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Jens: „Die Tour war sagenhaft, das Wetter auch“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 084102

Erstellt am 2005/05/20, zuletzt geändert am 2008/09/02

Im Rahmen des Auswertungsprozesses von „Highlands 99“ wurden mit den Teilnehmern auch Einzelinterviews geführt. Das hier veröffentlichte erste Gespräch wurde mit Jens Schindele im Koordinationsbüro noch vor dem Nachtreffen bei Marion in Hemsbach geführt.

Im Rahmen des Auswertungsprozesses von „Highlands 99“ wurden mit den Teilnehmern auch Einzelinterviews geführt. Das hier veröffentlichte erste Gespräch wurde mit Jens Schindele im Koordinationsbüro noch vor dem Nachtreffen bei Marion in Hemsbach geführt.

Jens, das Jugendprogramm hat dich nach Abschluß Deiner Realschulzeit ziemlich in Beschlag genommen. Vorbereitung des Highlands-Projekts, deutsch-israelische Jugendbegegnung und schließlich „Highlands 99“ – ein bißchen viel, oder?

Vor allem viel Spaß – bis auf den Tod von Avi natürlich, von dem ich aber erst nach der Rückkehr aus Schottland erfahren habe.

Das heißt, Du hattest in Schottland keinen Telefonkontakt nach Osterburken?

Nein. Das war ja nur zum Teil möglich und, da es keine besonderen Vorkommnisse gab, Gott sei Dank auch nicht nötig. Seltsam ist nur, daß auch Sönke, der in der zweiten Woche anreiste, nichts erzählt hat. Ich habe zumindest nichts davon mitbekommen.

Ganz kurz: Wie war's denn nun in Schottland?

Die Tour war sagenhaft, das Wetter auch. Mit den Teilnehmern aus den anderen Ländern haben wir uns auch ganz gut verstanden, besonders mit den Jordaniern. Das Naturprojekt war nicht ganz mein Ding. Richtig schwach war eigentlich nur die Organisation des Lagerlebens, wenn man überhaupt davon sprechen kann.

Ihr seid bei der Viertagestour immerhin 90 Kilometer mit vollem Gepäck durch die Highlands gewandert und hattet dabei vor allem am Ben Alder auch einige beachtliche Steigungen zu meistern. Und das alles ging problemlos?

Da wir gut vorbereitet waren, haben wir uns nie ernsthaft verlaufen und hatten auch nur das wirklich Nötigste dabei, so daß die Rucksäcke erträglich waren. Wir hatten Glück mit den berüchtigten „Midges“, aber ab und zu haben sie uns doch genervt, vor allem in Seennähe. Und natürlich hatten am Schluß fast alle Blasen an den Füßen, und wir waren alle froh, als wir am letzten Tag am frühen Nachmittag die Destillerie in Dalwhinnie erreicht hatten. Mit deutlichem Abstand als erste Gruppe übrigens.

Was hat Dich am meisten geärgert?

Am letzten Tag hatten wir nicht genügend Wasser dabei und mußten deshalb einen unnötigen Abstecher zu einem Gebirgsbach machen.

Wie war der Kontakt mit Gutachter und Aufsichtsperson?

Chris, unseren Gutachter, haben wir kaum gesehen, Thomas und Marion, die unsere Gruppe beaufsichtigten, täglich einmal. Wir hatten wirklich das Gefühl, auf uns allein gestellt zu sein – wie es sich für eine Gold-Expedition gehört. Vermißt habe ich allerdings den „Vor-Check“ unserer Ausrüstung und Ausbildung am Abend vor dem Start.

Wie sah die Endvorbereitung in Rannoch aus?

Gleich am ersten Tag, am Freitag, haben die Gruppen von Chris ihre Ausrüstung erhalten. Als Eingehtour ging als dann am Samstag auf den Schiehallion – wohl auch um zu sehen, ob wir körperlich fit sind. Am Sonntag und Montag haben wir dann die Routenplanung erstellt und die Karten für uns, Chris und Thomas präpariert. Das Essen hatten wir bis auf das Brot von daheimmitgebracht.

Du hast am Anfang angedeutet, daß Dir nicht alles so gut gefallen hat wie die Tour.

Das Leben in Rannoch hätte irgendwie mehr Flair und Power haben können. Wenn ich da an das Israel-Projekt denke... Nicht nur, daß Dinge wie Kennenlernspiele zu Beginn oder regelmäßige Lagerversammlungen fehlten – irgendwie war in dieser Richtung gar kein System erkennbar. Die Unterbringung in den Schülerwohnräumen war da sicher auch nicht hilfreich. Es ging für mein Gefühl unnötig steif zu. Kontakt zu schottischen Jugendlichen gab es praktisch nicht.

Und das Naturprojekt?

Als ich hörte, daß wir drei Tage lang im Wald Gräben ziehen sollten, war ich zunächst einigermaßen enttäuscht. Irgendwie hatte ich nicht mitbekommen, daß es in diesem Jahr erstmals nicht Aktionen wie Segeln und Kanufahren auf dem Programm standen. Gut war, daß hier zumindest anfangs in gemischten Gruppen gearbeitet wurde.

Wie war denn der Kontakt mit den anderen Gruppen?

Das hat ganz gut funktioniert. Wie ich eingangs schon sagte, haben wir uns am besten mit den Jordaniern verstanden, die mit ihrer Ungezwungenheit irgendwie auf unserer Wellenlänge lagen.

Deine Verbesserungsvorschläge für Highlands 2000?

1. Andere Unterkunft (Zelt oder Hütte).

2. Mehr „Lagerleben“.

3. Mitwirkung von schottischen Jugendlichen.