Sektionen
Sie sind hier: Startseite Netzwerk Artikel Teilnehmer Erfahrungen Interviews

Jan: „Jeder sollte in die Highlands!“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 147002

Erstellt am 2008/07/28, zuletzt geändert am 2008/09/02

Bei der Nachbereitung von „Highlands ‘99“ führte NETZWERK auch ein Interview mit Jan Gabriel (Osterburken) zur Goldexpedition seiner Gruppe.

Bei der Nachbereitung von „Highlands ‘99“ führte NETZWERK auch ein Interview mit Jan Gabriel (Osterburken) zur Goldexpedition seiner Gruppe.

Wie war deine Gold-Expedition?

Super, obwohl unsere Gruppe die schwerste Route zu bewältigen hatte.

Wie kommst du darauf?

Wir haben geholfen, für das Überwachungsteam Karten mit den Routen aller Gruppen zu zeichnen und dabei gesehen, daß wir die einzigen sind, die über die Gipfel gehen. Pfadfinder, die wir am ersten Tag trafen, erklärten uns für verrückt, als sie unsere Route sahen. Und trotzdem waren die anderen langsamer… Wir waren halt die Besten.!

Aber das Internationale Jugendprogramm ist doch kein Wettbewerb?

Nein. Aber ich hatte schon das Gefühl, dass uns die Engländer, bei denen es das Programm schon viel länger als bei uns gibt, zunächst etwas von „oben herab“ angesehen haben. Deshalb war es für mich und für die ganze Gruppe besonders wichtig, zu zeigen, dass auch wir in Deutschland etwas können.

Mit deiner Gruppe bist du also zufrieden.

Sehr! Obwohl wir uns alle erst bei der Vorbereitung und der Probetour daheim kennengelernt hatten, hat es richtig Spaß gemacht. Wir sind sehr schnell zu einem richtigen Team zusammengewachsen.

Teilweise hattet ihr euch aber schon gekannt?

Ja. Jens, Martin und ich waren in der selben Klasse an der Realschule und hatten bereits die Silbertour im Odenwald zusammen gemacht. Wir waren jetzt zum ersten Mal in Schottland. Benedikt und Dominik, die ein Jahr älter sind und schon einmal in den Highlands gewesen waren, kannten wir vom Kanufahren und anderen Aktivitäten. Jessica ist eine „Quereinsteigerin“ und war ganz neu dabei.

Wie hat sie sich eingefunden? Immerhin war sie das einzige Mädchen in der Gruppe.

Wir haben uns schon seit der Probetour sehr gut vertragen, und ich glaube, sie hat sich in der Gruppe ganz wohl gefühlt. Sie hat sich sehr angestrengt, und wenn es nötig war, haben wir halt eine Pause mehr eingelegt. Ein Mädchen-Jungen-Problem hat es bei uns noch nie gegeben!

Gab es eine feste Arbeitsteilung in der Gruppe, z.B. bestimmte Personen für die Rollen von „Navigator“, „Spaßmacher“, „Wecker“ oder ähnlichem?

Eigentlich haben wir alles zusammen gemacht. Zum Beispiel brauchten wir keinen „Chefspaßmacher“, da wir alle ganz von selbst viel Spaß und zu lachen hatten. Beim Navigieren waren Benedikt und Dominik die besten. Ich selbst war der „Wecker“ und half mit, dass wir morgens um halb acht immer startklar waren.

Verlaufen habt ihr euch nie?

Eigentlich nicht. Einmal haben wir absichtlich einen anderen Weg gewählt.

Wie war das Tagespensum, das ihr euch vorgenommen hattet?

Passend, würde ich sagen. Unsere Tagesetappe betrug täglich 21 oder 22 Kilometer, dazu kamen noch einige Anstiege, für die wir wegen des guten Wetters durch eine herrliche Fernsicht entschädigt wurden.

Welcher der vier Tage hat dir am wenigsten gefallen?

Der dritte. Da ein Teil des Wandergebiets wegen der Jagd nicht zugänglich war, mußten wir um auf die 20 Kilometer zu kommen an diesem Tag einen „Rundweg“ laufen. Morgens sind wir nicht weit am Tagesziel vorbeigewandert – furchtbar!

Und der beste Tag?

Der letzte – endlich am Ziel!

Gab es weitere unangenehme Erlebnisse?

Beim Sprung über einen nicht ganz ausgetrockneten Bach landete ich gleich am ersten Tag bis zu den Knien im Schlamm. Und am letzten Tag sind wir, von den Midges verfolgt, morgens an einer Quelle vorbeigerannt und waren lange ohne Wasser. Thomas, unsere Aufsichtsperson, hat uns beim Zusammentreffen zwar welches angeboten, aber das haben wir natürlich stolz abgelehnt.

Was war das beste Erlebnis?

Am meisten freute ich mich, als mich die Gruppe nach dem Anstieg am vierten Tag mit einer Torte zu meinem 17. Geburtstag überraschte. Außerdem das Naturerlebnis. Vier Tage lang hatten wir „Natur pur“ mit einer faszinierenden Aussicht auf Berge und Seen, die wir mit niemandem teilen mußten – wir waren völlig allein.

Wie lautet dein abschließender Kommentar?

Ich bin froh, daß ich nach Schottland mitgegangen bin. Jeder sollte die Gold-Expedition in den Highlands machen!