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Mit der „Victim Crew“ im Lake District

von NETZWERK-Reporter Felix Hartrampf, Europäische Schule München

Textnummer: 549102

Erstellt am 2005/08/05, zuletzt geändert am 2008/09/02

Im Lake District in Nordwestengland führten zwei Silber- und eine Goldgruppe der Europäischen Schule München im Mai ihre Probetouren durch. Ein NETZWERK-Reporter berichtet aus der Innenperspektive.

Im Lake District in Nordwestengland führten zwei Silber- und eine Goldgruppe der Europäischen Schule München im Mai ihre Probetouren durch. Ein NETZWERK-Reporter berichtet aus der Innenperspektive.

MÜNCHEN, 6. JULI 2005 – Am Morgen des 4. Mai 2005 trafen sich die beiden Silber- und die Goldgruppe um acht Uhr morgens am Münchner Flughafen mit ihren Begleitern; insgesamt brach an diesem sonnigen Mittwoch eine fast 25 Personen starke Truppe in Richtung England auf. Das Ziel: Newcastle. Am im Vergleich zum hochmodernen Münchner Flughafen doch recht… sagen wir „gemütlichen“ Airport stiegen alle in drei georderte Transporter ein, die uns zur Zielregion brachten, dem Lake District. Schon die Aussicht aus den spartanisch ausgestatteten Fahrzeugen gab einen kleinen Vorgeschmack auf die Landschaft, durch welche wir in den nächsten Tagen stiefeln würden.

Nach gut zweistündiger Fahrt machten wir zur allgemeinen Freude der Passagiere halt, um die „Goldlinge“ mitsamt ihren Rucksäcken abzusetzen. Die „Silberlinge“ hingegen mussten einfach nur den See entlanglaufen (ca. fünf Kilometer), an dessen Ende sich die geräumige Schutzhütte befand, in welcher wir gemütlich zu Abend aßen und danach die Route für den nächsten Tag planten. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt, es war ca. 8 Uhr abends und die letzten hatten gerade ihre Spaghetti vernichtet, kamen die „Golds“ von einem der umliegenden Berge heruntergestapft. Doch im Gegensatz zu uns durften sie nicht in (halbwegs) bequemen Betten schlafen, sondern mussten mit Zelten Vorlieb nehmen.

 

Subtropische Atmosphäre im Lake District

Doch am nächsten Morgen war es auch bei uns mit der Bequemlichkeit vorbei. Um halb neun brachen die beiden Silbergruppen zu Routen auf, die nur eines gemein hatten: sie gingen beide ausschließlich bergauf. Nach nicht einmal zwei Kilometern im geschützten Wald (und zwei mit abenteuerlichen Mitteln überquerten Bachläufen) betraten wir zum ersten Mal die für den Lake District so typische Landschaft: sehr hügelig bis bergig, dicht mit kniehohen Gewächsen bedeckt. Nebenbei machten wir die Bekanntschaft der später am meisten gehassten Bewohner des Landstrichs (es gab ja auch nicht viele andere, genau genommen haben wir außer unseren Führern niemand anderen gesehen, doch dazu später mehr): die der SCHAFE.

Man kann sich nicht vorstellen, was für ein Gefühl es ist, sich bei immer schlechter und windiger werdendem Wetter den Berg hoch zu schleppen und plötzlich von ein paar wandelnden Wollknäueln überholt zu werden, als würde man selbst sich gar nicht bewegen. Trotz alledem kamen wir pünktlich um halb eins am Berggipfel an, wo wir die andere Silbergruppe treffen sollten. Sollten. Nach zwanzig kalten Minuten des Wartens hatte Gordon (unser „Aufseher“) ein Einsehen und wir durften unsere Route bis zu einer durch Steinmauern geschützten Stelle fortsetzen. Der Vorschlag, etwas zu kochen, wurde angesichts des einsetzenden Regens verworfen. Nach einer geschlagenen Stunde, mittlerweile kam der Regen horizontal, ließ sich die andere Silbergruppe blicken, so dass auch wir aufbrechen konnten. Doch hatte eines unserer Zelte just in diesem Moment nichts Besseres vor, als aus Lauras Rucksackschlaufe zu fallen, wodurch sich alle Einzelteile im strömenden Regen auf dem Boden verteilten. Doch unsere vorbildlich als Team agierende Gruppe bewältigte auch dieses Problem im Handumdrehen.

Der Abstieg, eigentlich als weniger anstrengender Abschluss des ersten Tages geplant, entwickelte sich auf dem rutschigen Gras mehr und mehr zur Belastungsprobe für Mensch und Material, da angesichts des brutalen Regens auch eigentlich regendichte Hosen kapitulieren mussten. Schließlich, nur noch knapp einen Kilometer vom Tagesziel entfernt, geschah das, weswegen ich den Rest des Wochenendes aufgezogen wurde. Wir legten den letzten Kilometer parallel zu einem stark anschwellenden Bach zurück. Doch direkt vor dem Ziel mussten wir ihn überqueren, wobei ich auf die geniale Idee kam, den Rucksack (15 Kilo) auf die andere Seite zu werfen, um dann hinterher zu springen. Gesagt, getan. Oder eher gesagt, versucht. Denn der Rucksack flog, flog, landete tatsächlich auf der anderen Seite. Schön und gut, nur hatte ich vergessen zu beachten, dass das Ufer extrem abschüssig war. So musste ich zusehen, wie der Rucksack langsam ins Wasser zurückrollte...

Den Plan, schnell ins Zelt zu kriechen und trockene Sachen anzuziehen, konnte ich damit vergessen. Ich glaube kaum, dass wir jemals so schnell die Zelte aufgebaut haben wie an diesem späten Nachmittag im Lake District. Zum Glück hatte der Regen mittlerweile etwas nachgelassen, sodass zumindest gekocht werden konnte. An diesem Abend bleiben alle sechs Gruppenmitglieder so lange wie möglich in unserem Zweierzelt, da ich von Gordon mit mehreren Metallflaschen, gefüllt mit heißem Wasser, versorgt worden war, um mich aufzuwärmen. Zusammen mit den ganzen nassen Sachen ergab dies eine subtropische Atmosphäre in unserer Behausung, die der nasskalten in den übrigen Zelten aber bei weitem vorzuziehen war.

 

Schrittbeschleunigung durch Plutonium-Aufbereitungsanlage

Der zweite Expeditionstag, Freitag, begann gemäß unserem einheimischen Führer mit einer morgigen „soft breeze“ (will heißen eisiger Wind, nur von abgehärteten Einheimischen oder Schafen zu ertragen), doch war das Wetter zumindest nicht so schlecht wie am ersten Tag. Nach einem prüfenden Blick auf die Tagesroute war der ganzen Gruppe klar: auch heute würde es nur eine Richtung geben – bergauf. Nichtsdestotrotz ließen wir die ersten Kilometer recht schnell hinter uns. Unsere Schritte wurden zusätzlich durch die freundliche Frage unseres Führers „Bergziege“, ob wir denn wüssten, dass wir uns in unmittelbarer Nähe der Plutonium-Aufbereitungsanlage Sellafield befänden, beschleunigt. Im Nachhinein sorgte die Meldung „ab dem 19. April 2005 entwich nach Presseberichten vom 9. Mai 2005 aus einer undichten Rohrleitung Salpetersäure mit einem hochradioaktiven Gemisch von angeblich 20 Tonnen Uran und Plutonium“ für zusätzliche „Erheiterung“.

Aber zu dem Zeitpunkt hatten wir andere Sorgen, denn von unserem Standpunkt konnten wir unser Etappenziel, den zweithöchsten Berg Englands und des Lake Districts (Red Pike ca. 850 Meter), bereits sehen. Gut, eigentlich sahen wir nur die dichten Wolken, die den Gipfel umgaben, wodurch wir unweigerlich an den ersten Tag erinnert wurden. Aber dort oben sollten wir zum zweiten Mal die anderen „Silberlinge“ treffen, also blieb uns keine andere Wahl, als an Flugzeugwracks aus dem 2. Weltkrieg vorbei (die wohl Probleme beim Landeanflug auf Sellafield gehabt hatten) auch diesen Berg hochzumarschieren. Zum Glück unterhielt uns „Bergziege“ mit Geschichten von einheimischen 65jährigen, die an ihrem Geburtstag 65 Gipfel in nicht einmal drei Tagen hoch liefen – sehr motivierend für uns, denen am ersten Berg schon warm wurde. Allerdings waren wir mit (nassem)Gepäck unterwegs, muss man zu unserer Ehrenrettung sagen.

Je mehr wir uns dem Red Pike näherten, desto mehr wurde man an die Berge aus „Herr der Ringe“ erinnert, lagen doch überall große Steinbrocken umher, die kurz vor dem Gipfel in ein einziges Meer aus Geröll übergingen. Als wir dann schließlich oben ankamen, wurden wir für einen kurzen Moment für all die Strapazen entschädigt: man hatte eine phänomenale Sicht und zum ersten Mal einen Eindruck davon, was für eine schöne Landschaft der Lake District eigentlich war. Doch leider war die Freude nur von kurzer Dauer, denn erstens zog der Himmel sehr rasch wieder zu und zweitens, wie sollte es auch anders sein: die zweite Silbergruppe fehlte! Es wurde kurz mit der Überlegung gespielt, zu einem etwas höher gelegenen See zu wandern, wo wir uns eigentlich mit der Silbergruppe sowie den „Goldlingen“ treffen sollten (was wir aber erst im Nachhinein erfuhren), doch angesichts des sich wieder stark verschlechternden Wetters (schneidender Wind, böiger Regen) wurde entschieden, den Weg hinunter zu der Hütte, zu welcher wir am Mittwoch gewandert waren, zu nehmen.

Auf dem Weg hinunter, der über äußerst glitschiges Geröll und Gras führte, rutschte auch noch eines unserer zwei Mädchen, Laura, aus und verknackste sich ziemlich schmerzhaft den Knöchel, was sie, typisch für ihren Ehrgeiz, ihre Ausdauer und wenn nötig eiserne Disziplin, nicht abhielt, ohne Pause weiterzulaufen. Glücklicherweise hielt der Regen nur kurz an, sodass wir von weiteren Blessuren verschont blieben. Der Weg war eigentlich recht entspannend, führte er doch durch die bekannte niedrige Vegetation, die einen nicht am Gehen hinderte. Nach einer knappen Stunde kam dann auch die zweite Silbergruppe in Sicht, die ein gutes Stück unterhalb des Gipfels gerastet hatte. Aufgrund unserer leicht unterschiedlichen Routen durften wir uns aber nicht dazugesellen, sondern mussten von dem Hochplateau auf einen steinigen, recht steilen Hang abzweigen, um auf den Weg zu der Hütte zu gelangen.

Trotz der sich langsam bemerkbar machenden Müdigkeit wurde auch diese Aufgabe souverän bewältigt, sodass wir nach einer stark rekordverdächtigen Zeit von nicht einmal zwei Stunden wieder genau an dem Punkt standen, von welchem wir am Vortag aufgebrochen waren. Doch dieses Mal durften wir nicht in der Hütte übernachten, sondern mussten, wie die Goldgruppe am Mittwoch, auf der Weide davor übernachten. Das Fazit des zweiten Tages fiel – wenig überraschend – deutlich positiver als das des ersten Tages, waren doch keine größeren Katastrophen aufgetreten. Und auch das Verhalten in der Gruppe war, von kleineren Konflikten bezüglich der Wegwahl abgesehen, wie gewohnt tadellos gewesen.

 

Mit dem „Lake-District-Effekt“ zum Ziel

Der Samstag, der letzte Wandertag, begann mit geradezu außergewöhnlich gutem Wetter: Eine „soft breeze“ nach deutscher Definition sowie der eine oder andere Sonnenstrahl sorgten für eine markant gehobene Stimmung während des Frühstücks, welches etwas großzügiger ausfiel, weil wir angesichts des grausam schlechten Wetters während der ersten beiden Tage fast nichts gegessen hatten um nur rasch genug wieder aus dem Regen in das Zelt fliehen zu können. Für ein weiteres Stimmungshoch sorgte die Verkündung der „Aufseher“, wir könnten fast all unsere Ausrüstung in der Hütte lassen, um möglichst schnell den letzten Berg zu besteigen .

Leider waren besonders der anderen Silbergruppe die Strapazen der vergangenen Tage anzumerken, sodass unser eisenhartes Team des öfteren zurückgepfiffen wurde. Auch an diesem Tag musste unsere zwischenzeitlich in einem Anflug von Selbstmitleid „victim crew“ getaufte Gruppe wieder mit etwas fertig werden, was von uns allen als „Lake-District-Effekt“ bezeichnet wurde. Man bezwingt in freudiger Erwartung die letzten Höhenmeter, nur um dann festzustellen, dass dies nur eine Art Zwischengipfel auf dem Weg zum nächsten, viel höheren Gipfel ist. Nichtsdestotrotz kamen wir gut voran, sodass wir bereits nach etwas mehr als zwei Stunden um 11 Uhr das erhebende Gefühl hatten, einen Gipfel bezwungen zu haben. Oben auf dem Gipfel wurden mit großem Appetit die letzten Cornys, in den vier Tagen zu einem unverzichtbaren Lebensmittel geworden, verspeist.

Nach der halbstündigen Rast teilten sich die beiden vorher vereinigten Silber-Gruppen wieder in zwei unterschiedliche auf: die eine nahm den Weg nach unten zur Hütte, die andere einen Umweg über einen weiteren, noch etwas höheren Gipfel. Auf dem Weg nach unten bekamen wir als Abschiedsgeschenk noch einmal den eisigen Wind zu spüren, wurden glücklicherweise diesmal aber von der gewohnten Begleiterscheinung, dem Regen, verschont.

Schon am Fuß des Berges angelangt, kamen Markus und ich plötzlich auf die geniale Idee, man könne doch die letzten 200 Meter bergab…. rennen! Nur leider teilten die Aufsichtspersonen diese Ansicht nur in Grenzen, so dass wir eine vermutlich gerechtfertigte Strafpredigt über uns ergehen lassen mussten. Aber auch das konnte unsere gute Laune nicht bremsen, waren wir doch nur noch einen guten Kilometer vom endgültigen Zielpunkt entfernt. Da kam mir plötzlich der Gedanke, ich könnte doch die Gelegenheit zur Traumabewältigung nutzen und meinen Rucksack über einen Bach schmeißen. Diesmal landete er nicht nur auf der anderen Seite, sondern blieb auch dort liegen. Nachdem ich den verdienten, nur leicht ironischen Applaus entgegengenommen hatte, wollten wir nur noch eines: auf dem schnellsten Wege zur Hütte und duschen!

So nahmen wir den letzten Kilometer joggend und wurden an der Hütte von den „Goldlingen“ empfangen, die eine halbe Stunde eher angekommen waren. Man kann sich schwerlich vorstellen, was sich für Szenen vor den Waschräumen abspielten, denn nach vier Tagen ohne Dusche hatten wir alle keinen sehnlicheren Wunsch, als uns endlich allen Dreck vom Körper zu waschen. Als wir alle wohlriechend aus den Waschräumen kamen, trafen auch die fünf Silberlinge ein, die zusammen mit Gordon noch etwas länger gewandert waren. Nachdem sich auch diese vom Expeditionsstaub befreit hatten, gaben wir all unsere Ausrüstungsteile, z.B. Kompasse und Karten, zurück.

 

Après-Expedition mit Grant

Da es zu diesem Zeitpunkt erst drei Uhr nachmittags war, kam Grant, der München-Koordinator, auf die verhängnisvolle Idee, er müsse den Jungen ein Unterhaltungsprogramm bieten. Er beschloss, uns das Holzhacken beizubringen, denn in dieser Hütte (eigentlich wird diesem Haus der Begriff Hütte nicht gerecht) war und ist es üblich, die verbrauchten Holzvorräte wieder aufzufüllen, genügend Holzstämme lagen ja bereit. Also mussten fünf Jungen, darunter auch Andrès aus der Goldgruppe, einen Crashkurs in Sachen Holzhacken machen und das Gelernte auch sofort in die Praxis umsetzen. Das war die große Stunde von „Baby-Schwarzenegger“ Markus, konnte er doch seinen während der Wanderungen etwas vernachlässigten Armen endlich Arbeit verschaffen. Wir konnten nur staunend zusehen, wie er, als sich die Axt einmal verkantete, einfach die Axt MITSAMT Holzklotz hochhob und auf den Hackklotz haute. Wir wandten uns dem Zersägen der Stämme zu, was besonders zu zweit ebenfalls großen Spaß machte.

So hätte, garniert mit faulem Herumsitzen und Kartenspielen, der Nachmittag zu Ende gehen können, doch Grant hatte schon die nächste Aufgabe in petto. Jeweils eine oder zwei Personen aus jeder Gruppe sollten a) den Weg der Gruppe anhand einer Karte beschreiben, b) die auf dem Weg geschehen Ereignisse zusammenfassen und c) eine Art Fazit der ganzen Expedition ziehen, will heißen drei positive und drei negative Aspekte sowie eine Sache, die wir während diesen drei Wandertagen gelernt hatten, benennen. In unserer Gruppe war der positive Aspekt der Zusammenhalt der Gruppe, welcher wirklich bemerkenswert war, der negative die Kombination Kälte und Nässe abends in den Zelten und die lehrreiche Erfahrung… man sollte keine voll gepackten Rucksäcke über zu breite Bäche schmeißen. Sehr interessant war auch der Vortrag der Goldgruppe; einerseits aufgrund Joshs rhetorischer Fähigkeiten, andererseits bekamen wir auch einen Eindruck von den Herausforderungen, sollten wir mit der Goldstufe weitermachen. Und es schien nicht gerade ein Spaziergang zu werden: nasse Felsen hochklettern, doppelt so viele Kilometer bei nur einem Tag Wanderzeit mehr.

Nach dem Essen und dem gleichzeitigen Vergleichen der vollbrachten Leistungen verteilte Grant mit leicht mililitärischem Unterton die Aufgaben für den nächsten Morgen, die er auch gleich an die Zimmertüren anschlagen ließ. Anfangs mokierte sich noch mancher, doch mussten im Nachhinein alle zugeben, dass die straffe Planung ihren Zweck ausgezeichnet erfüllt hatte.

 

Tendenziell abgerissenes Aussehen bei der Rückkehr

Da der Abend mit Kartenspielen und gemütlichem Plaudern doch recht lang wurde, war am nächsten Morgen nicht jedem spontan die Begeisterung anzusehen. Und bei manchem (Olle und mir) war die Laune auf ihrem absoluten Tiefpunkt, als wir die Karten, auf welchen die genauen Arbeiten für je zwei Personen notiert waren, erhielten. Wir hatten die höchst ehrenvolle Aufgabe, die Toiletten zu reinigen. Doch nach anfänglichem, unvermeidlichem Gemeckere machten wir uns, ausgerüstet mit einer chemischen Keule von Putzmittel, an die Arbeit und waren, etwas später als die anderen Gruppen, die „nur“ die Zimmer reinigen und putzen mussten, nach eineinhalb Stunden fertig. Völlig fertig. Nach dem verdientem Lob verteilten wir uns und die nun merklich leichteren Rucksäcke wieder auf die heiß geliebten Transporter.

Und wie zum Hohn war das Wetter an unserem Abschiedstag zum ersten Mal wirklich gut, sodass wir erstmals einen Eindruck davon bekamen, wie schön der Lake District sein kann. Wenn es nicht gerade regnet. Doch nach der Hälfte der Fahrt setzte ohne Vorwarnung wieder starker Regen ein, sodass wir wieder mit dem englischen Wetter versöhnt waren. Etwa drei eher ruhige Stunden später erreichten wir den Flughafen von Newcastle, wo wir eine gute halbe Stunde Zeit hatten, um Besorgungen zu erledigen. Schließlich stiegen wir dann reichlich mit Süßigkeiten versehen in das Flugzeug Richtung München. Auch dieser zweistündige Flug ging schnell vorbei, denn die eine Hälfte vergnügte sich wieder einmal beim Kartenspielen, die andere Hälfte – schlief. Am Flughafen angekommen wuchteten wir das ganze Equipment von den Förderbändern und halfen Chris, es zu verstauen, bevor das Verabschieden bzw. Begrüßen begann. Erst da, angesichts der versammelten Familienmitglieder, fiel einem auf, dass man trotz der Dusche am Vortag tendenziell abgerissen aussah. Nach dem ausführlichen Verabschieden ging es dann für alle heimwärts.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Direktion der Schule bedanken, die uns den Mittwoch freigegeben hat und noch sehr viel mehr mbei all den Betreuern bedanken, die für uns ihre Christi-Himmelfahrts-Ferien geopfert und uns als Supervisors immer freundlich begleitet haben. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.