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Marco bei der Kanutour in Masuren

Marco: „Das Programm hat mich verändert“

von der NETZWERK-Redaktion

Textnummer: 530703

Erstellt am 2005/03/12, zuletzt geändert am 2008/09/02

Beim Lehrgang für Schülermentoren in der Sippachsmühle spielte eine Gruppe „NETZWERK-Reporter“ und befragte Marco Salm, der als Ausbilder mitwirkte, zu seinen Erfahrungen mit dem Internationalen Jugendprogramm.

Beim Lehrgang für Schülermentoren in der Sippachsmühle spielte eine Gruppe „NETZWERK-Reporter“ und befragte Marco Salm, der als Ausbilder mitwirkte, zu seinen Erfahrungen mit dem Internationalen Jugendprogramm.

Hallo Marco, wir würden dir gerne ein paar Fragen über das Internationale Jugendprogramm stellen. Da du seit vielen Jahren dabei bist, freuen wir uns zu erfahren, was dich schon solange daran fasziniert. Aber zu erst ein paar persönliche Dinge. Wie alt bist du?

Ich bin 23 Jahre alt.

Gehst du noch zur Schule?

So ähnlich, ich studiere in Heidelberg Volkswirtschaftslehre, da hat man sogar noch mehr Freizeit.

Wie kam es, dass du von diesem Programm erfahren hast?

Ich hatte das Glück, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen bin, d.h., in einer der Realschulklassen in denen Klaus Vogel Mathematik unterrichtet hat. Über ihn haben ich und der Rest der Klasse zum ersten Mal vom Jugendprogramm erfahren.

Wie lange machst du schon mit?

[überlegt] Ich bin jetzt schon seit ca. 1996 dabei.

Du hast die „Ersten Schritte“ des Jugendprogramms also miterlebt?

Das kann ich so nicht sagen, das Programm hat schon seit ca. zwei Jahren in Deutschland existiert. Außerdem habe ich damals noch alles sehr „unbewusst“ auf der Teilnehmerebene erlebt. Unbewusst in dem Sinne, dass ich mir eher Gedanken darüber gemacht habe, welche Dinge ich in den verschiedenen Programmteilen mache, als über das Programm selbst.

Was hast du in den einzelnen Programmteilen gemacht?

Bei „Dienst“ habe ich einer älteren Frau im Garten geholfen, den sie alleine nicht mehr bewältigen konnte. Im Programmteil „Talente“ habe ich angefangen Gitarre zu spielen, wir hatten sogar für kurze Zeit ein Band in der Realschule. Bei „Fitness“ habe ich viele unterschiedliche Dinge gemacht, Kajak fahren, Klettern, Basketball… Im Teil „Expeditionen“ habe ich zum ersten Mal unsere Umgebung kennen gelernt und den Umgang mit Karte und Kompass. Dieses „Knowhow“ haben wir dann bei unserer Goldtour und vielen extra Kilometern in den Highlands (Schottland) vervollständigt.

Hat dir die Goldexpedition gefallen und haben auch andere Länder teilgenommen?

Die Goldexpeditionen in Schottland sind immer etwas besonderes, vor allem weil man zum ersten Mal begreift, wie der viel zitierte Satz von Klaus: „Da regnet es von oben und von unten gleichzeitig“ zu verstehen ist. Es ist auf jeden Fall eine körperliche und psychische Leistung, die es zu bewältigen gilt. Zum Glück war unser bunt gemischtes Team aus Tschechen, Engländer und Deutschen fast immer gut gelaunt und fast immer auf dem richtigen Weg.

In welchen Ländern warst du schon?

Ich habe schon bei sehr vielen Projekten teilgenommen, die auch im Ausland stattgefunden haben. Beispielsweise habe ich bereits in einer palästinensischen Gastfamilie gelebt, den bereits verstorbenen König von Jordanien in Amman getroffen, war schon in Großbritannien, Holland, Luxemburg…

Hast du bei diesen Reisen auch neue Freunde gefunden?

Ich habe schon sehr viele, sehr sympathische und lustige Menschen über das Programm kennen gelernt. Freundschaften im eigentlichen Sinn sind nur wenige dabei, da es mühselig ist, so vielen E- Mails zu schreiben.

Was machst du zurzeit beim Jugendprogramm?

Nachdem ich alle drei Abzeichen am Kuvert hatte und es nichts mehr zu sammeln gab, durfte ich in die Riege der Betreuer aufsteigen. Hier interessiere ich mich besonders für den Teil Expeditionen, die ich auch regelmäßig betreue. Ich bin außerdem Kajaktrainer, falls ihr eure Tour auf dem Wasser erleben möchtet. Ansonsten bin ich regelmäßig bei Programm- und Expeditionslehrgängen dabei oder wie heute auch auf einem Schülermentorenlehrgang an zu treffen.

Macht es dir noch Spaß?

…ihr könntet mich heute sonst nicht interviewen! Ich denke, dass acht bis neun Jahre Teilnahme am Jugendprogramm für sich sprechen…

Wie sehr hat das Jugendprogramm dein Leben beeinflusst?

Es hat mich erheblich verändert, ich denke, dass ich viel offener gegenüber neuen Erfahrungen geworden bin. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum ich meinen Zivildienst in Argentinien geleistet habe.

Was ist dir am schwersten gefallen?

Schwer gefallen ist mir eigentlich nichts, es steht alles auf einer freiwilligen Basis. Außerdem kann man die Programmteile selbst gestalten.

Was ist dir am leichtesten gefallen?

Am leichtesten gefallen, im Sinne von, es hat am meisten Spaß gemacht, waren für mich immer die Expeditionen.

Was würdest du gerne am Jugendprogramm verändern?

Ich würde gerne weiterhin das Jugendprogramm mitgestalten, es aber nicht reformieren, denn dazu besteht kein Anlass.

Zum Abschluss, würden wir uns freuen, wenn du uns über deine Zukunftspläne im Jugendprogramm berichten könntest.

Ich hoffe natürlich, dass mein Projekt in Argentinien – wir möchten dieses Jahr den höchsten Berg außerhalb Asiens (Aconcagua, 6970 Meter) besteigen – ein „voller Erfolg“ wird. Außerdem möchte ich auch weiterhin eigene Projekte einbringen oder mich bei anderen Projekten engagieren, z.B. bei Expeditionslehrgängen, Bundestreffen, Sommerschule in Finnland, EMAS-Gold-Netzwerk… – oder einfach nur euch im Regen hinterherlaufen um euch bei Touren zu „bewachen“.

Wir bedanken uns herzlich fürs Gespräch!