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München: Erste-Hilfe-Ausbildung, die Spaß macht!

München: Eine „lebensrettende“ Erfahrung oder Erste-Hilfe-Ausbildung mit Spaß

Textnummer: 264203

Erstellt am 2006/06/10, zuletzt geändert am 2008/09/02

Am 22. und 23. November führte die Europäische Schule einen Erste-Hilfe-Kurs für ihre Programmteilnehmer durch. „Frank der Feuerwehrmann“ und „Frank der Sanitäter“ sorgten dafür, dass trotz der wichtigen Inhalte das Wochenende auch Spaß machte.

von NETZWERK-Reporterin Laura Strouhal

Am 22. und 23. November führte die Europäische Schule einen Erste-Hilfe-Kurs für ihre Programmteilnehmer durch. „Frank der Feuerwehrmann“ und „Frank der Sanitäter“ sorgten dafür, dass trotz der wichtigen Inhalte das Wochenende auch Spaß machte.

München – Als ich erfuhr, dass Erste Hilfe ein Teil unseres Jugendprogramms ist, habe ich mir gedacht, dass ich am Besten gleich wieder aussteige! Ich habe einen trockenen und langweiligen Vortrag erwartet, voller Blut und sonstigen „Leckereien“ die mich nicht ansprechen. Und dies alles auch noch am Wochenende?!

Heute muss ich jedoch gestehen, dass ich mich riesig getäuscht habe! So ein witziges Wochenende hatte ich schon seit langen nicht mehr. Teilweise hatte ich solche Lachkrämpfe, dass nicht mal Erste Hilfe dagegen geholfen hätte. Der Stoff, den wir an diesem Wochenende gelernt haben, wurde uns, im Gegensatz zu so manchen Schulstunden, so interessant präsentiert, dass ich mich wahrscheinlich sogar in einigen Jahren an diese gesammelten Erfahrungen gerne zurück erinnern werde.

Tote, Schwerverletzte, Bewusstlose: das war zunächst unser Thema am ersten Tag. Was soll man in einer solchen Situation machen? Nun kenne ich das Grundschema: Ansprechen – Anfassen (Schmerz zufügen) – Atmung? Nein: Herz-Lungen Wiederbelebung, Mund zu Nase (Mund zu Mund) Beatmung. Ja: Stabile Seitenlage.

Paarweise haben wir die „stabile Seitenlage“ geübt. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten „Patienten“ glattweg während dieser Tortur umgekommen wären. Die Schauspielkunst unserer „Patienten“ ließ zu Wünschen übrig. Die Nachahmung von Bewusstlosen ist wegen Lachanfällen weitgehend gescheitert, denn die vom Lachen versteiften Körper konnten nur schwer in eine stabile Seitenlage manövriert werden. Am Ende jedoch, hat es jede Person mindestens einmal erfolgreich zustande gebracht.

Als nächstes hatten wir ein echtes Opfer zu beklagen: Enni, die „Freundin“ unseres Betreuers. Nachdem wir mit Enni fertig waren, hatte sie einen totalen Rippenbruch und eine Delle am Herzen. Wir wollten nur das Beste für Enni: eine Herz-Lungen Massage und eine Mund zu Nase Beatmung. Das hat die Puppe Enni bei fünf Gruppen einfach nicht unbeschadet überstanden. Ein extra Tipp: Mund zu Nase Beatmung bei verschnupften Personen ist nicht empfehlenswert!

Das „Highlight“ am zweiten Tag waren die Verbände. Ich bin selbst erstaunt, was man alles verbinden kann! Wir haben alle möglichen Kompressen (notwendig bei heftigen Blutungen) und Verbände angebracht: z. B. an den Pulsadern. Wir hatten aber auch Spaß: Marie-Luise haben wir verbunden, bis sie als Mumie endete.

Natürlich gab es noch weitere Themen z. B. Verbrennungen, Vergiftungen, Herzinfarkt, Hitzeschläge, Asthma (alle Arten von Atemnöten), Kälteschäden und mehr. Ich denke, dass ich, wenn ich mit einer derartigen Situation konfrontiert werde, nicht mehr nur eines machen kann: nämlich wegschauen. Nein, ich kann helfen!

Ich habe viel gelernt. Trotz aller Nachdenklichkeit hat es aber auch Spaß gemacht. Ein sehr gelungenes Wochenende!