kirche endete. Rainer, der Pastor in unserer Gruppe, hatte – Gott sei Dank! – den Schlüssel mit und erzählte uns als „Insider“ unzählige Anekdoten vom Kanonenbeschuss (das Loch im Kronleuchter ist heute noch sichtbar) über Glückstädter Lokalprominenz in den biblischen Wandgemälden bis hin zur Darstellung des heiligen Bartholomäus, leger die eigene frisch abgezogene Haut über die Armbeuge geworfen – nicht zu vergessen die Schnapsbrennerei im Glockenturm („Das war halt der sicherste Ort in der Stadt“). Schließlich zurück in der Jubi besuchten wir mit Rainer den Düsterwald, wo wir uns beim Spiel „Werwölfe“ (eine verschärfte Version von „Mafiosi“ mit einem Mädchen, das „lüschern“ oder Werwolf spielen darf) gegenseitig in den Schlaf meuchelten.

Am Sonntag, der neben der Fortsetzung der bereits beschriebenen Arbeiten am Goldnetzwerk vor allem der Erstellung von Teilnehmerporträts und den traditionellen Jugendprogramm-Häusern gewidmet war, standen wir dann noch einmal unter großem Zeitdruck. Wir finden, es ist der Gruppe hoch anzurechnen, dass sie bis zur Abschlussrunde mit Volldampf durchhielt und dabei auch die gute Laune nie verlor.

So können wir uns rückblickend nur bei allen bedanken, die uns dabei geholfen haben, diesen Grundlehrgang erfolgreich zu gestalten. Neben den Teilnehmern waren dies insbesondere Pitt, der uns wieder einmal eine fantastische Truppe aus dem Umfeld der Jugendprogramm-Hochburg Elmshorn beschert hat, sowie nicht zuletzt Birgit und das Jubi-Team, die zum wiederholten Mal als Ausrichter des Lehrgangs drei wunderbare Tage für uns erst möglich gemacht haben.