Sektionen
Sie sind hier: Startseite Netzwerk Artikel Teilnehmer Aktivitäten Expeditionen
München: Probetour 2003 in Wales

Müchen: Mückenplage bei der Probetour in Wales

Textnummer: 243902

Erstellt am 2004/06/01, zuletzt geändert am 2008/09/02

Bei der Silber-Probetour der Europäischen Schule München erwiesen sich nicht Nebel oder Regen, sondern Schwärme von angriffslustigen „Midges“ als die größte Herausforderung. Doch die Teilnehmer wussten sich auch hierbei zu helfen...

von der Europäischen Schule München

Bei der Silber-Probetour der Europäischen Schule München erwiesen sich nicht Nebel oder Regen, sondern Schwärme von angriffslustigen „Midges“ als die größte Herausforderung. Doch die Teilnehmer wussten sich auch hierbei zu helfen...

Vom 19. bis 22. Juni 2003 haben die Silber-Teilnehmer der Europäischen Schule München ihre Vorexpedition in Wales erfolgreich absolviert. Die Organisatoren hatten gehofft, dass Wales, seinem Ruf gerecht, etwas Regen und Nebel anbieten würde. Die Idee war, dass ein Gebiet mit sehr wenig Straßen oder eindeutigen Landschaftsmerkmalen, gekoppelt mit miesem Wetter, eine angemessene Herausforderung für die Teilnehmer sein könnte. Was tatsächlich passiert ist – damit hat keiner gerechnet, und dass es gar so schlimm kommen könnte, das konnte sich keiner vorstellen.

Sehr zur Freude der Organisatoren ging alles gut bei der Hinreise. Die Nervosität beim Abgeben des Gepäcks am Flughafen hat sich als unbegründet herausgestellt, und alles ist heil angekommen. Auch die Busse (einmal 15 Sitze, einmal sieben Sitze) waren rechtzeitig dort, so dass die Expedition gleich am ersten Tag mit einer Wanderung zum ersten Campingplatz anfangen konnte. Hier haben wir die Kontaktpersonen vom Walisischen Jugendprogramm getroffen, die sehr hilfsbereit und freundlich waren.

Am nächsten Tag ging es bei strahlendem Sonnenschein aus der gemütlichen Bauernlandschaft heraus in die offene Wildnis um Plynlimon. Oben auf den Gipfeln wehte ein starker kalter Wind, aber die Wolken blieben aus, so dass ein herrlich weiter Blick der Navigation der Teilnehmer dienlich war. Zur Landschaft gehören einige steile Hänge und der Boden bestand entweder aus Sumpf oder Grassklumpen, was das Gehen mit Gepäck erschwerte, so dass die Gruppen etwas langsamer vorankamen als vorgesehen war. Gut dann, dass fast Mitsommer war und dass das Wetter so schön blieb – oder so haben wir gedacht....

Bei der Ankunft am zweiten Campingplatz ca. um 20:00 Uhr nach etwa 22 Kilometern hartem Gehen waren alle froh. Der Platz in der Gabelung zweier kleiner Bäche sah bilderbuchmässig schön aus, und der böse Wind hatte sich völlig verabschiedet, so dass nur die wärmende Abendsonne übrig blieb. Und dann kam es. Ein Phänomen, das alle die mit Schottland vertraut sind, gut kennen – Midges!

„Diese winzigen Mücken kamen in solchen Schwärmen, dass alles von den kleinen bissigen Bestien schwarz war. Sie waren überall, in Augen, Nasen, Ohren, auf allem was man anfasste. Fürchterlich!“ In voller Regenkleidung, alle Öffnungen mit Schal und Handschuhe abgedichtet, waren die Zelte ganz schnell – und ziemlich schlampig – aufgebaut und alle flüchteten fluchend dort hinein. Nicht einmal die Mutigsten konnten es mehr als ein paar Sekunden draußen aushalten. In Zelten, die von der schönen Abendsonne aufgeheizt waren, haben alle gemeinsam vergeblich um einen anständigen Sturm gebetet. Die Waliser, die gekommen waren, um zu sehen, ob es uns gut geht (die aber nicht lange blieben), haben uns zugesichert, dass solche windfreien Abende eigentlich völlig unbekannt sind. Dies war kein Trost. Erst nachdem es dunkel geworden war, waren die Viecher weg. Erst dann wurde gekocht.

Am nächsten Morgen waren sie wieder da, also haben wir das Frühstück verschoben und die Zelte einfach zusammen gepackt und los – nichts wie weg aus diesem Höllenloch! Erst später, nachdem wir höher kamen und eine leichte Briese aufkam, konnten wir unseren Frühstücksspeck in Ruhe geniessen. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, die Temperatur war angenehm, aber hauptsächlich blieben die Midges aus. Himmlisch! Die Konturen waren etwas milder, dafür war die Landschaft etwas wilder. Alle haben das Gehen ohne Midges genossen und um etwa 17:30 Uhr war die Expedition vorbei.

Danach fuhren wir zu der einsamen Jugendherberge Tyncornel. In dieser kleinen Herberge ohne Strom und Heißwasser haben wir alle Betten besetzt (insgesamt 16), auch angeblich ein unbekanntes Ereignis. Alle packten zu und ein sehr schönes gemeinsames Abendmahl war im Nu fertig, was ein fast perfekter Abschluss war. Am nächsten Tag blieb nichts mehr zu machen ausser Frühstuck, dann mit Mückenbissen, Blasen, Muskelkater und Sonnen- bzw. Windbrand ab nach Hause.

Und was haben die Teilnehmer mitgenommen? – Das absolut sichere Wissen – Wurst wie schlecht das Wetter wird, wenn es regnet, stürmt und bläst, ist es auszuhalten – zumindest gibt es keine Midges!